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Fußball-Bezirksliga Baris, Tur Abdin und Stenum gegen das Keller-Trio

Von Daniel Niebuhr | 07.10.2017, 13:59 Uhr

Die Fußball-Bezirksligisten SV Baris, SV Tur Abdin und VfL Stenum treffen auf die letzten Drei der Tabelle – und sehen sich alle als Favoriten.

Die Fußball-Bezirksliga hat sich in den vergangenen Jahren einen respektablen Namen als Durchgangsbahnhof für neureiche Clubs gemacht. Finanzstarke Aufsteiger mischten zuletzt regelmäßig oben mit, der SV Atlas, der TSV Oldenburg oder die inzwischen tief gefallenen Kickers aus Wahnbek haben die siebthöchste Spielklasse jüngst als Zwischenstation benutzt.

Für den SV Baris ist dieser Trend gerade etwas ärgerlich, die Delmenhorster hätten sonst gute Chancen, sich einen Namen als einer der erfolgreichsten Aufsteiger der jüngeren Vergangenheit zu machen. Die Anwartschaft auf den Titel „Überraschung des Jahres“ hat der Kreisliga-Meister, dem von vielen ein direkter Wiederabstieg prophezeit worden war, mit 13 Punkten aus acht Spielen allemal angemeldet. Drei der letzten vier Partien hat Baris zuletzt gewonnen, am Sonntag (11 Uhr) könnten beim Vorletzten Eintracht Oldenburg drei weitere Zähler folgen, die den Abstand auf die Abstiegszone im Idealfall auf elf Punkte anwachsen ließen. „Diese Spiele sind enorm wichtig“, sagt Trainer Önder Caki.

Dass seine Mannschaft schon gestandenen Bezirksliga-Teams wie dem VfB Oldenburg II oder vor einer Woche dem Stadtrivalen SV Tur Abdin ein Bein gestellt hat, sei schön und gut, meint der Coach. Aber: „Entscheidend wird sein, wie wir gegen die Mannschaften von unten punkten. Die spielen anders, defensiver und giftiger.“

SV Baris mit den meisten Gelben Karten

Wobei Baris in Sachen Galligkeit niemand in der Liga etwas vormacht. Mit 31 Gelben Karten liegt der Club in seiner ersten Bezirksliga-Saison weit vorne, Gegner Oldenburg bringt es auf zwölf. Die Eintracht hat allerdings bisher auch erst fünfmal getroffen, Baris dagegen schon 19-mal. „In diesen Spielen müssen wir uns ein Polster aufbauen“, sagt Caki. Die wacklige Defensive bekam durch die Rückkehr von Kapitän Cumali Tuner zuletzt auch wieder mehr Stabilität.

Tabellen- und Stadtnachbar Tur Abdin will ebenfalls gegen ein Kellerkind punkten, die Aramäer werden das Duell mit dem Drittletzten Eintracht Wiefelstede am Sonntag (15 Uhr) aber eher als Therapiesitzung sehen – die 2:4-Derbypleite gegen Baris hat das Selbstvertrauen merklich erschüttert. Der bisher so erfolgreiche Trainer Christian Kaya wirkte zum ersten Mal beinahe genervt von seinem schläfrig auftretenden Team. „Das haben wir beim Training deutlich angesprochen. Die Einstellung war nicht gut“, berichtet Kaya. Ihm wird mit dem verletzten Verteidiger Daniel Karli (Musekelfaserriss) ein wichtiger Mann fehlen, Hoffnung macht neben der immer noch ordentlichen Tabellensituation auch die Vergangenheit. Sechsmal empfing Tur Abdin Wiefelstede in seiner Vereinsgeschichte und hat nie verloren – bei einem Torverhältnis von 14:2.

Stenum noch nicht in Fahrt

Zumindest haben die umfassend erneuerten Delmenhorster die Erwartungen bisher übererfüllt, was beim VfL Stenum niemand behaupten wird – acht Punkte aus sieben Partien sind eine schmale Ausbeute für das spielstarke Team. „Wir haben viel liegen gelassen“, sagt Trainer Thomas Baake, der für das Duell mit dem punktlosen Schlusslicht Rot-Weiß Sande am Sonntag (15 Uhr) klarstellt: „Dieses Spiel müssen wir gewinnen, da lasse ich nichts anderes gelten.“

Die Stenumer haben allen Grund, mit ihrem ersten Saisonviertel zu hadern. Als einzige Mannschaft der letzten Zehn in der Tabelle hat der VfL ein positives Torverhältnis; ein Zeugnis der vielen knappen Spiele, die schon nicht gewonnen wurden. In den zehn Pflichtspielen kassierte Stenum allein neun Gegentreffer in der Schlussviertelstunde. „Wir investieren viel, sind zum Ende aber nicht mehr konzentriert“, klagt Baake. Ein Pflichtsieg gegen Sande soll die Laune wieder heben, dabei kann auch Maximilian Klatte helfen, der aus dem Urlaub zurück ist. „An der Aufstellung wird es nicht liegen, wir haben fast alle Spieler fit an Bord“, sagt Baake.