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Fußball-Bezirksliga Coach Önder Caki zieht beim SV Baris die Zügel an

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 28.10.2017, 06:59 Uhr

Ein Derby, zwei Auswärtsspiele: So sieht das Programm der Fußball-Bezirksligisten SV Baris Delmenhorst, VfL Stenum, VfL Wildeshausen und SV Tur Abdin Delmenhorst an diesem Wochenende aus.

 SV Baris 

Als Trainer des SV Baris Delmenhorst hat Önder Caki schon etliche Kantersiege gefeiert, aber auch empfindliche Klatschen kassiert. In der Fußball-Bezirksliga hat Aufsteiger Baris diese Extreme zum Teil auch mehrmals erlebt. Kein Wunder, schließlich fallen in Spielen mit Beteiligung des SVB im Schnitt 5,2 Treffer pro Spiel. Die 1:5-Niederlage am vergangenen Wochenende beim WSC Frisia Wilhelmshaven war für den türkischen Klub deshalb kein Beinbruch. Doch einfach so zur Tagesordnung übergeben, das wollte Caki nach der Pleite im Training unter der Woche nicht.

„Die Jungs haben die Niederlage schon zu spüren bekommen“, sagt Caki und schickt mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß seine Erklärung hinterher: „Wenn wir gewinnen, werden die Spieler im Training belohnt. Wenn wir verlieren, geht’s eben etwas härter zu.“ Die intensive Fehleranalyse zu dem, was beim Pannentag in Wilhelmshaven alles schief lief, gab’s für die Spieler dann noch inklusive.

Doch allzu hart wollte Caki nach der vierten Saisonniederlage sein Team dann doch nicht öffentlich kritisieren – sondern signalisierte lieber seine Vorfreude auf das Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen den Tabellennachbarn VfL Stenum. Er rechnet sich gute Chancen aus, den VfL zu schlagen. „Wir wollen zeigen, dass wir zu Hause eine Macht sein können.“

Er beobachtete die Stenumer am vergangenen Sonntag gegen einen „schwachen SV Wilhelmshaven“ (2:1) und stellte fest: „Stenum versucht, viel spielerisch zu lösen und ist technisch stark. Das kommt uns entgegen.“ Personell sei die Lage „sehr schlecht“, sagt Caki. „Aber wir wollen nicht jammern. Wir haben einen guten Kader. Am Ende spielen immer noch elf gegen elf.“

VfL Stenum

Während Önder Caki gezwungenermaßen improvisieren muss, hat sein Gegenüber Thomas Baake die Qual der Wahl. 20 Spieler waren am Donnerstag beim Training. Bis auf die Langzeitverletzten Dierk Fischer und Fynn Dohrmann, die erst wieder im neuen Jahr werden spielen können, kann Baake an der Lerchenstraße aus dem Vollen schöpfen.

Stenum gewann zuletzt zwei Spiele. Diesen Aufschwung möchte der VfL verständlicherweise gerne fortsetzen. „Wir sind gut drauf“, betont Thomas Baake. Die Rädchen greifen innerhalb der Mannschaft immer besser ineinander, die Abläufe stimmen. „Das macht sich in unserem Spiel bemerkbar“, sagt Baake. Stenum kreiert mehr Torchancen, gleichzeitig lässt der VfL weniger Gelegenheiten für die Gegner zu. „Es zahlt sich aus, dass wir in Stenum immer geduldig bleiben“, freut sich Baake über die nächsten Schritte seiner Mannschaft und hebt die positive Entwicklung der jungen Spieler Ole Braun und Freddy Dittmar hervor.

Baake hat Gegner Baris natürlich ebenfalls beobachtet – beim 6:0 gegen den TSV Abbehausen, der aber kein echter Gradmesser war. Baakes Erkenntnis: „Baris ist vorne brandgefährlich. Aber ich habe auch Schwächen entdeckt.“

VfL Wildeshausen

Unerwartete Defensivschwächen zeigte zuletzt der VfL Wildeshausen beim 3:2 gegen den TuS Obenstrohe, womit er durch den zehnten Sieg im elften Spiel wieder an die Tabellenspitze kletterte. Alles eitel Sonnenschein also in der Kreisstadt? Von wegen! Trainer Marcel Bragula ist „richtig genervt“ – und zwar von der Platzsituation im Krandelstadion. Denn die gesamte Woche waren die Plätze gesperrt. Wieder einmal. Und dieses bereits im Oktober. „Unfassbar. Unzumutbar“, findet Bragula diesen Umstand. In direkter Nachbarschaft hätten der FC Huntlosen und der TSV Großenkneten Kunstrasenplätze „aber die Kreisstadt bekommt es nicht hin“, schäumt Bragula.

Für die Vorbereitung mit seiner Mannschaft auf das Spiel am Samstag (16 Uhr) beim VfB Oldenburg II musste der VfL auf Einheiten auf dem Rasen verzichten. Wie seine Elf damit umgeht? „Sie ist völlig klar zwischen den Ohren. Das ist mein Glück“, betont Bragula und erinnert daran, wie wichtig es sei, auswärtige Spieler „mit Köpfchen“ zu verpflichten.

Wie bereits gegen Obenstrohe muss Bragula auch gegen die von seinem Kumpel Marco Elia trainierten Oldenburger in der Aufstellung improvisieren. Vor allem in der Viererkette. Konkret zum Personal äußern wollte sich Bragula nicht. Nur so viel: „Man kann nur mit den Mädchen tanzen, die im Saal sitzen.“

SV Tur Abdin

Der SV Tur Abdin tritt am Sonntag (15 Uhr) beim TuS Obenstrohe an und fühlt sich in seiner Rolle als Tabellendritter momentan pudelwohl. Das Saisonziel „gesichertes Mittelfeld“ möchte Trainer Christian Kaya aber trotzdem nicht korrigieren. „Darüber können wir uns vielleicht in der Winterpause unterhalten.“

Gegner Obenstrohe findet Kaya in dieser Saison bislang ziemlich unter Wert verkauft. „Obenstrohe hat Qualität. Sie sind besser als es die Punktezahl aussagt“, meint der Tur-Abdin-Trainer. Das habe nicht zuletzt auch das 2:3 in Wildeshausen bewiesen. Dennoch: Die Aramäer fahren mit breiter Brust nach Varel. „Wir sind stark genug, um dort drei Punkte zu holen.“ Wichtig sei auch in diesem Spiel „zu 100 Prozent konzentriert“ zu sein. „Sonst klappt es nicht.“

Die Trainingswoche war auch für Tur Abdin nicht optimal. Weil die Plätze im Stadion gesperrt sind, gab es am Mittwoch eine Laufeinheit inklusive vieler Gespräche. „Das findet ich sehr wichtig“, sagt Kaya. Am Freitag trainierte die Mannschaft im Soccerpark. Bis auf Josef Kaya (Rotsperre) und eventuell Can-Dennis Blümel (Leistenbeschwerden) gibt es keine Ausfälle beim SV Tur Abdin.