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Fußball-Bezirksliga Debakel statt Vorentscheidung für den FC Hude

Von Daniel Niebuhr | 07.05.2017, 22:08 Uhr

Fußball-Bezirksligist FC Hude kassiert gegen Frisia Wilhelmshaven eine 2:6-Packung und muss weiter um den Klassenerhalt zittern.

In einer Hinsicht ist der FC Hude ein ziemlich fortschrittlicher Fußball-Bezirksligist. Trainer Lars Möhlenbrock lässt jedes Spiel im heimischen Waldstadion aufzeichnen und bittet die Spieler in den Tagen danach zur Videoanalyse – keine allzu verbreitete Praxis in der siebten Liga. Was die Kamera am Sonntag aufzeichnete, würde der Huder Übungsleiter aber wohl am liebsten nur mit dem Hinweis „nichts für zarte Gemüter“ vorführen, das 2:6 (0:3)-Debakel gegen Frisia Wilhelmshaven dürfte dem einen oder anderen Huder noch ein wenig seelische Pein bereiten. „Das war gar nichts. Wir haben unglaubliche Fehler gemacht“, befand Möhlenbrock, der auf eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt gehofft hatte, dessen Team nun aber nur noch fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone hat.

0:3 nach einer halben Stunde

Fast mussten die Huder froh sein, dass es nicht noch schlimmer kam, denn bis Mitte der zweiten Hälfte musste man sogar eine zweistellige Niederlage befürchten. Die rechte Huder Abwehrseite ließ sich schon in der ersten Viertelstunde zweimal übertölpeln, die Wilhelmshavener Marcel Schmidt (8.) und Julian Mülder (15.) waren bei ihren Toren die Nutznießer. Als Mülder nach 25 Minuten eine Ecke zum 3:0 für die Gäste einköpfte, war im Huder Lager schon der erste Frust zu hören, der nach dem Wechsel nicht leiser wurde.

Kopflos nach der Pause

Die Platzherren kamen zwar unübersehbar tatendurstig aus der Kabine, agierten aber völlig kopflos. Schmidt vollendete einen Frisia-Konter in der 56. Minute zum 4:0 und bereitete drei Minuten später das 5:0 durch Tim Rister vor. Das sechste Gegentor war dann ein Symbol für den missratenen Huder Tag: Nach einer Wilhelmshavener Flanke wurde Torben Hellemann von einem Teamkollegen angeköpft – und der Ball kullerte über die Linie.

In den Minuten danach zeigten die Gäste Gnade und ließen diverse Hochkaräter aus. So konnten der eingewechselte Maik Spohler (76.) nach einem schnellen Angriff und Ole Schöneboom nach einer Ecke (81.) mit ihren Toren noch zumindest für zwei kleinere Hingucker für die Videoanalyse sorgen. „Wir werden die Fehler sehen und daraus lernen“, sagte Möhlenbrock und stellte fest: „Die Welt geht für uns jetzt nicht unter.“