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Fußball-Bezirksliga Dennis Kuhn polarisiert – und zaubert für den SV Baris

Von Daniel Niebuhr | 25.02.2019, 00:00 Uhr

Beim wilden 6:4 des Fußball-Bezirksligisten SV Baris Delmenhorst gegen den Heidmühler FC ist Dennis Kuhn nicht zu stoppen. Trainer Önder Caki vertraut dem umstrittenen Stürmer – und der zahlt es ihm zurück.

Selbst ein Dennis Kuhn muss zwischendurch mal verschnaufen, auch wenn man das am Sonntag gar nicht wahrhaben wollte. Nach seinem 60-Meter-Sprint zum zwischenzeitlichen 5:2 des SV Baris Delmenhorst gegen den Heidmühler FC schleppte sich der Stürmer so langsam in die eigene Hälfte zurück, dass ihm ein Fan eine Erfrischung anbot – ein Schluck aus seiner Bierflasche. Kuhn lehnte lachend ab. Nach dem Spiel, davon darf man ausgehen, wird er das Versäumte aber sicher nachgeholt haben.

Mit einem wilden 6:4 (4:2) begann Baris seine Rückserie in einem anarchischen Spiel, in dem problemlos doppelt so viele Tore hätten fallen können. Kuhn allein schoss vier Treffer – in der 15., 29. und 75. Minute jeweils nach einem seiner typischen Sprints, dazwischen in der 21. Minute mal nach Vorlage von Mikael Blümel. In der 89. Minute legte er noch Spejtim Mujaj das sechste Tor auf, außerdem traf Mert Caki in der 19. Minute. Baris führte nach einer halben Stunde schon mit 4:0, kassierte dann einen Foul- und einen Handelfmeter durch Dardan Jashari (41./45.+2). Nach Kuhns 5:2 verkürzte Daniel Behrens kurzzeitig für Heidmühle, nach dem 6:3 dann Niklas Fasshauer. Zwischendurch wurde auch noch Baris-Trainer Önder Caki der Coaching-Zone verwiesen.

Aussprache im Türkei-Trainingslager

Keiner von ihnen konnte aber verhindern, dass Kuhn der Mann des Tages wurde. Der umstrittene Angreifer zeigte sich von seiner besten Seite, was ihm in der Hinrunde nicht immer gelungen war. Kaum ein Spieler polarisiert in der Bezirksliga derart, kaum jemand steckt so viel ein und teilt so viel aus. In dieser Saison flog er bereits dreimal vom Platz und Ende 2018 auch mal aus dem Kader, weil Trainer Önder Caki ihm eine Denkpause verpasste. Im Trainingslager in der Türkei habe man sich aber ausgesprochen, berichtet der Coach. „Er wird oft gefoult. Aber er weiß, dass er sich auch zurückhalten muss“, sagt Caki. Kuhn ist im Herbst Vater geworden und „generell verantwortungsbewusster“, wie Caki erklärt: „Wenn er sich im Griff hat, ist er ein Spieler, der in der Bezirksliga seinesgleichen sucht.“ Zumindest in Heidmühle werden sie froh sein, dass sie nun ein halbes Jahr vor ihm Ruhe haben.