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Fussball-Bezirksliga Der SV Tur Abdin und die Frage der Einstellung

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 22.10.2016, 12:02 Uhr

Tur Abdins Co-Trainer Paul Leis glaubt an einen Erfolg gegen den BV Bockhorn, der VfL Stenum will sich im Heimspiel gegen den TSV Abbehausen für seine zuletzt guten Leistungen belohnen und der FC Hude tritt beim Tabellenführer Heidmühler FC an: Das sind die Aufgaben der drei heimischen Fußball-Bezirksligisten an diesem Sonntag ab 15 Uhr.

Die Tabellensituation ist alles andere als befriedigend, der Trainer ist weg und in seiner Personalunion als Sportlicher Leiter ebenfalls nicht mehr da. Beim Fußball-Bezirksligisten SV Tur Abdin hat man schon deutlich bessere Zeiten erlebt. Doch Paul Leis ordnet die aktuelle Lage beim Fußball-Bezirksligisten nach drei Pleiten in Serie, dem Abrutschen auf einen der vier Abstiegsplätze und dem Rücktritt von Coach Stefan Keller so ein, wie man sie wohl am besten einordnen sollte: sachlich.

„Wir haben aktuell eine schlechte Phase. Es kommen aber auch wieder bessere Zeiten. So ist halt Fußball“, will der spielende Co-Trainer der Aramäer vor dem wichtigen Kellerduell am Sonntag (15 Uhr) gegen BV Bockhorn die Ruhe bewahren. Zusammen mit Routinier Daniel Yousef übernimmt er zumindest einmal interimsmäßig die Verantwortung bei Abdin.

Der SV Tur Abdin – mehr als nur ein Sportverein

Dass sich beim Sportverein etwas ändern muss, das will Paul Leis indes gar nicht leugnen. Ein Kernpunkt der schwachen Leistungen waren auch für den Defensiv-Allrounder die Einstellungsprobleme einiger Spieler, die bereits die Ex-Trainer Keller und Andree Höttges mal mehr, mal weniger deutlich, aber immer wieder ausgesprochen hatten.

Das ist ja offenes Geheimnis, das braucht man nicht leugnen“, sagt Leis. Die schwache Trainingsbeteiligung und den mangelnden Konkurrenzkampf in einem eigentlich großen Kader kritisiert auch der Co-Trainer. „Wir müssen uns eigentlich als Mannschaft zusammensetzen und darüber sprechen. Aber wir kommen nicht dazu – weil wir dann wieder zu wenig Leute wären.“ Wegen Verletzungen, Krankheiten, Beruf und anderen Verpflichtungen.

Leis lobt Youngster Mutlu

Die Gegenwart für Tur Abdin heißt Bockhorn. Leis sieht gute Chancen für einen Erfolg. „Wir haben ja das Potenzial. Wir müssen nur die Fehler abstellen.“ Bei Tur Abdin fehlen am Sonntag die länger verletzten Josef Kaya, Kevin Gradtke und Daniel Eckert sowie Torwart Thorben Riechers (Rotsperre). Dazu steht ein Fragezeichen hinter Lukus Mutlu wegen einer Prellung. „Es wäre toll, wenn Lukas dabei ist. Er hat sich super integriert und spielt schon eine wichtige Rolle bei uns“, lobt Leis den 19-jährigen Neuzugang vom TuS Heidkrug.

VfL Stenum

Erst ein 1:1 gegen den SV Wilhelmshaven, dann ein 0:2 beim SV Brake: Der VfL Stenum zeigten in den vergangenen beiden Spielen sehr gute Leistungen, holte dabei gegen die beiden Landesliga-Absteiger aber nur einen Punkt. „Wir werden uns in den nächsten Spielen für unser Auftreten belohnen. Die Entwicklung der Mannschaft geht in die richtige Richtung“, ist VfL-Trainer Thomas Baake vor dem Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den TSV Abbehausen überzeugt. Das einzige Manko war die letzte Konsequenz im Angriff: entweder beim Abschluss, beim Pass oder beim richtigen Laufweg. „Die letzte Kaltschnäuzigkeit fehlte uns“, fand Baake. Im Torschusstraining lag deshalb ein Hauptaugenmerk in der vergangenen Woche.

Im Stenumer Kader gibt für Sonntag mal wieder leichte Verschiebungen. Marten Michael und Helge Petershagen fallen aus, dafür kehren Lukas Schwieters und Fynn Dohrmann zurück. Mittelfeldmann Bastian Morche ist derweil wieder ins Training eingestiegen, steht aber noch nicht im Kader.

FC Hude

Vor der aktuellen höchsten Hürde steht derweil der FC Hude am Sonntag (15 Uhr) beim Tabellenführer Heidmühler FC. „Das ist eine gefestigte Truppe. Das ist kein Zufall, dass die auf Rang eins steht“, sagt Trainer Lars Möhlenbrock. Trotzdem hat er sich unter der Woche nicht zu sehr mit dem Gegner beschäftigt. Vielmehr stand die eigene Entwicklung im Vordergrund. „Es ist die völlig falsche Richtung, wenn wir uns extra für Heidmühle jetzt ’was Weltbewegendes ausdenken, womit meine Mannschaft gar nicht klar kommt.“ Sie solle „Einsatz zeigen“, „sich aufopfern“, aber auch versuchen, ihr eigenes Spiel durchzuziehen, sagt der Trainer.

Möhlenbrock hat bis auf Aljoscha Kuntze und Ole Schöneboom wohl alle Spieler an Bord. Zum Kader könnten auch ein, zwei Akteure aus der A-Jugend stoßen, mit denen die Bezirksliga-Elf unter der Woche zusammentrainierte. Für den Winter kündigte der Coach bereits an, sich „mit zwei, drei Spielern zu verstärken, um die Breite des Kaders wieder zu erhöhen“.