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Fußball-Bezirksliga Marcel Maus erlöst den SV Tur Abdin

Von Daniel Niebuhr | 24.04.2017, 00:20 Uhr

Der SV Tur Abdin erzwingt in Bockhorn das Glück und gewinnt mit 2:1. Die Delmenhorster nehmen im Endspurt um den Bezirksliga-Klassenerhalt Fahrt auf.

Wenn man Helmut Klußmann über ein Fußballspiel sprechen hört, hat man manchmal das Gefühl, man wohnt einer Philosophie-Vorlesung bei. Der 68-Jährige ist nicht nur seit Winter Übungsleiter des Bezirksligisten SV Tur Abdin, sondern auch A-Lizenz-Inhaber und ein Analytiker unter den Fußball-Trainern – Euphorie schleicht sich dabei höchstens versehentlich mal ein. Dass seine Mannschaft am Sonntag großem Druck standhielt und mit dem 2:1 (1:1) beim BV Bockhorn ihre Aufholjagd um den Klassenerhalt fortsetzte, kommentierte Klußmann erwartungsgemäß eher trocken, er ließ sich aber doch zu dem launigen Bekenntnis hinreißen: „Das hätte ich mir bei einer guten Fee in etwa so gewünscht, wenn ich gekonnt hätte.“

Weil gute Feen aber natürlich in seinem fußballerischen Weltbild eigentlich nichts zu suchen haben, fand er ganz handfeste Gründe für den so wichtigen Sieg beim Vorletzten, der nun selbst wohl nicht mehr zu retten ist. „Wir hatten mehr Ballbesitz, mehr Chancen und haben einfach mehr versucht als der Gegner“, fand Klußmann, um festzustellen: „Berauschend war das Spiel nicht. Im Zustandekommen war der Sieg auch glücklich, durch unsere höhere Qualität aber verdient.“

Meyer trifft zum Ausgleich

Oft genug hatte das Tur Abdin in dieser Saison aber nicht gereicht, weshalb die Delmenhorster auch nach wie vor Drittletzter sind. Doch gestern erzwangen sie ihr Glück einfach mal, auch wenn Bockhorn zäh dagegenhielt. Die Gastgeber gingen sogar in der siebten Minute in Führung: Mohamed-Ali Ben-Hamda verwandelte einen Foulelfmeter nach einem unnötigen Foul von Simon Tezel. Tur Abdin wurde ohnehin in viele Zweikämpfe verwickelt und spielte sich den Ausgleich auch nicht wirklich heraus. Bockhorn blockte eine Flanke vor die Füße von Ricardo Meyer, der flach ins Eck traf. Es war etwas bezeichnend, dass sich ein Defensivspieler hervortat, denn die Angreifer hatten zuvor schon diverse Möglichkeiten ausgelassen.

Nun vier Heimspiele hintereinander

Einer von ihnen wurde dann aber zum Matchwinner: Marcel Maus drückte in der 82. Minute eine Flanke am zweiten Pfosten zum 2:1 über die Linie und erlöste seine Mannschaft, die den Sieg so dringend brauchte. Das rettende Ufer ist bei drei Punkten Rückstand und nun vier Heimspielen nacheinander innerhalb von 15 Tagen absolut in Sichtweite. „Der Sieg war wichtig. Wir wollen nach oben Boden gutmachen, das ist gelungen“, sagte Klußmann, der am Mittwochabend (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen das bereits abgestiegene Schlusslicht VfL Oldenburg II dazu bereits die nächste Gelegenheit sieht: „Das sollten wir uns nicht nur Punkte, sondern auch Stärke holen. Die Gegner, die danach warten, haben eine andere Qualität.“ Immerhin müssen sie aber alle nach Delmenhorst.