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Fußball-Bezirksliga Stenum drückt Tur Abdin die Daumen – nur nicht im Derby

Von Daniel Niebuhr und Vera Benner | 06.05.2017, 22:15 Uhr

Fußball-Bezirksligist VfL Stenum hofft auf den Klassenerhalt des SV Tur Abdin – kann die Lage des Nachbarn am Sonntag im Derby aber verschlimmern. Der FC Hude erwartet am gleichen Tag Frisia Wilhelmshaven.

Eigentlich ist Thomas Baake etwas früh dran mit seinem nachbarschaftlichen Zuspruch. Der Trainer des VfL Stenum hat jüngst gestanden, dem SV Tur Abdin im Abstiegskampf der Fußball-Bezirksliga die Daumen zu drücken, einerseits aus Sympathie dem Umfeld gegenüber und andererseits, um nicht auf die Derbys gegen die Delmenhorster verzichten zu müssen. „Das sind ja immer besondere Spiele“, findet er.

Tur Abdin hofft auf Trainerwechsel-Effekt

Zumindest der Zeitpunkt dieses Bekenntnisses ist bemerkenswert, denn am Sonntag laufen Baakes Stenumer ab 15 Uhr eben bei Tur Abdin auf und können die Sorgen des Nachbarn erheblich vergrößern. Der Rückstand der Delmenhorster auf das rettende Ufer ist durch den Last-Minute-Sieg des Hauptkonkurrenten FC Rastede am Mittwochabend auf vier Punkte angewachsen – langsam gehen Tur Abdin die Spiele aus für eine Aufholjagd. Als letztes Mittel trennte man sich in der Woche von Trainer Helmut Klußmann und vertraute die Mannschaft wieder Interimstrainer Daniel Yousef an, der schon in fünf Spielen der Hinrunde auf der Bank aushalf. Kurioserweise hat er mit den sechs Zählern daraus die beste Punktequote der vier Abdin-Trainer in dieser Saison hingelegt – wenn man den einmal eingesprungenen Obmann Edib Özcan mitzählt. „Daniel weiß, was er zu tun hat“, sagt der Vereinsvorsitzende Wahib Yousef.

Tur Abdin noch mit den meisten Spielen

Die Mission ist vor allem: siegen um jeden Preis. Tur Abdin darf noch fünfmal versuchen, das Punktekonto aufzuhübschen, kein Ligarivale hat noch mehr Spiele auszutragen. Allerdings präsentierte sich das Team selten als Einheit, was den scheidenden Coach Klußmann nicht als ersten zur Verzweiflung brachte. Clubchef Wahib Yousef verkündet jedoch: „Die Jungs haben die Botschaft verstanden, sie wissen, worum es geht.“ Er sichert sich aber gleichzeitig auch für den Misserfolgsfall ab: „Ich glaube daran, dass wir es noch schaffen können. Wenn aber nicht, dann werden wir auch wieder aufstehen.“

Stenum-Coach Baake will Spieler sichten

Gegner Stenum wäre ein Klassenerhalt, wie erwähnt, durchaus recht; der VfL wird mit dem Daumendrücken am Sonntagnachmittag aber eine Pause einlegen. „Wir können im direkten Duell keine Schützenhilfe leisten, das muss Tur Abdin schon selbst regeln“, sagt Baake, der mit seiner Mannschaft schon vorzeitig den fünften Platz sichern kann, den kaum jemand vorhergesagt hätte. „Wir sind froh, dass wir nicht unten drin stehen. Dieses Zittern ist furchtbar“, sagt der Trainer. Er will den Saisonendspurt schon nutzen, um noch einige Spieler zu sichten. Gegen Tur Abdin könnten Julian von Weyhe und Mark Gerken zum Einsatz kommen, die zuletzt in der zweiten Mannschaft gespielt hatten.

FC Hude selbstbewusst

Zu den Tur-Abdin-Sympathisanten gehört auch der FC Hude, der allerdings selbst im Abstiegskampf steckt. Trainer Lars Möhlenbrock hat bereits seinen Wunsch kundgetan, dass gerne beide Vereine am Ende drinbleiben, in der Hand hat er natürlich nur das Schicksal seiner eigenen Mannschaft. Am Sonntag will er ab 14.30 Uhr im Waldstadion gegen Frisia Wilhelmshaven den nächsten Schritt tun. „Es wird ein interessantes Spiel“, meint Möhlenbrock, dem der verletzte Baris Sarikaya und der gesperrte Julian Arciszewski fehlen. Der Tabellensechste aus Wilhelmshaven jagt ihm dennoch keine Angst ein: „Wenn man die Rückrundentabelle sieht, sind wir mit Frisia ziemlich gleichauf.“