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Fußball-Bezirksliga SV Baris Delmenhorst im Spaziergang zum Rekordsieg

Von Daniel Niebuhr | 15.10.2017, 21:06 Uhr

Die Bezirksliga-Fußballer des SV Baris Delmenhorst schießen den hilflosen TSV Abbehausen mit 6:0 ab. Devin Isik ist mit vier Toren der Hauptdarsteller.

Die Zuschauer an der Delmenhorster Lerchenstraße wissen, was sich gehört; am Sonntagnachmittag müssen sie aber alle für einen Moment abwesend gewesen sein. Als Devin Isik eine Viertelstunde vor Schluss nach getaner Arbeit das Feld verließ, klatschte niemand – beim Zwischen- und letztlichen Endstand von 6:0 (4:0) gegen den TSV Abbehausen sahen wohl nicht mehr alle ganz genau hin. Der Sprecher rief die Baris-Anhänger über die Lautsprecher gerade noch rechtzeitig zur Ordnung und wies darauf hin, „dass der Mann vier Tore erzielt hat“ – danach bekam Isik doch noch seinen verdienten Applaus.

Isik war damit hauptsächlich für die historische Dimension dieses ansonsten eher langweiligen Fußball-Nachmittags verantwortlich. Das 6:0 gegen hilflose Abbehauser war der höchste Bezirksliga-Sieg der Vereinsgeschichte für Baris und der erste ohne Gegentor, was Trainer Önder Caki besonders freute: „Das schaffen wir nicht oft. 6:0 zu gewinnen, ist ein Ausrufezeichen.“

Erstes Bezirksliga-Saisonspiel ohne Gelbe Karte

Seine Mannschaft wird es im Rest der Saison aber auch selten so einfach haben wie am Sonntag. Abbehausen war ersatzgeschwächt angereist und so chancenlos, dass die Partie schon nach nicht einmal einer halben Stunde entschieden war. Mikael Blümel traf nach 16 Minuten per Flachschuss aus 19 Metern und bediente keine 60 Sekunden später Isik, der den Ball über Abbehausens Torwart Gytis Clausen zum 2:0 ins Netz lupfte.

Die Löcher in der Gäste-Abwehr wurden immer größer – und die Baris-Tore immer schöner. In der 24. Minute hob Isik den Ball aus 22 Metern in den Winkel, zehn Minuten später zog er von rechts nach innen und vollstreckte flach, bei beiden Treffern half der Innenpfosten mit. „Wir hatten mehr Gegenwehr erwartet“, wunderte sich Caki. Passend dazu wurde es das erste Bezirksliga-Spiel der Saison ohne Gelbe Karte.

Kuhn und Lentz kaum vermisst

Viel schwieriger wurde es auch nach dem Wechsel nicht. Isik legte in der 52. Minute gleich das 5:0 nach, wieder war niemand in der Nähe, um ihn daran zu hindern.

Blümel vergab im Anschluss zwei hochkarätige Chancen, holte sich in der 73. Minute aber doch sein zweites Tor ab, als er Clausen aus acht Metern tunnelte. Nach Isiks Auswechslung kurz danach fehlte Baris ein Abnehmer im Zentrum für weitere Tore. „Wir hätten höher gewinnen müssen“, fand Taktgeber Mert Caki, Vater und Trainer Önder Caki nahm es gelassen: „Du kannst nicht 90 Minuten Vollgas geben, wenn du so hoch führst. Es ist normal, dass man irgendwann das Tempo rausnimmt.“

Auch so tobte sich die Baris-Offensive zur Genüge aus. Dabei waren Toptorjäger Dennis Kuhn und Vorlagenkönig Justin Lentz dieses Mal zum Zuschauen verdammt. Wenn sie auch noch dabei gewesen wären, grübelte Caki, „dann wären wir noch öfter vor dem Tor gewesen“. Neuling Baris trennt als Sechster nur ein Punkt von Platz drei, Trainer Caki schaute aber aus alter Gewohnheit lieber nach unten: „Der Abstand auf die Abstiegszone ist schon ordentlich.“ Seit Sonntag sind es stattliche neun Punkte.