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Fußball-Bezirksliga SV Tur Abdin dank Roman Seibel praktisch gerettet

Von Daniel Niebuhr | 22.05.2016, 21:41 Uhr

Roman Seibel trifft dreimal beim 6:0 des SV Tur Abdin gegen den VfL Oldenburg II und sichert den Delmenhorstern in der Fußball-Bezirksliga die Rettung.

Es hatte leicht zu nieseln begonnen gam Sonntagnachmittag, als Stefan Keller den Abstiegskampf um kurz vor 17 Uhr für beendet erklärte. Der Interimstrainer des SV Tur Abdin stand gelassen da in T-Shirt und kurzer blauer Hose – das letzte Bezirksliga-Heimspiel war gerade mit einem noch zu niedrig ausgefallenen 6:0 (4:0) gegen den VfL Oldenburg II zuende gegangen – und sagte: „Ich glaube, wir sind jetzt durch.“

Drei Punkte und zwölf Tore haben die Delmenhorster einen Spieltag vor Schluss Vorsprung auf die Abstiegszone, nach menschlichem Ermessen dürfte die so missratene Saison für den Vorjahres-Dritten also ein versöhnliches Ende nehmen. Für Keller war der inspirierte Auftritt gegen allerdings auch desaströse Oldenburger schon ein Zechen für die Zukunft: „Die Richtung stimmt. Wir haben eine Offensive, die zwei Drittel der Bezirksliga in Schwierigkeiten bringen kann.“

Drei Tore in den ersten sieben Minuten

Es wird ihn freuen, dass die zentrale Figur des Torfestivals vom Sonntag auch in der kommenden Saison für Tur Abdin spielt. Roman Seibel bleibt mindestens ein weiteres Jahr und zeigte gegen die VfL-Reserve einen überragenden Auftritt. Schon nach 120 Sekunden kochte der physisch bärenstarke Angreifer im Zweikampf Gegenspieler Mathes Rakow ab und traf, vier Minuten später bereitete er das 2:0 durch Cemil Yildiz vor. Keine Minute danach stand es nach einem Abstauber von Artjom Prieb schon 3:0, ehe Seibel per Kopf nach einer Ecke des ebenfalls hervorragenden Manuel Celik kurz vor der Pause auf 4:0 erhöhte.

Vorletztes Spiel für Keller als Coach

Die Oldenburger kamen praktisch kaum aus der eigenen Hälfte – und Seibel blieb für sie auch im zweiten Durchgang ein unlösbares Problem. Mit einem Linksschuss gelang ihm in der 62. Minute sein dritter Treffer, später wurde er dann ausgewechselt. Beim 6:0, das Stefan Kulikow nach wunderbarem Pass von Paul Leis erzielte, beließen es die Delmenhorster. Oldenburg konnte froh sein, dass Celik und Simon Tezel bei ihren gefährlichen Abschlüssen in der Schlussphase das nötige Glück fehlte. Tezel hätte schon in der 50. Minute fast für die Szene des Tages gesorgt, als er einen Seitfallzieher ans Lattenkreuz hämmerte. „Wir haben endlich mal unser Potenzial abgerufen“, sagte Seibel. „Wir haben eine gute Mannschaft, vielleicht können wir das in der nächsten Saison öfter zeigen.“ Dann unter einem neuen Trainer, denn Keller wird definitiv mit Saisonende wieder ausschließlich Manager sein. Die Suche nach einem neuen Coach läuft.