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Fussball-Bezirksliga SV Tur Abdin gewinnt Derby gegen FC Hude mit 2:1

Von Klaus Erdmann | 11.09.2016, 22:12 Uhr

Ein Treffer in der 90. Minute entschied das Bezirksliga-Derby: Johannes Artan traf am Sonntag für den gastgebenden SV Tur Abdin Delmenhorst zum 2:1 und schoss den FC Hude damit auf einen Abstiegsplatz. Die Gäste werden künftig von Lars Möhlenbrock trainiert.

„Zehn Minuten zuvor hatte ich mir schon überlegt, was ich euch bei einem Unentschieden sage.“ Mit diesen Worten nahm Stefan Keller, Cheftrainer der Fußballer des SV Tur Abdin, nach dem Bezirksliga-Derby seiner Mannschaft gegen den FC Hude die Pressevertreter in Empfang. Er hätte, ergänzte er, auf die „Leichtfertigkeit des Seins“ verwiesen. Johannes Artan war Schuld daran, dass Keller seinen vorbereiteten Kurztext ad acta legen konnte, denn Delmenhorst entschied das nachbarschaftliche Treffen mit 2:1 (1:1) für sich – durch einen Treffer des mittlerweile achtmal erfolgreichen Torjägers in der 90. Minute.

Lars Möhlenbrock wird neuer Trainer des FC Hude

Die Folge: Der Gastgeber verbesserte sich durch seinen zweiten Dreier in Folge auf Position zwölf. Die Huder fielen auf den 15. und ersten Abstiegsplatz zurück. Nach der Partie gab Vereinsvorsitzender Peter Burgdorf bekannt, dass Lars Möhlenbrock, der am Sonntag noch beim 5:1 des TuS Vielstedt gegen den SC Colnrade (1. Kreisklasse) auf der Bank saß, die Nachfolge von Steffen Janßen antritt. Janßen, so teilte der FCH am Donnerstag mit, wurde nach nur fünf Spielen entlassen. Möhlenbrock, sagte Burgdorf ferner, leite am Dienstag sein erstes Training in Hude.

Kampfbetontes Derby

120 Zuschauer erlebten am Sonntag im Stadion ein kampfbetontes Derby. In der 8. Minute nahm Artan seinem Gegenspieler Torben Hellemann den Ball ab, setzte den Distanzschuss jedoch neben das Gehäuse. In der 15. Minute vergab Lukas-Josef Matta eine Tur Abdin-Chance, und fünf Minuten später klärte der weit aus seinem Tor geeilte Thorben Riechers vor dem Huder Torben Liebsch. In der 26. Minute missriet Hellemann ein Klärungsversuch. Artan nutzte den Fehler zum 1:0. In der 38. Minute kam Liebsch vor Riechers an den Ball und markierte den Ausgleich.

In den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte gab es keine Highlights. Dann ging es munter zu. In der 57. Minute verpasste Manuel Celik die Führung und vier Minuten später rettete Hellemann vor der Linie, nachdem Hudes Torwart Philipp Witte gegen Artjom Prieb pariert hatte. In der 62. Minute musste Riechers erneut einen Ausflug unternehmen, um vor Maik Spohler zu klären. Nach 73 Minuten traf Ole Schöneboom den Ball nicht voll und Riechers konnte parieren. In der 82. Minute hätte Hellemann den Verlauf auf den Kopf stellen können, doch der Schuss des frei vor Riechers auftauchenden Huders prallte vom Pfosten ins Feld zurück.

Artan trifft

In der 90. Minute fiel die Entscheidung: Roman Seibel schoss aus kurzer Distanz Witte an, der Ball kam zu Artan und dieser lenkte das Spielgerät humorlos ins Netz. Die Abwehr des Gastes wirkte in dieser Szene nicht entschlossen genug. In der vierten Minute der Nachspielzeit verfehlte Schöneboom das Ziel.

Keller lobte die Elf dafür, dass sie „bis zum Umfallen gekämpft“ habe. „Aber sie hätte es sich einfacher machen können. Bei den Chancen waren wir nicht ruhig genug“. FCH-Interimstrainer Kolja Winkler sagte: „Das ist bitter. Unterm Strich hätten wir mit einem Punkt zufrieden sein können. Mit etwas Glück geht der Pfostenschuss rein, aber Glück muss man sich erarbeiten.“ Beim 1:2 habe man nicht nah genug am Mann gestanden.