Ein Angebot der NOZ

Fußball-Bezirksliga Trainer Baake tobt nach 1:1 des VfL Stenum

Von Daniel Niebuhr | 14.08.2016, 20:31 Uhr

Trainer Thomas Baake geht mit seinen Bezirksliga-Fußballern des VfL Stenum nach dem 1:1 gegen GVO Oldenburg hart ins Gericht: „Manchenehmen das hier nicht ganz ernst.“

Zum Schluss musste auch noch das Kaugummi dran glauben. 90 Minuten lang war es von Thomas Baake malträtiert worden, kurz vor dem Abpfiff feuerte der Trainer es am Sonntag wütend in die Büsche am Stenumer Kirchweg – etwas anderes zum Werfen hatte er gerade nicht zur Hand. Baake, so viel darf man sagen, war heiß gelaufen während des Spiels gegen GVO Oldenburg, wirklich abgekühlt war der Coach des VfL Stenum auch nach dem 1:1 (0:1) erst einmal nicht. „Ein katastrophales Spiel“ habe er gesehen, fauchte er, „eine Anhäufung von Fehlern und Fehlentscheidungen“. Man konnte sich ausmalen, was sich seine Spieler danach im obligatorischen Mannschaftskreis nach der Partie würden anhören müssen.

„Platz elf kann nicht mein Anspruch sein“

Selten hatte man Baake so kritisch mit seinem Team erlebt wie an diesem Nachmittag, die Schelte fiel vielleicht ein wenig heftig aus. Tatsächlich hatte der Fußball-Bezirksligist die 150 Zuschauer mit einem ungewohnt phlegmatischen Auftritt phasenweise entnervt, allerdings reichte es gegen einen gut organisierten Gegner trotzdem irgendwie zu einem Punkt. Baake, das war nicht zu übersehen, reichte das nicht: „Wenn wir so spielen, gurken wir irgendwo um Platz elf rum. Damit sind manche vielleicht zufrieden, mein Anspruch kann das nicht sein.“

Früher Rückstand nach Missverständnis

Kurioserweise fuhr auch der Gegner nicht glücklich nach Hause, GVO-Trainer Marco Elia gab zu verstehen, „nicht ganz zufrieden“ zu sein; vermutlich wusste er, dass der Zeitpunkt für einen Sieg in Stenum selten so günstig gewesen war. Die Gäste gingen schon nach drei Minuten durch Dennis Tinter in Führung, der ein Abstimmungsproblem zwischen VfL-Torwart Marco Scheffler und seinen Vorderleuten nutzte. Tinter blieb bis zum Schluss der gefährlichste Mann auf dem Platz, er allein hatte in der ersten Hälfte mehr Offensivaktionen als die gesamte Stenumer Elf, die nur eine Chance zustande brachte: Waldemar Kelm wurde in der 28. Minute von Rouven Heidemann freigespielte, schoss aber genau auf GVO-Torwart Lasse Dworczak. Ansonsten landeten die häufig aus der eigenen Hälfte geschlagenen Bälle, die die Oldenburger mit einem dichten Mittelfeld erzwangen, bei den GVO-Verteidigern oder im Aus.

Ausgleich durch Stetinger

Hätte Tinter die Kugel in der 59. Minute nicht frei vor dem Tor verstolpert, wären die Gäste wohl auch als Sieger vom Platz gegangen. Die einzige der unzähligen langen VfL-Flanken, die wirklich gefährlich war, führte dann in der 66. Minute zum Ausgleich: Jonas Dittmars Ball landete auf dem Kopf von Viktor Stetinger, der am zweiten Pfosten unbehelligt einköpfte. GVO verließ danach der Mut, Stenum dagegen hatte keine Mittel, das Spiel komplett zu drehen. Der VfL machte zwar, angetrieben von einem immer lauter werdenden Baake in der Coaching-Zone (jedenfalls größtenteils), immer mehr Druck, kam einem zweiten Tor aber erst am dichtesten, als Dworczak ein Schuss von Helge Petershagen fast von der Torauslinie durch die Finger rutschte – ein Oldenburger klärte vor der Linie.

„So können wir nicht weitermachen“

Ein Sieg, fand Baake, wäre auch nicht verdient gewesen: „Wir waren in allen Mannschaftsteilen sehr schlecht. Es war keiner da, der mal einen Ruck durch die Mannschaft hätte bringen können.“ Das, kündigte er an, würde nicht ohne Konsequenzen bleiben: „Einige Verletzte kommen bald zurück, dann habe ich mehr Möglichkeiten. Es wird auch langsam Zeit, denn so können wir nicht weitermachen.“ Die beim 3:0-Auftaktsieg beim STV Wilhelmshaven gesendeten Anzeichen dafür, dass der fünfte Platz aus der Vorsaison kein Zufallsprodukt war, sieht Baake nach der gestrigen Vorstellung schon widerlegt. „Manche nehmen das nicht ganz ernst“, schimpfte er. „Vielleicht muss man noch einmal genau schauen, wer für die Bezirksliga bereit ist.“