Ein Angebot der NOZ

Fußball-Bezirksliga Tur Abdin führt kurz vor Schluss – und gewinnt doch nicht

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 19.11.2017, 18:18 Uhr

Sie bleiben zu Hause weiter ungeschlagen, doch zufrieden waren die Bezirksliga-Fußballer des SV Tur Abdin Delmenhorst nach dem 1:1 (0:0) gegen GVO Oldenburg trotzdem nicht. Aus gutem Grund: Abdin verspielte in der Schlussminute noch seine 1:0-Führung.

Seine Spieler schlichen nach einer turbulenten Schlussphase zerknirscht vom Platz, Christian Kaya dagegen ging direkt nach dem Abpfiff schon in seine sachliche, aber durchaus kritische Analyse über. „Die zweite Halbzeit war von uns eine absolute Katastrophe. Meine Spieler brauchen die Schuld für das Ergebnis nicht woanders suchen, sondern müssen sich selbst hinterfragen, warum sie so eine Leistung gezeigt haben“, sagte der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Tur Abdin Delmenhorst gestern über das 1:1 (0:0) seiner Mannschaft am Sonntagnachmittag gegen GVO Oldenburg, das vor allem nach dem Seitenwechsel viel fußballerische Magerkost bot.

Dabei waren die Aramäer trotz einer mäßigen Leistung dicht dran am achten Saisonsieg. Denn zwei Minuten vor dem Spielende ging der SVT mit 1:0 in Führung. Danyel Akyol wurde im Strafraum von Lasse Uber gefoult. Mit dem fälligen Elfmeter scheiterte Manuel Celik zunächst an GVO-Torwart Lasse Dworczak, doch im Nachschuss brachte der Offensivmann den Ball noch über die Linie. Die Freude darüber währte aber nicht lange. In der Schlussminute kam Hendrik Ramke nach einem langen Ball im Abdin-Strafraum freistehend an den Ball und der Ex-Vielstedter ließ sich die Chance auf den Ausgleich nicht entgehen.

„Es ist für mich unverständlich, wie GVO den Ball so hinter unsere Abwehr spielen kann“, schüttelte Coach Christian Kaya über die „Abstimmungsprobleme“ in seiner Defensive den Kopf. Wenig später pfiff der gute Schiedsrichter Tim Otten (VfR Wardenburg) die Begegnung ab.

Bis auf die Schlussphase wurden die 90 Zuschauer, darunter fast die komplette Mannschaft des SV Baris, beim nass-kalten Wetter im Düsternorter Stadion selten mit Höhepunkten erwärmt. Im ersten Durchgang war Tur Abdin um Spielkultur bemüht und hatte dank seiner technischen Vorteile mehr Ballbesitz. Manuel Celik hatte zudem zwei Mal das 1:0 auf dem Fuß (9./36.).

Die zweite Halbzeit mutiert zum echten Langweiler

Auf der Gegenseite hätten die gefährlichen Oldenburger Spitzen Jonas Brüggemann (14., Ehsani Tabar hält klasse) und Aleksandar Sukalo (37.) die Gäste in Führung bringen müssen. Und ansonsten? Gab es viel Leerlauf auf beiden Seiten, wenngleich Kaya fand, „dass wir das im ersten Durchgang gar nicht mal so schlecht gemacht haben“.

Die zweite Halbzeit war dagegen lange Zeit ein echter Langweiler. Vor allem im Spielaufbau hatten die Aramäer große Probleme. „Ich weiß auch nicht, was uns da teilweise geritten hat“, schimpfte Kaya. Die Gastgeber spielten hektisch und unsauber nach vorne, weshalb die Aramäer kaum einmal gefährlich vors Gästetor kamen – auch, weil mögliche vielversprechende Ansätze in der Offensive auf Grund schlechter Zuspiele gleich verpufften.

Kaya wünscht sich mehr Konstanz

Das Fehlen von Spielgestalter Can-Dennis Blümel machte sich besonders in den zweiten 45 Minuten bemerkbar. „Mit seiner Qualität hätte Can uns sicherlich mehr Struktur im Spielaufbau verliehen“, räumte auch Kaya ein, wollte das aber nicht als Hauptgrund für die schlechte zweite Halbzeit geltend machen. „Wir müssen es schaffen, über 90 Minuten konstant zu spielen. Da fehlt uns noch etwas. Das werden wir im Training auch ansprechen.“ Und GVO? Die Remis-Könige der Liga (jetzt sieben Mal unentschieden) verteidigten clever und hatten nach der Pause auch die ersten drei Möglichkeiten (55./70./81.).

Als alles schon nach einem 0:0 roch, ebnete Akyol mit seinem bereits vierten in dieser Saison herausgeholten Strafstoß den Weg zur Abdin-Führung. Doch nach dem Schlusspfiff gab es trotzdem lange Gesichter bei den Aramäern.