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Fussball-Bezirksliga VfL Stenum besiegt FC Hude mit 6:1

Von Lars Pingel | 12.03.2017, 20:05 Uhr

Die Fußballer des VfL Stenum haben das Bezirksliga-Derby gewonnen: Sie feierten am Sonntag einen 6:1 (4:0)-Heimsieg über den FC Hude.

Der Blick von Thomas Baake und Lars Möhlenbrock ging kurz nach dem Schlusspfiff des Derbys schon in die Zukunft. Die Stimmung der beiden Trainer war allerdings grundverschieden. Baake, der am Sonntag am Kirchweg mit den Fußballern des VfL Stenum einen 6:1 (4:0)-Heimsieg über den FC Hude gefeiert hatte, war natürlich hochzufrieden. „Wir haben ein Zeichen gesetzt. Wir wollen bis zum Saisonende dort bleiben, wo wir sind“, sagte der Trainer des Fünften der Bezirksliga-Tabelle. Der geknickte Möhlenbrock teilte seine Analyse trotz der Schlappe in zwei Teile. „Die erste Halbzeit war eine Katastrophe, die ersten 30 Minuten waren nicht einmal kreisligatauglich“, sagte der Coach des abstiegsgefährdeten FCH. „Die zweite Halbzeit war spielerisch aber okay. Darauf müssen wir aufbauen.“

VfL führt nach vier Minuten mit 2:0

Die Stenumer waren hellwach in das Spiel gegangen, die Huder nicht. Genau 83 Sekunden waren gespielt, da versetzte der Stenumer Marc-André Klahr auf der linken Seite seine Gegenspieler, passte den Ball flach in den Strafraum, in dem Julian Dienstmaier mit Abstand die größten Ambitionen zeigte, ihn zu erreichen: 1:0. Keine zwei Minuten später nahm der VfL den Hudern den Ball im Mittelfeld ab, erneut trug er seinen Angriff über die linke Seite vor. Dort setzte sich Bastian Morche durch, wieder kam der Ball flach in den Huder Strafraum, wieder war Dienstmaier zur Stelle: 2:0 (4. Minute). „Das hat Julian überragend gemacht“, lobte Baake seinen Rechtsaußen, der jeweils in die Mitte gerückt war. „Zweimal das selbe Tor, das darf nicht passieren“, haderte Möhlenbrock.

„Mit dem 2:0 haben wir die Richtung vorgegeben“, stellte der VfL-Trainer fest. „Wir hatten uns richtig auf das Spiel gefreut. Es war unser erstes Heimspiel 2017, die Bedingungen waren perfekt und die Frage nach dem Schiedsrichter war schnell geklärt, sodass auch das keine weitere Unruhe mehr gab“, erklärte der VfL-Trainer den Traumstart seiner Elf. Marco Reuschler leitete die Partie mit den Assistenten Sebastian Ahlers (beide VfL Stenum) und Frank Radzanowski (FC Hude) – und das gelang ihm gut.

Stenumer gewinnen fast alle Zweikämpfe

Die Huder hätten sich den Schock der frühen Gegentreffer fast schnell aus den Trikots geschüttelt. Doch Ole Schöneboom traf in der siebten Minute mit seinem 18-Meter-Schuss nur den Innenpfosten, von dort prallte der zu VfL-Torwart Niklas Kuschkowitz. Dessen Vorderleute bestimmten fortan das Geschehen. Der VfL störte mit drei Spielern das Aufbauspiel des FCH weit in dessen Hälfte. Das zeigte bei den in dieser Phase allerdings auch zögerlich und verunsichert spielenden Hudern Wirkung. Sie verloren den Ball oft noch vor oder kurz hinter der Mittellinie – auch weil die Stenumer entschlossener auftraten und fast alle Zweikämpfe gewannen. Die VfLer nutzten das, um sich mit Steilpässen viele Chancen zu erspielen. Eine davon verwertete Lennart Höpker (19.). Nach einer langen, hohen Vorlage von Kuschkowitz setzte er sich gegen FCH-Torwart Christopher Schnake durch, traf das Leder dann aber nicht voll. Dem Huder Torben Hellemann gelang es allerdings nicht, diesen noch von der Linie zu kratzen. Der Treffer von Torben Würdemann, der den Ball nach einem Freistoß von Dienstmaier mit einer Kopfball-Bogenlampe ins FCH-Netz beförderte (29.), markierte das Ende des 30-minütigen FCH-Albtraums.

Julian Dienstmaier trifft zum dritten Mal

Für die folgenden 60 Minuten fing sich der FCH ein Kompliment von Baake ein. „Was ich gut finde, ist, dass Hude immer aktiv geblieben ist“, sagte er. Schon in der 33. Minute war FCH-Stürmer Julian Arciszewki mit einem Kopfball am gut reagierenden VfL-Keeper Kuschkowitz gescheitert. Das Engagement der Gäste habe dazu geführt, dass sich sein Team auf dem Vorsprung nie ausruhen konnte. „Wir haben das gut gemacht“, lobte Baake dann auch seine Spieler, die den Hudern nach der Pause bewusst mehr Spielanteile ließen, auf Konter lauerten und damit immer wieder gefährlich und zweimal auch erfolgreich waren. Einen starken Diagonalpass von Höpker verwertete Dienstmaier (66.). Nach einer schönen Kombination über Morche und den eingewechselten Waldemar Kelm bestrafte Höpker die zaudernde FCH-Abwehr (77.). „Wir haben in der Vorwärtsbewegung viel richtig gemacht“, sagte Baake.

Zwei FCH-Spieler verletzt

Die Huder hatten zuvor ordentlich mitgespielt, waren aber gegen die im zweiten Abschnitt konzentrierter agierende VfL-Defensive zunächst zu keiner wirklich klaren Chance gekommen. Das brachte Baake dazu, ein Sonderlob an seine Innenverteidiger zu verteilen. „Daniel Isenberg, der zum ersten Mal seit langem von Anfang an gespielt hat, war der Leader. Zusammen mit Torben Würdemann hat er das fantastisch gelöst.“ Der späte Treffer, den Arciszewski mit einem Foulelfmeter erzielte (89., Kevin Gerlach hatte Jannik Meyer gefoult), war schließlich der verdiente Lohn für die nie nachlassenden Bemühungen der Huder, die in der Nachspielzeit fast noch mehr Ergebniskosmetik betrieben hätten. Doch Alexander Schmidt scheiterte am starken Kuschkowitz (90. +3).

„Wir haben wieder Lehrgeld gezahlt“, meinte Möhlenbrock, der sich über viele leichte Fehler seiner Spieler ärgerte. Und er bedauerte, dass zwei verletzungsbedingte Auswechslungen, seine taktischen Überlegungen, das Ergebnis vielleicht freundlicher zu gestalten, störten. Der in der 37. Minute eingewechselte Torben Liebsch musste den Platz schon in der 52. Minute wieder verlassen, auch Hellemanns Auswechslung (75.) war nicht geplant.