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Fußball-Bezirksliga VfL Stenum feiert 4:1-Heimsieg über SV Tur Abdin

Von Lars Pingel | 04.10.2015, 23:48 Uhr

Die Bezirksliga-Fußballer des VfL Stenum haben an diesem Sonntag einen 4:1 (2:0)-Heimsieg über den SV Tur Abdin gefeiert. Andree Höttges, Trainer der Delmenhorster, redete seinem Team direkt nach der Partie ins Gewissen. Die Stenumer freuten sich über eine starke Leistung.

Andree Höttges setzte sofort nach dem Schlusspfiff eine Mannschaftssitzung an. Noch vor dem Duschen wollte der Trainer der Bezirksliga-Fußballer des SV Tur Abdin an diesem Sonntag mit seinen Spielern über das 1:4 (0:2) beim VfL Stenum reden. Warum? „Ich habe in den vergangenen Wochen immer wieder darüber gesprochen, dass ich eine andere Meinung zur Trainingsbeteiligung, zur Einstellung und zur Vorbereitung auf ein Spiel habe.“ Vor allem mangelnde Einsatz- und Laufbereitschaft seien die Gründe für die Pleite gewesen. „Man muss es so hart sagen, aber das, was wir, mit Ausnahme von Paul Leis, Artjom Prieb, Torwart Marc Ibrahim und, mit Abstrichen, Michael Sen, geboten haben, hatte nicht einmal Kreisligaformat“, schimpfte Höttges.

Tur Abdin findet nie richtig ins Spiel

„Ich kenne die Mannschaft aber anders“, erklärte er. In Partien gegen höher eingeschätzte Teams präsentiere es sich konzentriert und entschlossen, doch in Spielen, in denen zuerst das Zweikampf-Verhalten entscheide, versage es. „Ich weiß, woran das liegt.“ Er erwartet, dass sich die Art und Weise wie seine Mannschaft Punktspiele angeht, künftig wieder mit seinen Vorstellungen deckt. Wenn es aber so weiter läuft wie zuletzt, werde er Konsequenzen ziehen, kündigte Höttges an.

Höttges‘ Team fand nie wirklich ins Spiel. Nur nach dem 1:2 von Prieb (56. Minute) war Tur Abdin kurz auf Augenhöhe, erspielte sich allerdings keine Chance. Torben Würdemann (7.) und Viktor Stetinger (12.) hatten den VfL in Führung gebracht. Nach Stetingers zweitem, wunderbar herausgespieltem Tor (70.) kam dieser nicht mehr in Schwierigkeiten. Julian Dienstmaier setzte dem starken Auftritt in der Nachspielzeit das Sahnehäubchen auf, indem er einen Freistoß aus 20 Metern in den linken oberen Winkel zimmerte (90. +2).

Stenum schiebt Abwehr weit nach vorn

Die VfL-Spieler waren hochmotiviert, das Team gut eingestellt. Es schob seine Abwehr nach vorn, schon Mitte der eigenen Hälfte traf Abdin auf eine Dreier- oder gar Viererkette, in der es oft den Ball verlor. „Wir wussten, dass wir sie nicht spielen lassen dürfen“, erklärte VfL-Trainer Thomas Baake. „Wir wollten schon im Mittelfeld Zweikämpfe gewinnen.“

Zwei Tore nach Standardsituationen

Auf die Siegerstraße brachten sich die Stenumer mit zwei Standards. Auch auf diese habe er in der Vorbereitung Wert gelegt, erklärte Baake. Bei der Beobachtung des Gegners habe er gesehen, dass dieser zu verunsichern sei. Baake bekam Recht. Erst bediente Dienstmaier per Freistoß von halblinks Würdemann, der freistehend einköpfte. Dann traf Marc-André Klahr mit einem Freistoß aus 19 Metern den Pfosten, Stetinger war der einzige, der reagierte.

Roman Seibel trifft Pfosten

Die Delmenhorster spielten zu kompliziert, waren zu wenig in Bewegung. Nur einmal lief der Ball schnell durch die Reihen. Das brachte ihnen die einzige Chance vor der Pause. Nach einer Flanke von Daniel Eckert köpfte Roman Seibel den Ball an den Pfosten.

Nach Wiederanpfiff war die Partie zunächst offener, die Stenumer hatten aber die besseren Chancen. Sie hätten sich die unruhigere Phase sogar ersparen können, doch Helge Petershagen scheiterte 45 Sekunden nach dem 1:2 an Ibrahim (57.). So durfte Tur Abdin noch 13 Minuten lang auf eine Wende hoffen.

VfL-Trainer lobt seine Spieler

„Das 4:1 war verdient“, fand Baake. „Wie sich die Spieler untereinander geholfen haben, war grandios. Mit so einer Partie haben wir gezeigt, dass wir in die Liga gehören.“ Der VfL ist seit vier Spielen unbesiegt, hat in diesen zehn Punkte geholt und schob sich auf Rang neun vor. Abschließend warnte Baake dann aber auch noch: Nur über diese Geschlossenheit könne sein Team auch in Zukunft erfolgreich sein.