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Fußball-Bezirksliga VfL Stenum ohne Gnade gegen geschwächte Obenstroher

Von Daniel Niebuhr | 16.05.2016, 22:04 Uhr

Fußball-Bezirksligist VfL Stenum dominiert den ersatzgeschwächten Tabellenzweiten TuS Obenstrohe beim 3:1 deutlich.

Oft erzählen die Bilder am Rande die Geschichte eines Fußballnachmittags ja am treffendsten; besonders, wenn es auf dem Feld nicht mehr um allzu viel geht. Gestern sagte am Stenumer Kirchweg ein Blick auf die Coachingzonen in der zweiten Hälfte fast alles über das Bezirksligaspiel des VfL Stenum gegen den TuS Obenstrohe: Während VfL-Trainer Thomas Baake entspannt in Trainingsjacke und Stenum-Schal vor seiner gut gefüllten Auswechselbank herumdirigierte, musste sein Kollege Rainer Kocks sich in kurzer Hose und Trikot warmlaufen – für den Fall, dass er auch noch ran muss. Sein Saisondebüt blieb dem 46-Jährigen erspart, die fünfte Saisonniederlage nicht: Die Stenumer bezwangen das letzte Obenstroher Aufgebot locker mit 3:1 (2:0) und sicherten sich zwei Spieltage vor Schluss bereits mindestens Platz fünf in der Abschlusstabelle.

„Wir sind noch heiß, andere nicht.“

Baakes Mitleid für die schwachen Gäste, die immerhin um die Vizemeisterschaft mitspielen, hielt sich verständlicherweise in Grenzen. „Was der Gegner macht, interessiert mich nicht“, stellte der Stenumer Coach klar und brachte den Unterschied an diesem Tag auf den Punkt: „Wir sind noch heiß, andere Mannschaften nicht. Man hat richtig gesehen, dass wir irgendwann ihren Willen gebrochen haben.“

55-Jähriger bei Obenstrohe dabei

Realistische Chancen auf einen Sieg hatte Obenstrohe aber nie, zu griffig waren die Stenumer mit ihrem cleveren Pressing. Flanke um Flanke köpften die Gäste in der Anfangsphase aus ihrem Strafraum, ehe sie in der 27. Minute einmal zu weit aufrückten und Stenum sofort zuschlug. Nach einem langen Pass klärte TuS-Torwart Tim Stahl nicht konsequent, Julian Dienstmaier lupfte den Ball über ihn hinweg zur Führung. Eine Minute vor der Pause legte der VfL nach. Erst parierte Torwart Marco Scheffler die größte Obenstroher Chance von Thorge Zwick, im Gegenzug legte Dienstmaier Helge Petershagen dann das 2:0 auf. Auffälligste Obenstroher Szene der ersten Hälfte war die Einwechslung des 55-jährigen Dierk Nattke in der 36. Minute, der danach noch zu den auffälligsten Gäste-Spielern gehörte. „Ich habe keine Leute, was soll ich machen?“, erklärte Kocks.

Dienstmaier mit einem Tor und zwei Vorlagen

Nur die sich einschleichende Stenumer Lässigkeit sorgte zwischenzeitlich für leichte Spannung, als laxes Abwehrverhalten bei einem langen Ball TuS-Angreifer Adnan Ramani in der 57. Minute den Anschlusstreffer ermöglichte. Eine Viertelstunde später stellte Viktor Stetinger nach einem Querpass des wieder einmal herausragenden Dienstmaier den alten Abstand wieder her. Sauer stieß Baake nur die Schlussphase auf, in der sein Team in Aussicht eines noch höheren Sieges die Ordnung verlor: „Da will jeder noch mal schießen, das war nicht so gut. Ansonsten haben wir voll überzeugt.“