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Fussball-Bezirksliga VfL Stenum setzt Serie fort

Von Lars Pingel | 14.04.2017, 19:26 Uhr

Die Bezirksliga-Fußballer des VfL Stenum sind nach dem 2:2 (1:0) im Nachholspiel bei Eintracht Wiefelstede seit zehn Spielen unbesiegt. An diesem Samstag, 15. April, empfangen sie den Spitzenreiter, den Heidmühler FC, am Kirchweg.

Thomas Baake hatte es geahnt. „Das wird schwer“, sagte der Trainer der Bezirksliga-Fußballer des VfL Stenum am Donnerstagabend kurz vor dem Anpfiff des Nachholspiels bei Eintracht Wiefelstede. In den folgenden 96 Spielminuten wurde seine Ahnung wahr. „Man hat gesehen, dass wir noch nicht ganz so weit sind“, sagte Baake über das 2:2 (1:0) beim Tabellenzehnten. Sein Team hatte gegen eine geschickt verteidigende Eintracht über weite Phasen zu ungeduldig agiert. Der VfL war durch Bastian Morche (40.) und Julian Dienstmaier (59.) dennoch zweimal in Führung gegangen, der starke Eintracht-Stürmer Julian Hellbusch glich allerdings jeweils aus (56., 67.). „Ich hätte mir nach dem 2:1 schon gewünscht, dass wir das ruhiger runterspielen“, erklärte Baake. „Die Wiefelsteder haben nur auf unsere Fehler gewartet. Sie haben sich in der zweiten Halbzeit aber auch in das Spiel gebissen.“ Damit hatten sie sich das Remis durchaus verdient, fand der VfL-Trainer. Aber: „Den Punkt nehmen wir gerne mit. Mehr war nicht drin. Es ist schön, dass unsere Serie gehalten hat.“ Stenum ist nun schon seit zehn Spielen unbesiegt.

Baake fand dann noch einen anderen Grund, warum er sehr zufrieden auf die Partie zurückblickte: Lukas Schwieters feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback im VfL-Team. Er wurde kurz vor Schluss eingewechselt (89.). „Das freut mich ganz besonders“, sagte der Trainer.

VfL empfängt am Samstag den Spitzenreiter

Bereits am Samstag, 15. April, ab 15 Uhr sind die Stenumer wieder gefordert – und zwar mächtig. Dann treffen sie auf ihrem Platz am Kirchweg auf den souveränen Spitzenreiter, den Heidmühler FC. Baake wird seine Defensivformation umstellen müssen, denn Innenverteidiger Marten Michael und Außenabwehrspieler Kevin Gerlach fallen aus. Es sind aber auch drei Akteure wieder dabei, die in Wiefelstede fehlten: Helge Petershagen, Daniel Isenberg und Rouven Heidemann. „Wir werden eine gute Mannschaft aufs Feld bekommen“, sagte Baake: „Es wäre super, wenn wir auch den Dreh kriegen, ein starkes Spiel abzuliefern.“

Wiefelstede lauert auf Konter

In Wiefelstede traf der VfL auf eine Mannschaft, die von ihrem Trainer Mario Anderer eine Defensiv-Taktik verordnet bekommen hatte. Die Eintracht zog sich, wenn die Stenumer in Ballbesitz waren, in einer 4:5:1-Formation in die eigene Hälfte zurück. Diszipliniert und mit viel Laufarbeit machten die Gastgeber dort die Räume eng. Die Offensivaktionen waren darauf ausgerichtet, die schnellen Hellbusch und Lars-Henrik Dieball mit Steilpässen in gute Positionen zu bringen. Das gelang schon in der Anfangsphase zweimal, doch Hellbusch scheiterte am gut reagierenden VfL-Torwart Niklas Kuschkowitz (8., 21.).

Bastian Morche trifft nach tollem Solo

Die Stenumer brauchten ein wenig Zeit, ehe sie auf Betriebstemperatur kamen. Sie gingen dann entschlossener in die Zweikämpfe, bekamen so das Wiefelsteder Konterspiel in den Griff. Das VfL-Team hatte fortan deutlich mehr Ballbesitz, schlug daraus aber nur wenig Kapital, da es überhastet agierte. Der Ball wurde oft zu früh lang und hoch in Richtung Strafraum geschlagen. Dort blieb er zumeist in der Eintracht-Abwehr hängen. Daher blieb ein Freistoß von Dienstmaier, den er fast von der rechten Außenlinie und etwa fünf Meter hinter der Mittellinie an den Pfosten schoss, lange das einzige Ausrufezeichen. Bis sich Morche ein Herz fasste. Er kam im Mittelfeld an den Ball, ließ mehrere Wiefelsteder aussteigen und traf aus zwölf Metern unhaltbar in die lange Ecke (40.). 120 Sekunden später spielte Morche dann Höpker frei, der jedoch knapp vorbei schoss.

Stenum wird kalt erwischt

Nach der Pause kombinierte der VfL besser, setzte mehr auf flache, kurze Pässe und erzeugte so mehr Druck. Höpker scheiterte an VfL-Torhüter Tammo Rothe (51.). Dann wurden die Stenumer aber von einem Steilpass kalt erwischt. Dieball kam nach dem Missverständnis in der VfL-Abwehr an den Ball und im Zweikampf mit Torben Würdemann zu Fall. „Das müssen wir besser verteidigen“, sagte Baake. „Den Elfmeter kann man geben.“ Hellbusch verlud Kuschkowitz (56.).

Taumpass von Waldemar Kelm

Die Stenumer waren aber nicht geschockt. Waldemar Kelm gelang nur wenig später eine Vorlage, für die das Wort „Traumpass“ erfunden worden war. Er bediente damit Dienstmaier, der dem Zuspiel mit einem Flachschuss das angemessene Sahnehäubchen aufsetzte: 2:1 (59.). Der starke Morche hätte nach einem Dienstmaier-Pass die beste Phase der VfLer krönen können, scheiterte aber an Rothe (65.). Und so kostete die nächste Unaufmerksamkeit den VfL zwei Zähler. Nach einem Eintracht-Konter hatte Jan Fehler vor dem VfL-Strafraum viel zu viel Platz. Dem Wiefelsteder rutschte der Ball zwar über den Spann, doch Hellbusch reagierte als einziger. Er erreichte ihn noch im Fünfmeterraum und traf aus spitzem Winkel (67.).

Viele Chancen in der Schlussphase

In der spannenden Schlussphase und vor allem in der fünfminütigen Nachspielzeit hatten beide Teams noch einige gute Chancen. Der Wiefelsteder Hellbusch setzte eine Kopfball-Bogenlampe aufs Lattenkreuz (82.). Für den VfL kamen Kelm (90.+2) und Würdemann (90.+4), dessen Kopfball knapp übers Tor ging, einem Treffer am nächsten.

Die letzte Aktion der Partie sorgte bei den Gastgebern für Verärgerung. VfL-Abwehrspieler Marten Michael war im Strafraum in eine Flanke von Christoph Oltmanns gegrätscht. Die Wiefelsteder hatten ein Handspiel gesehen und forderten energisch einen Elfmeterpfiff. Der blieb aber aus. Stattdessen pfiff Schiedsrichter Fabian Becker ab.