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Fußball-Bezirksliga VfL Stenum verschenkt gegen Eintracht Wiefelstede den Sieg

Von Daniel Niebuhr | 28.08.2016, 21:55 Uhr

Eine Ecke bringt die Bezirksliga-Fußballer des VfL Stenum gegen Eintracht Wiefelstede um den Lohn der Arbeit. Julian Dienstmaiers Traumtor reicht so nur für ein 1:1 gegen kampfstarke Gäste.

Die Frage des Nachmittags konnte auch Thomas Baake nicht beantworten. Was da in der 89. Minute bei der letzten Ecke des Fußball-Bezirksligaspiels gegen Eintracht Wiefelstede los war, das sei unerklärlich, sagte der Trainer des VfL Stenum. Einen Ball hätte seine Defensive noch verteidigen müssen, „und da werfe ich mich rein mit aller Macht, auch wenn das Auge danach blau ist“.

Weil es dazu aber nicht kam, stand Wiefelstedes Fabian Laue eine Minute vor dem Ende im Stenumer Strafraum ziemlich einsam und köpfte besagte Ecke unbedrängt ein – und Baake und seine Spieler mussten mit einem 1:1 (0:0) leben, das sich schwer nach Niederlage anfühlte. „Nach diesem Spielverlauf kann ich mit dem Unentschieden nicht zufrieden sein“, stellte der VfL-Coach fest. Seine Spieler, die nach dem Schlusspfiff auf den Rasen zusammensanken, sicher auch nicht.

Stenum feldüberlegen, aber nur mit wenigen Chancen

Wiefelstede reichte diese eine Aktion, um auch im vierten Spiel unbesiegt zu bleiben; ganz verdient war das nicht. Denn die Stenumer investierten deutlich mehr und hatten – von einer wackligen Anfangsphase abgesehen – auch mehr Spielanteile. Gefährlich wurde es aber nur nach Standardsituationen, nämlich genau einmal. Mark Gerken schoss eine Ecke von Julian Dienstmaier in der 32. Minute aus acht Metern volley über das Tor. Die kampfstarken Gäste waren offenkundig zufrieden damit, wenig zuzulassen und beschränkten sich bei ihren Offensivbemühungen auf harmlose lange Bälle.

Nach dem Wechsel verlegten sie sich das gänzlich auf das Führen von Zweikämpfen; weil Stenum in dieser Disziplin auch nicht zurücksteckte, wurde das Spiel härter und hitziger. Der VfL war an einem Sieg aber deutlich interessierter und quälte sich gegen die robuste Gäste-Abwehr zu gelegentlichen Chancen. Der eingewechselte Lennart Höpker scheiterte in der 52. Minute an Wiefelstedes Hergen Gerdes, einen Kopfball von Matthias Gaster klärten die Wiefelsteder kurz vor der Linie.

Dienstmaiers Kunstschuss mit Ansage

So zäh das Spiel bis dahin war, so schön war dann das erste Tor: Bei einem Freistoß von rechts, fast direkt vor der Stenumer Bank, spekulierten fast alle – inklusive Eintracht-Keeper Gerdes – auf eine Flanke von Julian Dienstmaier, der den Ball jedoch aus 30 Metern direkt unter die Latte schlenzte – und zwar mit Ansage, wie Baake hinterher erzählte. „Er hat uns auf der Bank noch zugeflüstert, dass er den direkt versucht. Das war herrlich, aber für solche Momente haben wir ihn auch.“

Dass es danach zum Ausgleich kommen würde, zeichnete sich zu keiner Zeit ab – bis zu dieser Ecke in der 89. Minute. Weil der Ball vorher noch aus dem Gebüsch geholt werden musste, hatte die Stenumer Hintermannschaft lange Zeit gehabt, sich zu sortieren – das 1:1 fiel trotzdem ohne viel Gegenwehr. „Schlafmützig nenne ich das“, sagte Baake, der nach fünf Punkten aus vier Spielen den Start für „mäßig“ befand – „aber immerhin besser als letztes Jahr“. Damals hatte die Saison aber auch mit vier Niederlagen begonnen.