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Fußball-Bezirksliga VfL Wildeshausen feiert emotionalen Sieg im Gipfel

Von Daniel Niebuhr | 04.11.2018, 22:25 Uhr

Die Bezirksliga-Fußballer des VfL Wildeshausen bezwingen den TuS Obenstrohe im mit Haken und Ösen geführten Gipfeltreffen. Beim 3:2 kassiert der VfL für seine Verhältnisse geradezu historisch viele Gelbe Karten. Die Böcke des Gegners bestrafen die Wildeshauser sofort.

Ottmar Jöckel hatte seinen Schlapphut tief ins Gesicht gezogen, der Fußball-Obmann des VfL Wildeshausen hatte glücklicherweise aber noch genug Sicht, um seinen heranstürmenden Trainer zu bemerken. VfL-Coach Marcel Bragula war nach dem gerade gewonnenen Spitzenspiel auf einem seiner berühmten Querfeldein-Jubelläufe unterwegs und schüttelte auf dem Weg zur Tribüne auch Jöckel herzhaft durch, ehe er mit geballter Faust die Bande bearbeitete. Bei diesen Emotionen mochte man sich gar nicht vorstellen, was erst passiert, wenn die Wildeshauser am Ende tatsächlich Bezirksliga-Meister werden sollten.

Bis dahin ist der Weg noch weit, der VfL hat aber das erste Duell der beiden unbestritten besten Mannschaften mit 3:2 (1:0) gewonnen und liegt nur noch einen Punkt hinter Oberstrohe – der Rest der Liga ist schon neun Zähler hintendran. „Wir waren dieses eine Tor besser“, fand Bragula. „Das war eines Spitzenspiels würdig.“

400 Zuschauer im Krandelstadion

Was auch für die Kulisse galt. 400 Zuschauer, darunter eine Busladung stimmgewaltiger Obenstroher, erlebten ein umkämpftes Spiel, das die Wildeshauser gewannen, weil sie die Fehler der Gäste ausnutzten. Den ersten machte Torwart Philip Zuchgan, dem ein 35-Meter-Freistoß von Lukas Schneider in der 20. Minute zur Wildeshauser Führung durch die Hände rutschte. Der VfL war auch die bessere Mannschaft und erzielte den zweiten Treffer ebenfalls nach einem schweren Obenstroher Bock. TuS-Kapitän Gerrit Kersting schlug bei einer Flanke von Kevin Kari von links ein Luftloch, VfL-Spielmacher Sascha Görke bedankte sich mit dem 2:0 (55.).

Elfer-Fluch endet

Die Gäste hatten vor allem aus dem Spiel heraus Probleme gegen die VfL-Viererkette und Abräumer Alexander Kupka davor. Wildeshausens Torwart Sebastian Pundsack schenkte Obenstrohe den Anschluss, als er in der 75. Minute den eingewechselten Kai Schröder foulte – Kersting verwandelte den Strafstoß. Zehn Minuten später gab es auf der Gegenseite Elfmeter, weil TuS-Spieler Andreas Willers einen Freistoß von Michael Eberle an den Arm bekam. Nach vier verschossenen Strafstößen in Folge trat dieses Mal Görke an und verwandelte.

Die Wildeshauser feierten das 3:1 zu lange und ließen zwei Minuten danach nach einer Ecke Oke Michelsen relativ widerstandslos den erneuten Anschlusstreffer schießen. Anschließend schlingerte der VfL aber unfallfrei über die Ziellinie. Nun deutet vieles darauf hin, dass der VfL dieses Mal bis zum Ende im Titelrennen bleibt. „Ich traue dem Braten aber noch nicht“, sagte Bragula, dessen Team übrigens fünfmal Gelb sah, was den Trainer grübeln ließ: „Hatten wir schon mal so viele?“ In der Tat: das letzte Mal vor dreieinhalb Jahren – in Obenstrohe.