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Fußball-Bezirksliga Wird Tur Abdin zum Geheimtipp?

Von Daniel Niebuhr | 14.07.2015, 09:11 Uhr

Die Verantwortlichen des SV Tur Abdin bemühen sich, die Erwartungen an das Team zu bremsen. Bisher läuft allerdings alles überraschend gut.

Stefan Keller war am Sonntag urlaubsbedingt nicht in Delmenhorst. Was der Manager des SV Tur Abdin deshalb verpasste, hätte ihm vermutlich außerordentlich gefallen. Wahrscheinlich gar nicht so sehr, dass der Fußball-Bezirksligist auf einem Nebenplatz des Stadions den zwei Klassen höher spielenden Habenhauser FV mit 3:0 nach Hause schickte , sondern eher, wie die Analyse seines Trainers danach ausfiel. Andree Höttges stand, während seine Spieler zum Duschen gingen, an der Kabinentür und strahlte wahrlich nicht die pure Euphorie aus. Warum auch, fragte er selbst, „es war ja nur ein Testspiel“. Ein gutes zwar, aber keines, das man groß feiern müsste.

Trainer und Manager sehen Vorbereitung nüchtern

Diese Art der Deutung war Höttges-like, der Coach ist für seine trockene Art berüchtigt. Keller hätte seine Aussagen wohl unterschrieben, ohne das Spiel gesehen zu haben; auch der Manager pflegt einen nüchternen Ton, wenn es um das Team geht. Was man bisher gesehen habe, sei okay, sagte Keller schon vor dem Wochenende, „aber da muss von den Spielern mehr kommen. Das wissen sie auch.“

Der Tabellendritte der Vorsaison befindet sich noch in einer Findungsphase. Mit Simon Matta, Can und Mikael Blümel sind drei herausragende Offensivkräfte gegangen, die Verstärkungen müssen ihre Bezirksliga-Tauglichkeit erst noch nachweisen. Tom Piskalla kam vom TV Jahn, Roman Seibel vom Harpstedter TB, Cemil Yildiz vom KSV Hicretspor – alle also aus der Kreisliga. David Demir war beim SV Atlas nur Ergänzungsspieler. „Das sind gute Jungs, die sich aber erst bewähren müssen“, mahnt Höttges. „Dass wir in der Offensive Power verloren haben, steht ja wohl außer Frage.“

Neuzugänge zeigen sich

Dass die Vier bisher allerdings keine Angst vor der neuen Aufgabe zeigten und dazu beitrugen, dass die Testpartien gegen den Landesligisten SV Brake (1:1) und Habenhausen schon wieder hervorragend liefen, bringt Höttges fast schon in Erklärungsnot. Der Trainer bemüht sich redlich, die Erwartungen nach der famosen Vorsaison zu bremsen – seine Spieler machen aber einfach weiter, wo sie vor der Sommerpause aufgehört haben, und zeigen glänzende Leistungen. Und der vermeintlich hoffnungsvollste Neuzugang, Mittelfeldspieler Jan Twietmeyer vom Landesliga-Aufsteiger FC Verden 04, hat wegen einer Verletzung noch nicht einmal gespielt. Dass Abdin bei dieser Beweislage langsam zum Geheimtipp heranwächst, wollte Höttges nicht hören: „Die Truppe ist ja nicht schlecht. Bis zur Liga ist es aber noch hin. Lassen wir mal die Kirche im Dorf.“

Großes Turnier am Sonntag

Manches wird sich vielleicht am Wochenende relativieren. Am Samstag testet Tur Abdin erst beim Bezirksliga-Aufsteiger SC Bakum, mit dessen Trainer Andreas Marischen Höttges einst beim SV Atlas zusammenspielte. Am Sonntag kommen dann Landes- und Bezirksligisten zu Abdins Graftwerk-Cup ins Stadion. „Das wird ein super Turnier“, sagt Keller. „Danach sind wir schlauer.“