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Fußball-Bezirkspokal Dötlingen vs. Wildeshausen: Derby unter Freunden

Von Daniel Niebuhr | 31.07.2015, 20:31 Uhr

Der TV Dötlingen freut sich im Bezirkspokal auf das Highlight des Jahres, der VfL Wildeshausen auf einen sympathischen Gegner.

Georg Zimmermann ist ein systematisch denkender Mensch, und als solcher hat er schon einen detaillierten Entwurf für seinen Sonntagnachmittag. Die Mannschaft aufwärmen, Ansprache halten und dann das Bezirkspokalspiel gegen den VfL Wildeshausen verfolgen. „Das müsste ungefähr 1:4 ausgehen“, schätzt der Trainer des TV Dötlingen. Wer die Tore schießt und in welcher Minute, das wisse er aber noch nicht.

Dötlingen hofft auf 300 Zuschauer

Natürlich war sein orakeltes Ergebnis nur ein Scherz, Zimmermann würde mit seiner Kreisliga-Elf den großen Nachbarn gern ernsthafter in Gefahr bringen oder „wenigstens lange dran bleiben“. Für die Dötlinger Fußballer ist das Erstrundenspiel gegen Landesliga-Aufsteiger Wildeshausen am Sonntag ab 15 Uhr das Highlight des Jahres, rund 300 Zuschauer werden auf dem etwas abgelegenen Sportplatz erwartet, an dem sich bei Ligaspielen sonst maximal ein Drittel davon einfindet. „Das steigert den Eventfaktor für die Jungs“, sagt Zimmermann. „Für uns ist es ja schon etwas Besonderes, dass wir überhaupt bei den Großen mitspielen dürfen.“

Zum zweiten Mal nacheinander ist den Dötlingern das Kunststück gelungen, sich für den Bezirkspokal zu qualifizieren, ohne den Kreispokal gewonnen zu haben. Weil sie die Endspiele jeweils gegen Bezirksliga-Aufsteiger verloren haben, durften sie nachrücken. 2014 zwangen sie den Ahlhorner SV bis ins Elfmeterschießen, das wäre dieses Mal aber eine noch größere Sensation. „Ehrlich gesagt kann ich mir das auch nicht vorstellen“, sagt Zimmermann. „Wir können taktisch alles richtig machen, trotzdem müsste Wildeshausen gewinnen.“

Schmeicheleien statt Sticheleien

Zimmermann outet sich gar als Fan des offensivfreudigen VfL, mit dessen Trainer Marcel Bragula er in regem Kontakt steht. „Ich schätze ihn sehr“, sagt der Dötlinger Coach – und bekommt das Kompliment gleich zurück. Bragula findet Zimmermann und seinen Verein „ausgesprochen sympathisch“, eine eingeschworene Mannschaft sei das mit viel Talent. „Trotzdem wäre es für uns eine Blamage, wenn wir verlieren“, erklärt er. Etliche Spieler fehlen ihm in Dötlingen zwar – darunter der für die Hinrunde ausfallende Majues Gebhardt-Bauer –, Ausreden lässt Bragula aber wie üblich nicht gelten: „Alle aus dem Kader wollen doch Landesliga spielen. Dötlingen ist schon ein schöner Gegner, um sich zu beweisen.“

Vorfreude auf den Pflichtspielstart ist also eindeutig da, nachbarschaftliche Rivalität eher nicht. Zimmermann und Bragula tauschen lieber Schmeichelein als Sticheleien aus. „Es ist schon ein Derby“, sagt Bragula, „aber eines ohne lästiges Gerede.“