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Fußball-Bezirkspokal VfL Wildeshausen führt den SV Atlas vor

Von Daniel Niebuhr | 25.08.2016, 01:26 Uhr

Fußball-Landesligist SV Atlas fliegt mit einer 1:5-Packung beim VfL Wildeshausen aus dem Fußball-Bezirkspokal. Der Delmenhorster Trainer Jürgen Hahn spricht von einer „Nichtleistung“.

Dass Jürgen Hahn einmal unsachlich wird, wird die Fußball-Welt vermutlich nicht mehr erleben. Am Mittwochabend schien die Gelegenheit günstig zu sein, der Trainer hatte mit dem SV Atlas nach einem Katastrophenspiel 1:5 (0:3) beim Landesliga-Nachbarn VfL Wildeshausen verloren – Hahn stand danach auf dem Krandel-Nebenplatz etwas abseits und sah so aus, als sollte man ihn lieber nicht ansprechen. Doch er hatte sich schnell gesammelt und war nach dem Aus im Bezirkspokal so klar in seinen Aussagen wie immer. „Das Ergebnis ist in dieser Form verdient. Man kann Wildeshausen nur gratulieren, sie haben gezeigt, was Mentalität ist“, sagte Hahn beeindruckend ruhig. Nach der höchsten Niederlage seiner mehr als dreijährigen Amtszeit sei er zum ersten Mal richtig enttäuscht von der Mannschaft: „Dass so viele Fehler an einem Tag zusammenkommen, macht mich sprachlos.“

Drei Wildeshauser Tore in acht Minuten

So denkwürdig der Abend in negativer Hinsicht für Atlas war, so beseelt waren die Wildeshauser von ihrer besten Saisonleistung, die Mut für den Abstiegskampf machen sollte. „Es ist alles aufgegangen. Laufen, kämpfen und Atlas nicht spielen lassen, das war der Plan“, sagte Trainer Marcel Bragula, dem in dieser Hinsicht gleich der erste Treffer gefallen haben sollte. Jan Lehmkuhls Pass auf Rene Tramitzke schien in der 38. Minute schon zu lang zu sein, doch der bullige Stürmer schaffte es doch irgendwie, vor dem etwas übermotivierten Atlas-Schlussmann David Lohmann am Ball zu sein – Lohmann foulte, es gab Elfmeter, und Lehmkuhl schoss Wildeshausen in Führung.

Spieler aus der zweiten Reihe enttäuschen

Es war der Beginn der wahrscheinlich schlechtesten acht Atlas-Minuten der vergangenen Jahre. Völlig unsortiert ließ die Abwehr Sebastian Bröcker nach einem langen Wildeshauser Abschlag in der 41. Minute gewähren, sein Querpass kam zu Tramitzke, der zum 2:0 einschob. Auch beim dritten Tor war der VfL gedankenschneller: Einen hohen Ball, den Atlas nicht klärte, jagte wiederum Tramitzke unter die Latte. Hahn hatte seine Startelf im Vergleich zum 3:1 im Ligaspiel gegen den SV Bevern zwar auf fünf Positionen verändert – dass sein Team aber so wenig wiederzuerkennen ist, schockierte ihn dann doch. „Die erste Halbzeit war eine Nichtleistung“, meinte der Atlas-Coach. „Einige Spieler fordern immer. Aber nach einem solchen Auftritt gibt es wenig Argumente.“

Lehmkuhl und Tramitzke mit Doppelpacks

Hahn war auch ganz persönlich vom Pech verfolgt. Er wechselte zur Pause dreimal, kurz nach Wiederbeginn verletzte sich dann Lars Scholz, und die Delmenhorster mussten einen Großteil des zweiten Durchgangs zu zehnt überstehen. Das gelang nicht wirklich gut. Nach dem 4:0 durch einen Kopfball von Lennart Feldhus (50.) gelang Tom Witte das einzige Delmenhorster Tor mit einer Einzelleistung (53.). Den Schlusspunkt setzte aber Jan Lehmkuhl nach einem Konter zum 5:1 (84.). Dass Wildeshausen in die vierte Pokal-Runde einziehen würde, war da jedem der 280 Zuschauer längst klar. „Das war so nicht zu erwarten“, fand Bragula. „Atlas hat ohne Zweifel die höhere Qualität, aber dieses Mal waren wir besser.“