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Fußball D-Juniorinnen TSV Ganderkesee sieht gleich dreimal doppelt

Von Vera Benner, Vera Benner | 15.09.2016, 08:32 Uhr

Bei den D-Juniorinnen des TSV Ganderkesee spielen gleich drei Zwillingspaare. Im Training kommt es regelmäßig zu umkämpften Schwester-Duellen.

Wenn die D-Juniorinnen des TSV Ganderkesee das Fußballfeld betreten, müssen einige Gegner denken, dass sie doppelt sehen. Mit Yara und Marla Ballnus, Hannah und Sophie Dobrin und Marielle und Liliana Koers tragen gleich drei Zwillingspaare das Trikot des TSV.

„Eigentlich sieht man nur Marielle und Liliana an, dass sie wirklich Zwillinge sind“, erzählen Hannah, Sophie, Yara und Marla. Aber auch bei den anderen Zwillingspaaren sind deutliche Übereinstimmungen zu erkennen. Die erste Gemeinsamkeit ist natürlich der Fußball, für den sich alle Sechs begeistern. Während fünf der Mädchen mit acht Jahren begannen, kickte Marla Ballnus bereits im Alter von vier Jahren das erste Mal. Damit hat sie die meiste Erfahrung der noch jungen Kickerinnen vorzuweisen. Zwar machte sie zwischendrin eine kurze Pause, ist aber nun aber wieder am Ball aktiv – mit Zwillingsschwester Yara.

Der Fußball ist nicht die einzige Gemeinsamkeit

Auch neben dem Fußball betreiben alle drei Zwillingspaare gemeinsame Hobbys. Während sich Sophie und Hannah Dobrin für Kartenspiele begeistern, teilen Yara und Marla Ballnus die Freude am Reiten. „Wir haben sogar ein eigenes Pferd bei uns stehen“, sagt Marla. Bei Marielle und Liliana Koers geht es neben dem Fußball eher musikalisch zu.

Obwohl sie mit voller Begeisterung für den TSV Ganderkesee spielen, hält sich das Interesse für den Profifußball (noch) in Grenzen. „Wir gucken die Spiele der Nationalmannschaft und sind eigentlich Fans von Deutschland“, erzählt Hannah. „Der spanische Fußball ist aber manchmal auch sehr interessant. Da sind sehr gute Spieler dabei“, fügt Zwilling Sophie hinzu. „Wir finden es besser, Fußball zu spielen als Fußball zu gucken. Es macht einfach mehr Spaß“, sagt Marla Ballnus unter Zustimmung ihrer Mannschaftskollegen.

Marielle und Liliana Koers geben nicht nur für den TSV alles. Sie spielen zusätzlich in einer Jungsmannschaft des TSV Großenkneten und wollen sich dort ebenfalls beweisen. Dass sie talentierte Fußballerinnen sind, blieb nicht lange unbemerkt. „Sophie, Liliana und ich spielen auch in der Stützpunktauswahl“, sagte Marielle Koers.

Unterschiedliche Positionen für die Zwillingspaare

Neben den vielen Gemeinsamkeiten lassen sich aber auch Unterschiede ausmachen. Im Falle der Ganderkeseer Zwillinge sind diese am ehesten an den Positionen festzustellen. Während Yara Ballnus in der Abwehr die Angriffe der Gegner entschärft, ist Marla Mittelfeldspielerin. Hannah Dobrin spielt in der Abwehr, Schwester Sophie ist als Stürmerin für das Toreschießen verantwortlich. Marielle Koers ist Torwart der Kreisliga-Truppe, ihre Schwester unterstützt sie in der Abwehr.

Alles in allem seien sie schon unterschiedliche Zwillingspaare, merken alle Sechs an. „Wir tragen nicht die gleichen Sachen oder so etwas in der Art. Beim Fußball ist das manchmal natürlich anders“, sagt Hannah. Beim Training liefern sich die Zwillingspaare immer hitzige Duelle. Alle Sechs haben Spaß daran, ihre Zwillingsschwester in Zweikämpfe zu verwickeln und somit ein kleines Familienduell auszutragen „Wenn wir uns ärgern, dann ist es meistens nur Spaß. Das ist auch beim Fußball und im Zweikampf so“, sagt Yara lachend. „Wir verstehen uns super. Aber im Zweikampf ist es blöd, gegen meine Schwester zu verlieren.“

„Wir sind ein eingeschworenes Team“

Kennengelernt haben sich die Zwillingspaare erst beim Fußball. Untereinander verstehen sie sich sehr gut. Auch mit dem Rest der Mannschaft, die aktuell Vierter ist, gibt es keine Probleme. „Wir sind ein eingeschworenes Team. Das passt einfach“, merkt Co-Trainer Uwe Saalfeld an. Er sagt aber auch, dass es zu Anfang relativ schwer gewesen sei, die Zwillinge zu unterscheiden.

Der Spaß steht für die Trainer an erster Stelle. Ziel ist es, die Fußballerinnen zu fördern, aber auch zu fordern. Nicht immer ist das ganz leicht. „Die Mädchen befinden sich in einem schwierigen Alter“, sagt Saalfeld. „In erster Linie wollen wir den Mädels etwas beibringen. Wir haben eine starke Truppe und wollen oben mitspielen. Am besten so weit oben wie nur möglich“, sagt Trainer Olaf Schwanewede. Die drei Zwillingspaare tragen mit Sicherheit einen großen Teil dazu bei.