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Fußball-Kreisklasse SG Adelheide/Jahn: Notlösung und Musterprojekt

Von Daniel Niebuhr | 21.08.2015, 08:30 Uhr

Nach einer Abwanderungswelle musste der Adelheider TV eine SG mit dem TV Jahn eingehen, um den Spielbetrieb zu retten. Beide Seiten sehen die Kooperation positiv.

Delmenhorst. Man kann wahrlich nicht behaupten, dass auf der Sportanlage des Adelheider TV kein Fußball mehr gespielt. Die Adelheider haben zwar keine eigenständige Mannschaft mehr, die Heimspiele und das Training der Spielgemeinschaft mit dem TV Jahn finden aber weiterhin an gewohnter Stelle statt, außerdem kickt dort immer freitags eine Hobbytruppe – und seit Neuestem sogar der SV Atlas II. In dessen eigentlicher Heimat, dem städtischen Stadion, sind die Bedingungen gerade nicht optimal, also zieht das Team aus der 1. Kreisklasse immer dienstags und donnerstags nach Adelheide um. Platz genug ist ja da.

SG spielt in der 3. Kreisklasse

Nach wie vor ist also einiges los auf dem Rasen an der Adelheider Straße – und doch lässt sich nicht leugnen, dass der kleine Verein aus dem Delmenhorster Süden im Sommer eine fußballerische Zäsur erlebt hat, auf die man gern verzichtet hätte. Weil praktisch der komplette Kader der Herrenmannschaft abwanderte, musste der Traditionsklub sein Team aus der 2. Kreisklasse zurückziehen, konnte den Spielbetrieb aber mit fremder Hilfe retten. Zusammen mit der dritten Mannschaft des TV Jahn stellt der ATV eine Spielgemeinschaft, die ihr Glück in der 3. Kreisklasse versucht. Nur noch knapp zehn Adelheider seien im Kader, erzählt Trainer und Abteilungsleiter Werner Baier; das sei schon schade, findet er. „Aber da müssen wir halt durch.“

„Gute Sache für beide Seiten“

Für Jahn ist diese Erfahrung nicht ganz neu. Das Team machte in der vergangenen Saison schon mit der Zweiten des TuS Heidkrug gemeinsame Sache; weil die Heidkruger nun wieder eine eigene Mannschaft stellen können, brauchten die Jahner einen neuen Partner. „Die Spielgemeinschaft ist da schon eine gute Sache für beide Seiten“, findet Baier. „Unsere Jungs können weiter in Adelheide spielen, und die Jahner hätten ohne Hilfe ja auch kein drittes Team vollbekommen.“ So sieht es auch Jahn-Abteilungsleiter Marco Castiglione, der schon selbst für die SG Adelheide/Jahn aufgelaufen ist, generell unermüdlich für mehr Kooperationen im Delmenhorster Fußball wirbt – und im Zusammenschluss mit Adelheide eher ein Musterprojekt als eine Notlösung sieht. „Ob mit Heidkrug oder jetzt mit Adelheide; wichtig und positiv ist doch, dass eine solche Zusammenarbeit stattfindet“, sagte er schon kurz vor dem Saisonstart.

Nur nicht absteigen

Dass es zu Beginn der Gemeinschaftsarbeit auf dem Platz manchmal noch hakt, ist verständlich. Ein 0:10 im Kreispokal gegen den neuen Platznachbarn Atlas II, ein 1:2 gegen die vierte Mannschaft des TSV Ganderkesee und ein 1:6 gegen die Dritte des Delmenhorster TB stellen Baier keineswegs zufrieden, die Ergebnisse sind aber auch der besonderen Situation geschuldet. „Wir müssen uns erst finden, das ist doch ganz normal“, sagt er und spricht von „Anfangsproblemchen“. Entsprechend bescheiden ist er auch, was das Saisonziel angeht: Nur nicht absteigen. Wie es über die Saison hinaus weitergeht, könne er jetzt noch nicht sagen: „Dazu ist es zu früh. Wir müssen sehen, wie sich die SG entwickelt.“