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Fußball: Kreisklassen Viele Teams verzichten auf ihr Aufstiegsrecht

Von Manfred Nolte | 05.06.2015, 12:55 Uhr

Mit einer Ausnahme sind in den unteren Herrenstaffeln des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst alle wichtigen Entscheidungen gefallen. Überraschend ist, dass viele Mannschaften auf ihr Aufstiegsrecht verzichten. Von Manfred Nolte und Frederik Böckmann

2. Kreisklasse

In der 2. Kreisklasse hat sich der FC Huntlosen den Titel geholt und steigt ebenso auf wie der SV Atlas II als Tabellendritter. Atlas profitiert davon, dass Vizemeister TuS Hasbergen II nicht aufsteigen darf, da die eigene Erste in der 1. Kreisklasse kickt. „Der Aufstieg ist für uns ein Segen. Jetzt haben wir einen ordentlichen Unterbau für die Erste. Klar ist aber auch, dass in der kommenden Saison der Sprung in die Kreisliga gelingen muss“, sagt Atlas-Fußballobmann Thomas Luthardt. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Herrenmannschaften solle intensiver werden.

Auch der SV Tur Abdin II, dem drei Zähler zu einem Entscheidungsspiel gegen den SV Atlas II gefehlt haben, wäre gerne aufgestiegen. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Atlas hat viel verkehrt gemacht, wir aber genauso“, klagt Obmann Edib Özcan. Nicht immer sei die bestmögliche Elf aufgelaufen. „Wir haben es verpasst, einen guten Unterbau für unsere Bezirksliga-Elf zu schaffen“, ärgert sich Özcan. Libero Mathias Demir meint: „Im nächsten Jahr wollen wir unbedingt aufsteigen. Absteiger sind die zweiten Mannschaften der SF Wüsting und des Ahlhorner SV.

3. Kreisklasse

In der 3. Kreisklasse hat der VfL Wildeshausen IV den TSV Ganderkesee III am Sonntag durch ein 14:0 über den Delmenhorster BV noch überflügelt und ist Meister geworden. Aufsteigen wollen die Kreisstädter aber nicht. Sie führen dafür Altersgründe an. Im Kader stehen Wildeshauser Urgesteine wie Erik Berger, Helge Cordes oder auch VfL-I-Coach Marcel Bragula. Neben Ganderkesee III möchte auch der Tabellenfünfte Borussia in die 2. Kreisklasse. Die davor postierten Teams des DTB IV und des TSV Ganderkesee IV wollen auch nicht hoch. „Wenn wir einen der ersten beiden Plätze geschafft hätten, wären wir hoch gegangen“, erklärt DTB-Obmann Bennie Schuda. Absteigen muss sportlich nur der FC Hockensberg, Kickers Ganderkesee spielt freiwillig eine Liga tiefer.

4. Kreisklasse

In der 4. Kreisklasse zeigen weder Meister SV Achternmeer II noch Vize VfR Wardenburg II Aufstiegsinteresse. „In dieser Staffel spielen fünf Vereine aus der Gemeinde Wardenburg und so gibt es viele Nachbarschaftsduelle mit dem einen oder anderem Bierchen hinterher“, lautet die Begründung beider Klubs. Den Sprung in die 3. Kreisklasse plant derzeit nur die SG Döhlen/Großenkneten. Absteigen müssen der TuS Vielstedt II und der Delmenhorster BV II.

5. Kreisklasse

In der 5. Kreisklasse hat Meister VfL Stenum IV – eine der ältesten Mannschaften im Fußball-Kreis – noch keine Entscheidung gefällt. „Unsere älteren Herren würden gerne in dieser Liga verbleiben, doch es müssen genügend Gegner vorhanden sein. Elf wie in der abgelaufenen Saison sollten es schon sein“, erklärt Stenums Obmann Klaus Panzram. Vizemeister Beckeln Fountains will in jedem Fall hoch. In Dötlingen II, Borussia II und Ganderkesee V zeigen auch die Mannschaften auf den Tabellenrängen drei bis fünf Aufstiegsbereitschaft.

Das Erfolgsrezept der Stenumer klingt übrigens einfach. „Je älter wird sind, desto besser werden wir auch“, sagt VfL-Spieler Tobias Ihde und ergänzt mit einem Schmunzeln. „Die meisten unserer Gegenspieler könnten auch unsere Kinder sein.“ Denn der Meister rekrutiert sich hauptsächlich aus Akteuren, die auch die Stenumer Altherren bilden und unter anderem 2013 den Kreispokal gewannen.