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Fussball-Kreisliga Beim TV Jahn Delmenhorst will der Knoten nicht platzen

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 12.10.2016, 09:26 Uhr

Viele gute Ansätze, aber (noch) kein Ertrag: Der TV Jahn Delmenhorst steckt mal wieder im Abstiegskampf – und ist vor dem Heimspiel gegen den FC Huntlosen unter Druck.

Es ist gerade einmal etwas mehr als drei Monate her, die Fußball-EM in Frankreich ging in die entscheidende Phase, da verschickten die Kreisliga-Fußballer des TV Jahn Delmenhorst kurz nach Beginn ihrer Vorbereitung eine Pressemitteilung. Der Inhalt war dieser: der TV Jahn verstärkt sich mit neun Spielern für die kommende Spielzeit. Das Ziel war klar: Die Neuzugänge sollten nicht nur die Quantität im Kader erhöhen, sondern auch die Qualität. Abteilungsleiter Marco Castiglione und Trainer Timur Cakmak hegten die leise Hoffnung, dass sich der TV Jahn im Mittelfeld der Tabelle einfindet. Platz neun oder zehn war der Plan.

Der TV Jahn und schlechte Chancenverwertung

Nun, nach zehn Spielen und einem Drittel der Saison stehen die Delmenhorster indes wieder dort, wo sie die vergangenen Spielzeiten auch standen: im Abstiegskampf. „Wir sind nicht im Soll. Wir hatten uns etwas anderes versprochen“, räumt Coach Cakmak ohne Umschweife ein. Nur zwei Siege, dafür acht Niederlagen und der vorletzte Tabellenplatz: Die Lage hatte man sich am Brendelweg ganz anders vorgestellt. Mal wieder.

„Wir zeigen viele gute Spiele, holen aber die Punkte nicht“, hadert Cakmak. Mindestens sechs Zähler mehr hätte seine Elf auf dem Konto haben müssen, sagt der Trainer. Vor allem in den Partien bei Wildeshausen II (4:7) , gegen den TuS Heidkrug (0:2) und beim Harpstedter TB (1:2) ließen die Jahner laut Cakmak mehrere Punkte „unnötig“ liegen. Die Gründe für die unbefriedigenden Ergebnisse sind zuallererst in der schlechten Verwertung der Möglichkeiten zu suchen. „Wir machen die Chancen nicht rein“, seufzt der frühere Torjäger Cakmak. Viel gute Ansätze, aber kein Ertrag – so kam in dieser Saison bislang nicht voran. Oder wie es der Trainer ausdrückt: „Bei uns platzt der Knoten immer zwischendurch mal. Aber nie richtig.“ (Weiterlesen: TV Jahn Delmenhorst verliert beim TV Munderloh)

Bester Jahn-Kader seit vier Jahren?

Ansonsten will und kann er seiner Mannschaft gar nicht viel vorwerfen. Trainingsbeteiligung, Einsatz und vor allem Moral – an diesen Dingen haperte es bei den Jahnern nicht. Auch die Neuzugänge würden einen sehr guten Eindruck hinterlassen, sagt Cakmak und lobt in erster Linie Routinier David Uyar, Youngster Bekir Yapici und Germain Martens. Aber auch die anderen neuen Spieler bereicherten den Jahn-Kader ungemein. „Die älteren Spieler“, berichtet Cakmak, „haben mir erzählt, dass dies der beste Jahn-Kader seit vier Spielzeiten ist.“ Und da war der TV Jahn immerhin ein (wenn auch taumelnder) Bezirksligist. Auch der neue Co-Trainer Andreas Busch bringe frischen Wind in die Trainingsarbeit, vor allem in taktischen Dingen, betont Timur Cakmak.

Doch beim Blick auf die Tabelle wird die Tonlage des Trainers wieder ernster. „Wir stehen unter Druck“, sagt Cakmak mit Blick auf das kommende Heimspiel am Sonntag (16 Uhr) gegen den FC Huntlosen und die darauf folgenden Begegnungen gegen SV Achternmeer, SVG Berne, TSV Großenkneten und den KSV Hicretspor. Die Devise ist klar: „Wir müssen dort kräftig punkten.“ Ansonsten wollen sie am Brendelweg weiter ruhig arbeiten. Diese Devise habe sich schließlich auch in der vergangenen Saison ausgezahlt, als sich Jahn mit einem furiosen Saisonendspurt sportlich rettete.