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Fußball-Kreisliga Dennis Kuhn ballert Baris zum fünften Sieg in Folge

Von Lasse Bahlmann und Andreas Bahlmann | 05.09.2016, 01:17 Uhr

Die heftigen Regengüsse am Sonntagnachmittag haben in der Fußball-Kreisliga zum ersten Spielabbruch in dieser Saison geführt. Leidtragender war der VfR Wardenburg, beim KSV Hicretspor bereits mit 6:2 führte. Für den SV Baris Delmenhorst läuft in der Kreisliga dagegen weiter wie am Schnürchen – auch dank der Torfabrik Dennis Kuhn, der per Viererpack erfolgreich war.

FC Huntlosen – SV Baris Delmenhorst 2:5. Die Torfabrik schlug mal wieder zu: Mit einem Viererpack in der zweiten Halbzeit hat Baris-Torjäger Dennis Kuhn seine Mannschaft nach einer verschlafenen ersten Halbzeit noch auf die Siegerspur geschossen – es waren bereits die Tore zwölf bis 15 für Kuhn nach nur fünf Begegnungen. Der spielstarke SV Baris legte los wie die Feuerwehr und führte durch Shewket Barakat Osef schnell mit 1:0 (7.). Danach stellten die Delmenhorster ihren Spielbetrieb jedoch fast ein. Die Folge: Lyroy Schallock (26.) glich zum 1:1 für Huntlosen aus. Nach dem Wechsel demonstrierte Baris Offensiv-Fußball der Extraklasse. Kuhn brachte Baris mit vier Treffern (49./55./61./70.) auf die Siegerstraße. Herausragender Akteur auf Seiten der Gäste war aber Irfan Gök, der gleich vier Tore vorbereitete. Und Huntlosen? Versuchte nach der Pause mit Zweikampfhärte Paroli zu bieten. Außer vier gelben Karten und dem 2:5-Endstand durch Kai Harbarts (74.) sprang aber nicht mehr viel heraus. „Nach der Pause war es eine wahre Gala meiner Mannschaft“, jubelte Baris-Trainer Önder Caki.

Ahlhorner SV - TV Munderloh 2:2. 15:3-Chancen hatte Munderlohs Co-Trainer Hergen Schwarting für seine Mannschaft notiert – das reichte am Ende trotzdem nur zu einem Punkt. „An den Torchancen hat es nicht gelegen, wir haben die Dinger einfach nur nicht reingemacht“, haderte Schwarting. „Der letzte Wille, die letzte Entschlossenheit fehlt im Moment einfach bei uns.“ Immerhin: Nach Gegentreffern von Swen Arkenbout (5.) und Richard Galanjuk (38.) holten die Gäste durch einen Treffer von Torben Schütte (49.) und dank eines Eigntores von Kai Brüning (90.+2) doch noch einen Zähler. Ahlhorn begann druckvoll, offensiv und vermied es gleichzeitig, in Munderloher Konter zu laufen. Die Folge war die 2:0-Führung. Nach Schüttes 1:2 übernahm allerdings der TVM das Kommando. Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor – nämlich auf das der Ahlhorner. Die junge Heimmannschaft hielt mit hohem kämpferischen Einsatz dagegen – und wurde doch nicht mit einem Sieg belohnt. Brüning fälschte einen (aus ASV-Sicht unberechtigten) Freistoß unglücklich ins eigene Tor ab. „Wenn man auf diese Art und Weise einen sicher geglaubten Sieg noch aus den Händen gibt, ist das natürlich blöd. Die Jungs haben super gekämpft und waren zum Schluss stehend K.o.“, meinte Ahlhorns Trainer Bernd Meyer, der allerdings auch einräumte: „Das 2:2 geht schon in Ordnung.“

Hicretspor - Wardenburg abgebrochen. Im wahrsten Sinne des Wortes himmlische Hilfe erhielt der zuhause völlig indisponiert auftretende KSV Hicretspor. Beim Stand von 6:2 für den VfR Wardenburg musste Schiedsrichter Frank Dobroschke (DBV) nach heftigen Regengüssen in der zweiten Hälfte die Partie wegen Unbespielbarkeit des Platzes abbrechen. Das Spiel wird nun aus Delmenhorster Sicht glücklicherweise neu angesetzt. Hicretspor-Trainer Chawkat El Hourani freute sich: „Wenn ich als Trainer mit meinem Team 6:2 führen würde, wäre ich auch sauer über einen Spielabbruch.“ El Hourani konnte den Ärger seines Trainer-Kollegen Jörg Beckmann nachvollziehen. Er habe so etwas auch schon mal erlebt – beim Pfostenbruch von Düsternort im Frühjahr 2014. Da wurde die Partie seines damaligen Klubs RW Hürriyet gegen den VfL Stenum beim 2:2 von abgebrochen. Bei der Neuansetzung ging RWH dann mit 0:8 unter. Mit dem Auftreten seiner Truppe war El-Hourani dennoch alles andere als einverstanden. Seine Mannschaft lud die Gäste mit katastrophalen Fehlern zu sechs Gegentoren durch Ole Specht (20./24.), Jonas Bruhn (30./42.), Leon Meiners (36.) und Dennis Beckmann (46.) ein. Für Hicret trafen Hayri Sevimli (25.) und Cem Hilken (52.).

SVG Berne - TuS Heidkrug 1:2. Der TuS Heidkrug jubelte nach Spielende über den zweiten Saisonsieg, doch richtig zufrieden war Selim Karaca trotzdem nicht. „Die Partie war ein Spiegelbild unserer bisherigen Leistungen. Wir hätten zur Pause drei oder vier Tore machen müssen.“ Taten die Gäste aber nicht. Stattdessen lagen sie nach 63 Minuten mit 0:1 in Rückstand, als Sebastian Gonschorek die Gastgeber nach einem schnellen Angriff über die Außen in Führung schoss. Heidkrug kämpfte sich allerdings wieder in die Partie zurück. Luca Reinhold traf nach feinem Zuspiel von Jonas Yildiz in der 80. Minute zum 1:1- Ausgleich. Fünf Minuten später jubelten die Gäste sogar über das 2:1. Bernes Torwart Daniel Anders brachte Yildiz im Strafraum per Notbremse zu Fall und sah die Rote Karte. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte selbst zum 2:1-Endstand. „Wer nach vier Niederlagen aus den letzten fünf Spielen so ein Spiel noch dreht, der hat echt Moral bewiesen“, meinte Karaca. Sein Gegenüber Michael Müller bezeichnete die Niederlage nach zuvor drei Dreiern als verdient. „Das war keine gute Leistung von uns.“

TSV Ippener - TV Dötlingen 3:3. Sechs Tore, zwei Platzverweise, ein Elfmeter – die Zuschauer sahen in Ippener ein turbulentes Spiel. Lamin Sillah (6., Freistoß) und Spielertrainer Andreas Lorer (34./84., Freistoß) trafen für Ippener, Benjamin Bohrer (13., Foulelfmeter), Johan Hannink (27.) und Matthes Barenbrügge (39.) für die Gäste. Coach Lorer schimpfte vor allem über die erste Hälfte, in der sein Team mit 1:2 und mit 2:3 in Rückstand gerieten. „Die haben wir verschlafen. Aber unser Defensivverhalten war heute über 90 Minuten schlecht.“ Dötlingen habe clever gespielt und die Abstimmungs- und Abspielfehler der Gastgeber konsequent ausgenutzt. „Außerdem haben wir die zweiten Bälle nicht gewonnen.“ In der zweiten Halbzeit drückte Ippener unentwegt auf den Ausgleich und wurde schließlich belohnt. Bei Dötlingen sahen in der Schlussphase Johannes Ullerich (81., beim Freistoß vorm Ball gestanden) und Enis Stublla (83., nach Foul – den folgenden Freistoß verwandelt Lorer) jeweils die Gelb-Rote Karte.