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Fußball-Kreisliga Derby-Fieber über Ostern im Kreisliga-Abstiegskampf

Von Daniel Niebuhr | 23.03.2016, 17:16 Uhr

Für vier bedrohte Delmenhorster Fußball-Kreisligisten wird Ostern richtungsweisend. Hürriyet und Jahn wollen Baris und Hicretsor mit in den Abstiegskampf ziehen.

Delmenhorst. Zu den Zaungästen, die sich am späten Sonntagnachmittag an den Sportplatz am Delmenhorster Brendelweg verirrt hatten, gehörte Chawkat El-Hourani. Der Trainer des KSV Hicretspor sah ein ebenso unspektakuläres wie erwartetes 1:4 des TV Jahn gegen den hochgerüsteten Titelanwärter FC Hude und wird erleichtert gewesen sein: Von Jahn sind auch in der Rückserie keine Wunderdinge zu erwarten. El-Hourani darf sich bei zehn Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge also relativ sicher fühlen.

Hicretspor: Erst Klassenerhalt, dann Umbruch

Es ist allerdings gut möglich, dass die Situation im Keller der Fußball-Kreisliga über das verlängerte Osterwochenende eine neue Dynamik bekommt. Mit Jahn, Hicretspor, dem SV Baris und Schlusslicht Rot-Weiß Hürriyet sind vier Delmenhorster Klubs mehr oder weniger eigenverschuldet in den Schlamassel geraten, von heute bis einschließlich Dienstag spielen alle Mannschaften zweimal, drei dieser Partien sind Stadtderbys. „Wir brauchen Siege für die Tabelle und für die Stimmung“, sagt El-Hourani und erzählt unverhohlen, „dass manche Spieler mit der Situation unzufrieden sind. Wir müssen irgendwie drinbleiben und uns dann neu aufstellen. So geht es nicht weiter.“

Hürriyet zweitschwächstes Team in 13 Jahren

Dabei ist Hicretspor zusammen mit dem SV Baris mit solidem Abstand zu den letzten Dreien noch in der entspanntesten Lage. Für Hürriyet, mit vier Punkten nach 17 Spielen der zweitschlechteste Kreisligist der letzten 13 Jahre (noch vor dem bemitleidenswerten Negativrekordhalter Grün-Weiß Kleinenkneten), wird Ostern zum Fest der Hoffnung. Die Stadtduelle mit Jahn am Samstag und Hicretspor am Montag haben schon Schicksalsspielcharakter, deshalb versuchen die Rot-Weißen auch gerade das Montagsspiel wegen zu erwartender Personalnot nach hinten zu verlegen, eine Entscheidung ist noch offen. „Wir würden natürlich zustimmen. Hürriyet ist meine alte Liebe“, bekennt El-Hourani. „Mein Herz hofft, dass sie noch ein Wunder schaffen.“

Jahn wartet auf Ukaj

Hürriyets Strohhalm ist die Krise des von Winter-Abgängen und dem Trainerwechsel noch etwas ungeordneten TV Dötlingen, der mit 15 Punkten das rettende Ufer hält. Jahn liegt fünf Zähler dahinter, Trainer Timur Cakmak strahlt allerdings eine Ruhe aus, als würde sein Team bis Mai nur noch Freundschaftsspiele bestreiten: „Fünf Punkte sind schnell aufgeholt. Wir sind kämpferisch zu allem fähig.“ Seine Mannschaft stellt jedoch mit 18 Toren den schwächsten Angriff und hält zusammen mit Hürriyet eine nicht sehr begehrte Bestmarke: Jeweils 26 Spieler haben die Vereine schon eingesetzt, bei Jahn werden es demnächst 27 sein. Neuzugang und Hoffnungsträger Milot Ukaj ist noch gut vier Wochen verletzt, Cakmak glaubt: „Mit ihm ändert sich unser ganzes Spiel.“ Und damit vielleicht auch die Lage des Kreisliga-Abstiegskampfs.