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Fußball-Kreisliga Doppelpacker Robin Ramke schießt TSV Ganderkesee zum Sieg

Von Andreas Bahlmann und Lasse Bahlmann | 26.08.2017, 23:14 Uhr

Mit dem TuS Heidkrug, dem TSV Ippener, dem Harpstedter TB, dem SV Atlas Delmenhorst II und dem FC Hude haben nach drei Spieltagen noch fünf Mannschaften in der Fußball-Kreisliga eine weiße Weste. Auf der anderen Seite sind aber auch fünf Teams (TSV Großenkneten, Delmenhorster TB, FC Huntlosen, TV Munderloh, TV Jahn Delmenhorst) noch ohne Punkte. Bereits am Dienstag findet ein (fast) kompletter Kreisliga-Spieltag mit sieben Begegnungen statt.

 TSV Ippener - TV Munderloh 5:4. Was für eine irre Partie in Ippener. Nach Toren von Zana Ibrahim (31./57.), Hayri Sevimli (41.), Alexander Rautenhaus (71.) und Bassal Ibrahim (78.) führte Ippener bereits mit 5:0, musste danach aber trotzdem noch arg um den Sieg zittern. Trainer Chawkat El-Hourani war nach dem Zittersieg fassungslos: „Manchmal passieren Sachen, die sind eigentlich unmöglich“, kommentierte er die fast noch erfolgreiche Aufholjagd der Gäste mit vier Toren von Carsten Köhler (82.), Michel Lüers (83./86.) und Lennart Siebrecht (89.) innerhalb von acht Minuten. „Die schießen vom siebten Himmel und der Ball ist drin. Es war wie verhext“, sagte El-Hourani. Auch das dritte Saisonspiel beendete seine Elf nur zu zehnt: Torjäger Zana Ibrahim sah kurz nach seinem bereits siebten Saisontor für die Kombination „Meckern plus Foul“ die Gelb-Rote Karte (66.).

 Harpstedt - TV Jahn 2:0. Auch nach dem dritten Spiel steht noch kein einziger Punkt auf dem Konto des runderneuerten TV Jahn Delmenhorst. Jahn-Trainer Frank Palubitzki, der die Mannschaft erst einmal interimsmäßig betreut, sieht das Problem darin, dass die Mannschaft noch nicht richtig eingespielt sei. Für HTB-Trainer Jörg Peuker war es ein „nicht ganz so schönes, aber erfolgreiches Spiel“. Im ersten Durchgang traten beide Mannschaften nicht allzu überzeugend auf, Peuker beschwerte sich über zu viele Fehlpässe und technische Fehler seines Teams, das die letzte Konsequenz vermissen ließ. „Wir haben uns selber darum gebracht, in der ersten Halbzeit für klare Verhältnisse zu sorgen“, ärgerte er sich. In der Schlussviertelstunde belohnte sich Harpstedt dann aber für seine Bemühungen durch Nils Klaassen (75.) und Torjäger Niklas-Marvin Fortmann (87.). Palubitzki fasste das Spiel wie folgt zusammen: „Wir haben uns kurz vor Schluss ein dämliches Tor gefangen und dann ein noch Dämlicheres.“

 TuS Heidkrug - FC Huntlosen 6:0. Auch beim dritten Sieg im dritten Spiel zeigte Heidkrug vor dem gegnerischen Tor gnadenlose Effektivität. Luca Reinhold (6./48.), Irfan-Zeki Gök (42.), Jonas Yildiz (55.), Marvin Lohfeld (56.) und schließlich Nico Faulhaber (82.) schossen die Tore für die Platzherren, die aber teilweise auch von krassen individuellen Fehlern der Gäste profitierten. FCH-Trainer Andree Höttges fand nach dem Spiel dementsprechend deutliche Worte und nahm seine Mannschaft in die Verantwortung: „Heidkrug war nicht so gut, dass sie uns an die Wand gespielt haben. Es lag eher daran, dass unser gesamter Abwehrverbund so etwas von nachlässig und stümperhaft gespielt hat. Dazu sollen sich die Jungs mal ihre Gedanken machen.“

 VfR Wardenburg - SV Atlas II 2:6. Keine Chance hatte der VfR Wardenburg im Spiel zweier möglicher Aufstiegsaspiranten. Bereits zur Pause führten die mit fünf Spielern aus dem Oberliga-Kader (Simon Matta, Oliver Rauh, Sebastian Kmiec, Mark Spohler, Thade Hein) verstärkten Gäste durch Patrick Klenke (14.), Simon Matta (16.) und Lukas Matta (38.) mit 3:0. Damit war der VfR noch gut bedient. Denn Atlas II brannte ein wahres Fußball-Feuerwerk ab und war den überforderten Gastgebern in allen Mannschaftsteilen überlegen. VfR-Trainer Sören Heeren schien von der Situation genauso überrascht zu sein wie seine Spieler: „Wir wussten ja gar nicht, was uns geschieht. Das war kein Kreisliga-Niveau, was Atlas da geboten, sondern viel besser. Der Aufstieg wird für mich über Atlas gehen.“ Mit hohem Tempo und passsicheren Kombinationen spielte Atlas II den VfR regelrecht schwindelig. Nur die Chancenverwertung hatte SVA-Trainer Sven Schlundt zu bemängeln: „Wir hätten zwei, drei Tore mehr machen müssen.“ Diese schossen die Blau-Gelben dann nach der Pause durch Milot Ukaj (49.), Thade Hein (61.) und Murat Aruk (64.). Nach der Pause traf der VfR Wardenburg durch Jakob Hagen (54./1:4) und Finn Albertzarth (69./2:6), übertrieb es aber zuweilen mit der Zweikampfführung. Hier hätte der ansonsten gut leitende junge Schiedsrichter Jannis Hannekum zuweilen mehr durchgreifen müssen. SVA-Trainer Steven Hermann war daher am Ende auch froh, als das Spiel vorbei war. „Ich sehe solche Spiele gar nicht gerne. Ich will eigentlich nur schönen Fußball sehen. Und das hat nur in der ersten Halbzeit richtig Spaß gemacht.“

 Ganderkesee - Ahlhorner SV 2:1. Etwas glücklich, aber wegen der mannschaftlich geschlossenen kämpferischen Leistung auch nicht unverdient behielt der TSV Ganderkesee die Punkte am Immerweg. Die Partie begann turbulent. Robin Ramke brachte den TSV nach einer Hereingabe von Dennis Hasselberg früh in Führung (2.). Quasi im direkten Gegenzug wuchtete ASV-Torjäger Stefan Rupprecht einen Eckball per Kopf zum 1:1 ins Netz (3.). Die Gäste bestimmten danach die Partie und besaßen bei Standardsituationen teilweise hochkarätige Chancen. Und Ganderkesee? Konterte und traf zum 2:1 (20.). Ramke verwerte erneut ein Zuspiel von Hasselberg – mit der Pike. Glück hatte der TSV, als Ahlhorns Swen Arkenbout in der 87. Minute alleine auf TSV-Keeper Nils Jonasson zulief und das Tor nur knapp verfehlte. TSV-Trainer Stephan Schüttel atmete nach dem Schlusspfiff erst einmal ganz tief durch: „Die Ahlhorner sind bei Standardsituationen eine Hausnummer für sich, da hatten wir heute ein bisschen Glück.“

 Dötlingen - Berne 0:0. Keine Tore, dafür eine Rote Karte für den kurz zuvor erst eingewechselten Lukasz Sawicki in der Nachspielzeit (90.+6, wegen Tätlichkeit) sahen die Zuschauer. Dötlingen war die klar spielbestimmende Mannschaft, konnte aber selbst klarste Torchancen nicht im Tor unterbringen. So setzte fünf Minuten vor Schluss Roman Seibel einen Kopfball an den Innenpfosten und Benjamin Bohrers Nachschuss aus sechs Metern verfehlte das leere Tor. Dötlingens Trainer Markus Welz hakte das Spiel daher schnell ab: „Es gibt solche Tage, an denen die Bude einfach nicht fallen will.“ Bernes Trainer Michael Müller freute sich dagegen über den Punkt: „Gegenüber der vergangenen Woche war das eine klare Steigerung. Wir hatten zwar Glück, haben aber im Kollektiv kämpferisch gut dagegen gehalten.“

 Achternmeer - Hude 1:2. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und lieferten sich einen offenen, aber insgesamt fairen Schlagabtausch, bei dem der FC Hude mit etwas Glück das bessere Ende für sich verbuchte. Andre Haake nutzte zunächst ein Missverständnis in der Huder Abwehr zur Führung für den SV Achternmeer. Die Gäste bewahrten jedoch die Ruhe – und drehten das Match durch Tore von Nils Grimmig (24.) und Jeremias Holtorp (27.). Glück hatten die Huder kurz vor der Pause, als Andre Haake alleine auf den Torwart zulief, sein Schuss aber an den Pfosten ging. In der zweiten Spielhälfte erarbeiteten sich beide Mannschaften ihre Chancen, brachten den Ball aber nicht mehr im gegnerischen Netz unter. FCH-Co-Trainer Sascha Stolze nahm den Sieg pragmatisch: „Am Ende stehen einfach die drei Punkte, mehr war heute in dem Spiel nicht zu holen.“