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Fußball-Kreisliga Großes Lob für faire Geste des Harpstedter TB

Von Lars Pingel | 11.09.2017, 14:51 Uhr

Die Kreisliga-Fußballer des Harpstedter TB haben den FC Huntlosen ungehindert den 3:2-Siegtreffer schießen lassen. Ihr Ausgleichstor war nach einer Verletzungsunterbrechung für einen FCH-Spieler gefallen. Der Fuball-Kreis hat den HTB für eine Fair-play-Aktion des DFB gemeldet.

Die faire Geste der Kreisliga-Fußballer des Harpstedter TB in der Nachspielzeit ihres Heimspiels gegen den FC Huntlosen, das sie am Sonntag mit 2:3 verloren, sorgt auch im Vorstand des Kreisverbands Oldenburg-Land/Delmenhorst für große Freude. Das teilte der Vorsitzende des Spielausschusses, Thomas Luthardt, am Montag mit.

Harpstedter müssen nicht überlegen

Die Harpstedter, die mit sechs Siegen aus sechs Spielen in die Saison gestartet waren, hatten am Sonntag ihrem Gast, dem FC Huntlosen, in der Nachspielzeit ohne Gegenwehr den Treffer zum 3:2 gestattet, weil ihr Ausgleich kurz zuvor aus einer Situation entstanden war, in der sie den Ball eigentlich zum FCH zurückgeben wollten. Ein Huntloser – das Team lag mit 2:1 vorn – hatte sich in der 92. Minute verletzt. Seine Mitspieler schossen den Ball ins Aus, um eine Behandlung zu ermöglichen. Den folgenden Einwurf spielten die Harpstedter in Richtung Huntloser Tor, um das FCH-Team wieder in Ballbesitz zu bringen. Ein HTB-Akteur beurteilte die Situation falsch – und schoss zum 2:2 ein. „Ich habe sofort gemerkt, dass die Mannschaft dies nach dem Anstoß korrigieren will“, erzählte HTB-Trainer Jörg Peuker. „Es war uns absolut klar, dass wir Harpstedt ungehindert ein Tor schießen lassen würden. Das gehört sich einfach so.“ Da dies den Huntlosern schnell signalisiert wurde, kam es auch nur zu kurzen Diskussionen. Das dritte FCH-Tor erzielte dann Malte Boling, sodass sein Team mit 3:2 gewann. „Ich bin ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass wir sonst einen Punkt geholt hätten. Der Sieg der Huntloser war verdient“, sagte Peuker.

Für Fair-play-Aktion des DFB gemeldet

Luthardt berichtete am Montag, dass auch Schiedsrichter Thore Güldner die HTB-Aktion in seinem Bericht „als nicht selbstverständlich und als besonders fair“ bezeichnet hatte. Dieser Meinung schloss er sich an. Deshalb habe er die Geste der Harpstedter Mannschaft für die Fair-play-Aktion des Deutschen Fußball-Bunds „fair ist mehr“ gemeldet, erklärte der Spielausschuss-Vorsitzende. In dieser könnte der HTB dann außer der verdienten Anerkennung, die er ja schon bekommt, auch noch einen Preis gewinnen.