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Fussball-Kreisliga Heidkrug, Hude und Harpstedt siegen weiter

Von Andreas Bahlmann und Lasse Bahlmann | 03.09.2017, 21:36 Uhr

Kollektives Aufatmen beim TV Jahn Delmenhorst: Mit einem 4:1 beim TV Dötlingen haben die Jahner in der Fußball-Kreisliga endlich ihre ersten drei Punkte eingefahren.

Kollektives Aufatmen beim TV Jahn Delmenhorst: Mit einem 4:1 beim TV Dötlingen haben die Jahner in der Fußball-Kreisliga ihre ersten drei Punkte eingefahren.

TSV Ippener - FC Huntlosen 3:3. FCH-Trainer Andree Höttges hatte seine Mannschaft gut auf dem kleinen TSV-Platz und den Gegner eingestellt. Er war am Ende hoch zufrieden: „Insgesamt haben wir sehr tief gestanden und viel mit langen Bällen agiert. Ippener war schon überlegen, aber wir haben gute Konter setzen können.“ Der TSV begann wie erwartet stürmisch und ging schon nach fünf Minuten durch Hayri Sevimli in Führung. Der FCH ließ sich aber nicht aus dem Konzept bringen. Stefan Merz (30.) und Tareg Sato (32.) brachten ihn per Konter-Doppelschlag mit 2:1 nach vorn. In der Folge war die Defensive des FCH kaum noch zu knacken. So fiel der Ausgleich zum 2:2 (55.) durch einen Foulelfmeter, den Zana Ibrahim sicher verwandelte. Ippener wollte mit aller Macht nachlegen, ging dabei aber zu naiv zu Werke. Das Team ließ sich drei Minuten später erneut auskontern. Sato erzielte sein zweites Tor. TSV-Trainer Chawkat El Hourani fiel ein Stein vom Herzen, als Hayri Sevimli (75.) das 3:3 gelang. „Leider, leider war das unsere schlechteste Saisonleistung. Das müssen wir schnell abhaken“, sagte er: „Huntlosen hat den Punkt aber redlich verdient.“

SV Achternmeer - TuS Heidkrug 2:4 (1:2). SVA-Trainer Robin Hofmann haderte nach dem dritten Spiel ohne Sieg in Folge (zwei Niederlagen): „Wir brauchen Punkte. Wir können nicht jedes Mal mit null Punkten und dem Kompliment ,Ihr habt gut gespielt‘ vom Feld gehen.“ In der ersten Halbzeit war der TuS hoch überlegen, machte aber zu wenig aus seinen Chancen. Nur Sven Holthausen (2.) und Gabriel Kaya (33.) vollendeten mit ihren Treffern schön über die rechte Außenbahn vorgetragene Angriffszüge. Zwischendurch, in der 18. Minute, hielt der Achternmeerer Daniel Niemann von der Strafraumgrenze einfach drauf: Sein Sonntagsschuss landete unhaltbar zum 1:1 im Winkel. Es war die einzige Möglichkeit für den SVA vor der Pause.

In der zweiten Halbzeit ließen sich die Heidkruger etwas von der Kampfkraft der Gastgeber beeindrucken. So wurde die Partie für sie zu einem harten Stück Arbeit. In den entscheidenden Momenten lieferten sie aber fußballerische Antworten, weil sie gedanklich schneller waren und geschickter spielten. Nach einer Balleroberung im eigenen Strafraum und einem sehenswerten Konter traf Holthausen zum 3:1 für den Gast (67.). Keine 180 Sekunden später sah sein Teamkamerad Marc Metzner wegen Foulspiels und unsportlichen Verhaltens Gelb-Rot. Der SVA packte in Überzahl die Brechstange aus. Nach einer langen Flanke aus dem rechten Halbfeld schlug Tobias von der Püttens Kopfball aus acht Metern im Heidkruger Tor zum 2:3 (87.) ein. Die Gastgeber drängten, doch in der fünften Minute der Nachspielzeit steckte Nico Faulhaber nach sehenswerter Ballbehauptung im Mittelfeld auf Philipp Kahlert durch, dessen Tor das Spiel entschied. Jorge „Porto“ Jaquinto, der TuS-Trainer Selim Karaca vertrat, freute sich über den fünften Erfolg im fünften Saisonspiel. „Wir haben als Team großartig agiert, das war ausschlaggebend“, lobte er und schob lachend nach: „Kriege ich jetzt einen Millionen-Vertrag?“

TV Jahn Delmenhorst - TV Dötlingen 4:1. Es war insgesamt kein schönes Kreisliga-Spiel. Das war Jahn-Trainer Frank Palubitzki aber egal, denn für ihn und seine Mannschaft zählte nur der erste Saisonsieg: „Endlich hat es mal gereicht.“ Sein Team war allerdings in Rückstand geraten. Nach elf Minuten verwandelte Benjamin Bohrer einen Foulelfmeter, nachdem Artjom Prieb Max Bredehöft im Strafraum gelegt hatte. Das gab den Gästen Selbstvertrauen, sie gaben klar den Ton an. Jahn biss sich aber mehr und mehr in das Spiel hinein. Prieb machte in der 27. Minute mit dem Tor zum 1:1 seinen Fehler wieder wett. Dieser Treffer gab den Delmenhorstern Auftrieb, während der TVD immer nervöser wurde. Jahn setzte nach und hielt mit kämpferischem Einsatz gegen den ebenfalls sehr körperbetont spielenden Gegner dagegen. Viele Zweikämpfe, viele individuelle Fehler und Diskussionen innerhalb der Dötlinger Mannschaft prägten das Spiel in der zweiten Halbzeit. Jahn behielt die Oberhand. Alioune Badara Youm (54., 69.) und Samuel Adjei (83.) stellten den verdienten 4:1-Sieg sicher. TVD-Trainer Markus Welz erwies sich als fairer Verlierer: „Wir haben im Moment ein kleines Tief. Es hat gegen Jahn einfach nicht gereicht.“

SV Atlas Delmenhorst II - FC Hude 1:3. Hudes Trainer Lars Möhlenbrock war zufrieden: „Das war gut. Wir müssen einfach weiter Punkte sammeln. Mit einem Polster spielt es sich leichter gegen Mannschaften, die auf den vorderen Plätzen stehen.“ Julian Arciszewski brachte den FCH früh in Führung (6.). Atlas tat sich schwer mit der unbequemen Spielweise der kompakt gestaffelten, früh pressenden Huder Mannschaft. Der Gastgeber glich aber nach einem Eckball durch Patrick Klenke trotzdem aus (42.). Klenke hatte zuvor schon zweimal den Pfosten getroffen.

Mitte der zweiten Halbzeit ging Hude erneut in Führung: Nils Grimmig köpfte eine Ecke ein – 2:1 (76.). In der Schlussphase versuchte der SVA zwar, noch einmal zurückzukommen, schwächte sich aber selbst durch eine Rote Karte gegen Philip Stephan in der 80. Minute wegen groben Foulspiels. In Überzahl ließ sich Hude den Sieg nicht mehr nehmen und machte mit dem 3:1 durch Nils Sandu nach einer schönen Kombinatin alles klar (85.). Atlas-Trainer Steven Hermann arrangierte sich sportlich fair mit der Heimniederlage: „Mehr war wohl nicht drin. Wir sind personell auf Kante gefahren, weil bei uns viele Spieler fehlten.“

Ahlhorner SV - Delmenhorster TB 2:3. DTB-Trainer Andre Tiedemann freute sich über den ersten Saisonsieg seiner Jungs: „Zur Pause hätten wir schon mit vier oder fünf Toren vorne liegen müssen, haben aber die Chancen einfach nicht genutzt und dann fast um Gegentore gefleht. Zum Schluss lief es bei uns aber wieder ganz gut.“ Die Tore für die Gäste erzielten Murat Tan (5.) und Daniel Glander (33., 84.). Die Ahlhorner Anschlusstreffer erzielte jeweils Sven Arkenbout (45.+1, 90.+2). Das 1:2 kurz vor der Pause hatte den ASV beflügelt, der DTB war arg in Bedrängnis, rettete sich dann aber ins Ziel.

Munderloh - Harpstedt 2:5. Trotz des eindeutigen Sieges war HTB-Trainer Jörg Peuker nicht zufrieden: „Es wäre schön, wenn wir einfach mal von Anfang bis Ende konzentriert durchspielen würden. Das war unsere schlechteste Saisonleistung in der Defensive.“ Dem TVM konnte man großes Engagement zu keinem Zeitpunkt absprechen. Er führte durch Andre Hesselmann sogar (6.) – und ihm gelang durch Alexander Bruns auch der 2:2-Ausgleich (58.). Aber es fehlte die Präzision der Pässe, was häufig zu unnötigen Ballverlusten führte und den schnellen HTB-Spielern die für die Tore notwendigen Räume öffnete. Die erzielten Leandro-Joel Geyer (32.), Niklas-Marvin Fortmann (43.), Merly Janowski (66., mit dem Rücken) und Nils Klaassen (64., 86.). TVM-Trainer Ralf Eilenberger blieb nur die Feststellung: „Uns fehlt im Moment einfach das Quäntchen Glück.“

TSV Großenkneten - VfR Wardenburg 2:2. VfR-Trainer Sören Heeren sah nach dem Spiel eine Menge Handlungsbedarf: „Wir finden zur Zeit auf dem Platz einfach nicht zueinander, irgendwie vertrauen wir uns noch nicht so wirklich.“ Für seine Elf trafen Tim Conring zur Führung (70.) und Sven Hörnlein spät zum 2:2-Endstand (90.), für Großenkneten erzielten Andre Reimann (74., unhaltbarer Sonntagsschuss) und Hendrik Aufermann (83., Handelfmeter) die Tore. Insgesamt war es ein zähes Spiel mit vielen Fehlpässen und wenigen Torraumszenen.

Berne - Ganderkesee 1:4. Patrick Meyer (30.), Robin Ramke (48./87.) und Lennard Stöver (90.+3.) erzielten die Treffer für die Gäste deren Sieg verdient war, aber erst spät in trockenen Tüchern war. TSV-Trainer Stephan Schüttel war zufrieden: „Wir haben wenig zugelassen. Auf Kunstrasen ist das für uns immer so ne Sache. Dass es am Ende so deutlich war, hat uns auch überrascht.“ Berne hoffte nach dem 1:2-Anschluss durch Bastian Wendorff (58.) lange auf einen Punkt. Aber es reichte nicht. „Wir hatten zu wenig Willen. Es ist nicht so, dass wir schlecht gespielt haben, es war einfach kein Druck da.“