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Fußball-Kreisliga Hürriyet Delmenhorst erklärt Ligaverbleib zum Ziel

Von Manfred Nolte | 09.10.2015, 08:30 Uhr

Der Fußball-Kreisligist wollte in der Saison 2015/2016 eigentlich um den Aufstieg in die Bezirksliga kämpfen. Nach neun Spieltagen ist das Team Tabellenletzter – und korrigiert das Saisonziel. Der Abstieg soll verhindert werden. Den Abgang von wichtigen Leistungsträgern konnten die Delmenhorster nicht kompensieren. Neu-Coach Murat Turan deklariert das Derby an diesem Sonntag gegen Baris zum Schlüsselspiel.

„Wir sind Titelkandidat Nummer eins“, hieß es vor Saisonbeginn aus dem Lager des Fußball-Kreisligisten RW Hürriyet. Das Team des amtierenden Vizemeisters wurde eigenen Ansprüchen bisher aber nicht annähernd gerecht und trägt die Rote Laterne. Trainer Chawkat El-Hourani trat nach einem Fehlstart zurück, begründete dieses aber mit beruflichen Verpflichtungen. Nachfolger Murat Turan, der für die Düsternorter zuvor bereits als Spieler, Trainer und Schiedsrichter tätig war, erklärte kurz nach Amtsantritt den Klassenerhalt als Saisonziel. „Es wurden mehr als ein Dutzend neue Spieler geholt, doch die können wichtige Akteure wie Zinar Sevimli oder Tolga Üzüm nicht ersetzen“, erklärt Turan.

Schlechte Trainingsbeteiligung

Zudem habe er Hayri Sevimli bislang weder gesehen noch gesprochen. „Der ist nicht aufzufinden“, sagt der Übungsleiter kopfschüttelnd. Seine Personalsorgen sind gravierend. „Es war immer von einem großen Kader die Rede, doch ich habe zu den Spielen nur zwischen 14 oder 15 Kicker zur Stelle“, stöhnt Turan, der auch von einer schlechten Trainingsbeteiligung berichtet. „Die meisten Spieler wohnen im Bremer Umland und haben zum Teil spät Feierabend. Dazu kommen Schichtdienst und Montage“, schildert der Coach seine Probleme. Außerdem sei das Team im Umbruch und der fordere Zeit und Geduld.

Lob für Fairness

Viele gute Einzelspieler seien längst noch keine Mannschaft. „Einige meiner Kicker müssen ihre Einstellung ändern, denn sie überschätzen sich zum Teil maßlos“ spricht der Trainer ein weiteres Problem an. Er lobt aber die Fairness seiner Mannen. In den vergangenen Jahren waren die Rot-Weißen in der Fairnesstabelle stets ganz unten angesiedelt, doch im bisherigen Saisonverlauf verhielt sich das Team vorbildlich.

Trainer Turan hofft auf einen Punkt

An diesem Sonntag (14 Uhr) steht für das Schlusslicht beim ebenfalls weit unter seinen Möglichkeiten gebliebenen SV Baris ein Schlüsselspiel auf dem Programm. Turan weiß, dass eine Niederlage verheerende Folgen haben könnte, sieht seine Mannen aber als Außenseiter. Baris habe den größeren Kader und einen Unterbau. „Wir haben nur diese eine Mannschaft und sind auf Zugänge aus anderen Vereinen angewiesen.“

Fehlen wird am Sonntag Stefan Wuttke wegen einer Matchstrafe und auch David Bal und Ali Niang müssen wohl passen. „Ein Punkt wäre auf dem Weg zum Ligaerhalt schon eine tolle Sache“, will Turan die Erwartungshaltungen nicht zu hoch schrauben.