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Fußball: Kreisliga Hürriyet Delmenhorst kämpft gegen Personalmangel

Von Manfred Nolte | 19.03.2015, 21:00 Uhr

Der Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga, RW Hürriyet Delmenhorst, wird von Personalsorgen geplagt: Er muss sechs verletzungsbedingte Ausfälle verkraften. Trainer holt David Bal mit dem Auto auf Wilhelmshaven ab, damit er Heimspiel gegen den TV Dötlingen eine spielfähige Mannschaft aufbieten kann.

Noch führen die Fußballer von RW Hürriyet die Tabelle der Kreisliga an, doch relativ günstiger steht bei einem weniger ausgetragenem Spiel der VfL Stenum da. In der Rückrunde verbuchten die Rot-Weißen neben drei Siegen auch drei Niederlagen. Grund dafür ist in erster Linie die prekäre personelle Situation. In den Spielen nach der Winterpause hatte Trainer Chawkat El-Hourani einmal nur einen und einmal nur zwei Auswechselspieler zur Stelle. Der Coach ist verzweifelt. „Ich habe derzeit sechs verletzte Akteure. Ahmet Sheiki fällt sogar für den Rest der Saison aus“, erzählt der Coach, der auch immer wieder auf Akteure wegen Roter Karten verzichten muss. Außerdem sei es bei Neuverpflichtungen schlecht gelaufen. „Wir waren uns mit dem KSV Hicretspor einig über den Wechsel von Zinar Alkas, doch dann war Obmann Mithat Uzun nicht vor Ort und ein anderer Hicretspor-Funktionär hat im Wechselantrag ein Nein eingetragen. Uzun hat später eine Freigabe erteilt, doch darauf hat sich der Verband nicht eingelassen“, stöhnt El Hourani. Murat Krmer vom KSV Hippokrates ist bis zum 13. April gesperrt worden. Bis Ende Mai muss Jannis Baensch vom SV Atlas II warten. Hier wurden schlichtweg die Fristen für den Wechsel verschlammt.

Trainer El-Hourani versucht alles

„Das ist alles dumm gelaufen“, ärgert sich der Trainer, der alles versucht, ein spielfähiges Team auf das Feld zu bringen. So holt er den eigentlich schon ausgeschiedenen David Bal von dessen Studien- und Wohnort Wilhelmshaven ab. Auch andere Akteure, die außerhalb von Delmenhorst wohnen und kein Auto haben, wird er an den Spielort befördern. Außerdem versucht er, Akteure wie Tuncer Birinci zu reaktivieren. Denn: Noch hat er den Traum vom Aufstieg nicht aufgegeben, doch die Chancen seien geringer geworden. „Ich kann die Kommentare in einigen Foren nicht mehr sehen. Was wir mit unserem kleinen Aufgebot leisten, ist schon eine starke Sache. Stenum hat einen doppelt so großen Kader wie wir und etliche untere Mannschaften sowie die A-Junioren als Unterbau“, erklärt El Hourani, der in der Winterpause in Zinar Sevimli und Mohammed Alawie seine besten Stürmer verloren hat.

Am Sonntag kreuzt der TV Dötlingen an der Düsternortstraße auf. Das Hinspiel hat der RWH 8:2 gewonnen, doch diesmal sieht El Hourani sein Team nicht als den deutlichen Favoriten. „Dötlingen ist ehrgeizig und laufstark, das wird schwer“, warnt er.