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Fußball-Kreisliga Jahn-Trainer Timur Cakmak muss improvisieren

Von Lars Pingel | 20.08.2015, 21:43 Uhr

Trainer Timur Cakmak vom Kreisligisten TV Jahn wird von Personalsorgen geplagt – also muss er selbst wieder ran.

Der Optimismus ist groß. „Wenn meine Mannschaft komplett ist, muss sie vor keiner anderen in der Liga Angst haben“, sagt Timur Cakmak, Trainer des Fußball-Kreisligisten TV Jahn Delmenhorst. Sie sei stark genug, dass Saisonziel, den Verbleib in der Klasse, zu erreichen. Und er ist sich sicher, dass sie eine Zitterpartie wie in der zurückliegenden, als sie nicht abstieg, weil der TV Falkenburg zurückzog, nicht wieder erleben wird. Trotzdem plagen Caki Sorgen. Sein Problem ist, dass sein Team seit dem Ende der Vorbereitungszeit nicht mehr komplett ist. „Bei dem, was jetzt kommt, ist das ganz bitter“, sagt er. Ein Punkt steht auf der Habenseite. Beim TSV Ganderksee II gab es zum Start ein 1:2, am vergangenen Wochenende ein 1:1 gegen den SV Baris. An diesem Sonntag, 15 Uhr, steht das Gastspiel beim – allerdings schwach gestarteten – Meisterschaftsanwärter RW Hürriyet im Stadion an, dann gastiert im TV Munderloh ein Team am Brendelweg, dessen Ansprüche nicht geringer sind: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht gleich wieder hinterherlaufen.“

Personalnot sorgte für Probleme im Sturm

Vor allem im Angriff habe es gehapert, sagt Cakmak über die ersten Punktspiele. Das habe sich bereits am Ende der bis dahin „sehr gut“ verlaufenen Vorbereitungsphase abgezeichnet. Ein Stürmer nach dem anderen meldete sich ab: Urlaub, Verletzungen, berufliche Verpflichtungen. In Sean Gradtke, Hilmi Yavucan und Gazmed Kelmendi stehen auch drei Zugänge auf der ziemlich lang gewordenen Liste der Fehlenden. Vor allem die drei „Neuen“ waren dafür vorgesehen, die Sturmprobleme, die der TV Jahn auch in der zurückliegenden Saison offenbarte, zu beheben. „Seitdem muss ich jede Woche improvisieren“, sagt Cakmak und zieht daher ein durchaus positives Fazit der Startphase. „Damit kann ich leben. Ganderkesee wird nichts mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen, und Baris wird oben mitmischen.“

Cakmak mit sieben Toren in drei Pflichtspielen

Die Antwort auf die Frage, wie das Problem im Angriff gelöst werden kann, war letztlich klar: Der Trainer Cakmak muss vorerst auf den Stürmer Cakmak setzen. Doch: „Das ist eigentlich keine Lösung“, sagt der 39-Jährige, der die Punktspiele und die Pokalpartie beim BSV Benthullen (11:1) von Anfang bis Ende auf dem Feld erlebte. Er sei eigentlich nicht mehr stark genug für die Kreisliga, findet er. Und das, obwohl er im Pokal sechsmal traf und das Jahn-Tor gegen Baris erzielte.

Abwehr ständig unter Druck

„Uns fehlt im Moment der Stürmer, der den Ball im Angriff halten kann“, sagt Cakmak. Einer, der das könnte, musste am vergangenen Wochenende in der Pause verletzt ausgewechselt werden: Mariusz Miklasz. „Unsere verbliebenen Stürmer sind eher Konterspieler“, erklärt Cakmak. „Deshalb werden wir immer in die Defensive gedrängt. Das war gegen Ganderkesee und gegen Baris so.“ Diesem Druck könne die Abwehr dann einfach nicht mehr standhalten.

Seinem Defensivverbund macht Cakmak aber keinen Vorwurf. Im Gegenteil. „Unsere Abwehr steht gut“, sagt er. Das wiederum stimmt ihn zuversichtlich, dass seine Mannschaft den beiden Favoriten trotz allem Paroli bieten wird.