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Fußball-Kreisliga Kreisliga startet mit schmalem Programm

Von Frederik Böckmann und Daniel Niebuhr | 04.02.2016, 21:12 Uhr

Am Wochenende beginnt die Kreisliga nach langer Pause wieder – jedenfalls teilweise. Am Freitag wird noch kein Fußball gespielt. Der TV Jahn kann in Berne am Sonntag aber höchstwahrscheinlich im Abstiegskampf vorlegen.

Es sollte niemanden ernsthaft überraschen, wenn unter den Fußballern der Region demnächst verstärkt Nackenverletzungen auftreten – so angestrengt, wie man seit Wochen Richtung Himmel schauen muss. Das Wetter hat in dieser Saison einen so großen Einfluss wie selten; nach wie vor hat auf Kreisebene kein Spiel stattgefunden. Die Kreisliga hinkt dem Plan so weit hinterher, dass Staffelleiter Manfred Nolte schon über eine – eigentlich nicht geplante – Verlängerung der Saison oder einen komplett neuen Rest-Spielplan nachdenkt.

Großenkneten sagt ab, Munderloh will folgen

An diesem Wochenende wird es ziemlich sicher wieder Fußball zu sehen geben – denn die Chancen, dass die Spielvereinigung Berne am Sonntag ab 14.30 Uhr auf seinem Kunstrasen den TV Jahn empfangen kann, stehen gut. Es könnte das einzige Kreisligaspiel bleiben, denn alle anderen Partien sind gefährdet. Am Donnerstagabend musste schon der TSV Großenkneten die Nachricht verkünden, dass die für Freitag geplante Partie gegen den KSV Hicretspor ausfällt. Der TV Munderloh hat sein Freitagsspiel gegen den Harpstedter TB auch abgesagt.. „Der Rasen ist einfach zu nass“, meint Munderlohs Abteilungsleiter Patrick Seeger – und spricht damit wohl vielen Kollegen anderer Vereine aus der Seele.

Jahn kann im Abstiegskampf vorlegen

Immerhin wird Jahn seine Mission Klassenerhalt höchstwahrscheinlich beginnen können. Der Vorletzte kann mit einem Sieg in Berne den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze auf drei Punkte verkürzen, und Spielertrainer Timur Cakmak versprüht schon einmal Zuversicht. „Ich habe ein richtig gutes Gefühl“, sagt er. Vor allem vom Ehrgeiz seiner Spieler ist Cakmak angetan: „Die Jungs ziehen richtig gut mit.“

Die Voraussetzungen für eine Aufholjagd ans rettende Ufer sind in der Tat da. Nach auskurierten Verletzungen sieht Cakmak „viel mehr Möglichkeiten im Kader“. Dazu ist mit Milot Ukaj auch ein Neuzugang, der seinen Trainer schon jetzt schwärmen lässt. Der Ex-Spieler von RW Hürriyet trainiert nach seinem Kreuzbandriss seit Oktober bei Jahn mit. „Das ist ein Glücksgriff für uns“, sagt Cakmak über den Spielmacher. Ukaj hatte in der Winterpause auch Angebote von anderen Delmenhorster Vereinen und vom Landesligisten TSV Oldenburg. Doch Cakmak überzeugte den offensiven Mittelfeldspieler davon, nach seiner langen Verletzungspause bei den Jahnern erst einmal wieder Spielpraxis zu sammeln. „Im Sommer wird uns Milot dann wohl wieder verlassen. Aber das ist auch kein Problem. Er wird unser Spiel beleben“, glaubt Cakmak, der hofft, dass er sich als Spieler selber nicht mehr so oft notgedrungen aufstellen muss.

Saisonverlängerung wird zur Option

Zusammen mit Jahn hängen mit dem SV Baris, Rot-Weiß Hürriyet und dem KSV Hicretspor drei weitere Delmenhorster Klubs im Abstiegskampf fest; gerade gegenüber den beiden Letztgenannten sieht sich Cakmak durch die Platzsituation im Vorteil. Wenn die Jahn-Anlage am Brendelweg gesperrt war, trainierten die Violetten im Soccer-Park oder auf dem Kunstrasenplatz in Heiligenrode. „Das sind schon bessere Voraussetzungen, als nur auf Schlacke trainieren zu können“, sagt Cakmak mit Blick auf die Lage im Stadion.

Gut möglich, dass die Jahner am Sonntag vorlegen können, denn das Spiel von Stadtrivale Hürriyet gegen Spitzenreiter VfR Wardenburg wurde bereits abgesagt. Die Sonntags-Partien Tungeln - Wildeshausen II, Baris - Hude und Dötlingen - Heidkrug stehen noch auf dem Plan.

Klar ist, dass bei weiteren Spielausfällen das Programm an Wochentagen in den kommenden Monaten immer weiter anwächst. Sogar das eigentlich schon festgelegte Saisonende am 29. Mai wackelt. Sollte aus der Landesliga mindestens ein Verein in die Bezirksliga Weser-Ems II absteigen – momentan wären es mit dem SV Brake und dem SV Wilhelmshaven zwei –, gäbe es keine Aufstiegsrunde der Kreisliga-Vizemeister, und die Saison könnte verlängert werden.