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Fußball-Kreisliga Lennard Stöver: Im Strafraum nicht zu stoppen

Von Lars Pingel | 28.08.2015, 11:06 Uhr

Lennard Stöver hat in fünf Plichtspielen schon zehn Tore erzielt. Der Stürmer des TSV Ganderkesee II ist gerade aus der A-Jugend aufgerückt.

Ganderkesee. Das achte Saisontor des TSV Ganderkesee II war das erste, das nicht Lennard Stöver erzielt hatte. „Jan Spille hat es geschossen“, sagt der Stürmer des Aufsteigers in die Fußball-Kreisliga über das 4:3 gegen den TuS Heidkrug, das seinem Team den zweiten Saisonsieg, die Punkte sechs bis acht und den Sprung auf den fünften Tabellenplatz einbrachte. Das sei ihm viel wichtiger als seine Erfolgsbilanz, erklärt Stöver – und macht alle TSV-Trainer glücklich: „Es ist mir ganz egal, wer trifft. Die Hauptsache ist, dass wir gewinnen.“

Stöver hat sich die offizielle Torjägerliste der Kreisliga bisher noch nicht angesehen. Auf der DFB-Seite fussball.de wird der Ganderkeseer sogar mit acht Treffern an Position eins geführt. Aber selbst die sieben Tore, die er tatsächlich auf seinem Konto hat, bieten doch schon Anlass, ein wenig stolz zu sein. Stöver widerspricht. „Ich bin ein Teamplayer“, sagt er. „Ohne meine Mitspieler hätte ich die Tore nicht geschossen. Und außerdem waren das erst vier Spiele: Darauf kann ich mir gar nichts einbilden.“

Zehn von elf Pflichtspieltoren erzielt

Einen beeindruckenden Start in seine erste Saison im Herren-Bereich hat Stöver allemal hingelegt. Zu den vier Punktspielen, die der TSV II absolviert hat, kam als fünftes Pflichtspiel die Partie im Kreispokal gegen den SV Tungeln (3:0). Bis zur 85. Minute der Begegnung in Heidkrug, in der Spille traf, hatte Stöver alle zehn Tore seines Team geschossen.

„Er ist ein klassischer Strafraumstürmer“, sagt Daniel Lachmund, Trainer der Bezirksliga-Mannschaft des TSV, über Stöver. Wenn dieser in dem 40,32 Meter breiten und 16,50 Meter hohen Rechteck an den Ball kommt, „dann ist er drin“. Klar, dass Lachmund den Angreifer auch für sein Team auf der Rechnung hat; zuletzt wechselte er ihn im Bezirkspokalspiel gegen den SV Atlas (4:1 nach Elfmeterschießen) in der 54. Minute ein.

Lieber in der Zweiten durchspielen

Irgendwann in der „Ersten“ zum Stammpersonal zu gehören, das ist ein Ziel, das Stöver verfolgt. „Als Fußballer möchte man immer höher spielen“, bestätigt er. Um das zu erreichen, sei es für ihn aber besser, eine Liga tiefer den Schritt in den Seniorenbereich zu vollziehen. „Es bringt mir einfach mehr, wenn ich in der Zweiten 90 Minuten durchspiele.“ Dass ihm der Sprung aus der TSV-A-Jugend, mit der er in der vergangenen Saison Bezirksliga-Vizemeister geworden war (18 Tore), zu den Erwachsenen gut gelungen ist, findet er auch. „Ich habe schon in der vergangenen Saison in der 1. Kreisklasse ausgeholfen“, nennt er einen Grund. Außerdem käme es ihm entgegen, dass im TSV alle Teams ab den B-Junioren im Grunde im selben taktischen System antreten.

Schon als Vierjähriger beim TSV

Stöver begann als Vierjähriger, in Ganderkesee Fußball zu spielen. Er lief in allen Altersklassen für diesen Verein auf. Im TSV fühlt er sich wohl. „Die Stimmung ist supergut, auch im Umfeld“, sagt er. Der Zusammenhalt zeichne auch seine Mannschaft aus: „Das ist ein richtig guter Haufen.“ Mit diesem Teamgeist, glaubt er, könne sie mehr erreichen als das Saisonziel, den Klassenerhalt in der Kreisliga. „Ich traue der Mannschaft zu, dass sie weiter oben, im gesicherten Mittelfeld, mitspielt.“ Damit das gelingt, will er seine größte Stärke möglichst oft einbringen. „Ich stehe meistens richtig. Warum, kann ich nicht so genau erklären“, erzählt er. „Ich spiele, seitdem ich vier bin, als Stürmer. Ich denke, dass das viel dazu beigetragen hat.“ Das Toreschießen alleine reiche allerdings nicht, merkt er an. „Als Stürmer muss ich natürlich erfolgreich sein, ich muss aber auch Treffer vorbereiten.“ Die Torschützenliste und seine Position in dieser wird ihn also auch weiterhin allerhöchstens am Rande interessieren.