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Fußball-Kreisliga SV Baris stolpert, VfR Wardenburg holt auf

Von Andreas Bahlmann und Lasse Bahlmann | 12.03.2017, 22:52 Uhr

Tabellenführer SV Baris patzt in der Fußball-Kreisliga, zur Freude des VfR Wardenburg, der den Krimi bei Schlusslicht Hicretspor gewinnt.

Etwas überraschend hat Tabellenführer SV Baris in der Fußball-Kreisliga gestern an Boden verloren. Die Delmenhorster stolperten über Aufsteiger FC Huntlosen, während Verfolger Wardenburg sich bei Schlusslicht KSV Hicretspor schadlos hielt. Baris hat nur noch zwei Punkte Vorsprung, kann am Dienstag im Nachholspiel beim TuS Heidkrug aber wieder davonziehen.

 SV Baris - FC Huntlosen 3:4. Nach der unerwarteten Heimniederlage im ersten Spiel nach der Winterpause haderte Baris-Trainer Önder Caki eher mit den Bedingungen während der Vorbereitung als mit dem Spiel selbst. „Dass es für uns in der Rückserie schwer werden würde, war uns schon vorher klar. Fehlende Testspiele und die mangelnde Vorbereitung aufgrund der Platzverhältnisse haben uns heute die Punkte gekostet“, sagte er.

Bei schwierigen, tiefen Bodenverhältnissen konnte Baris nicht wie gewohnt die spielerische Stärke ausspielen und biss sich an der kompakt und tief stehenden Huntloser Mannschaft ein ums andere mal die Zähne aus. Die Gastgeber erzielten zwar durch Mert Caki per Foulelfmeter in der 15. Minute die Führung, aber Huntlosen stellte sich in der Folge gut auf das Spiel der Gastgeber ein und agierte dabei ebenso geschickt wie effektiv. Mit zwei Kontertoren drehte Stefan Merz (28., 38.) noch vor der Pause das Spiel für die bissigen Huntloser. „Meine Mannschaft hat hervorragend gegen den Ball gearbeitet, wir haben sehr wenig zugelassen“, sagte FC-Trainer Andree Höttges.

Einen erneuten Konter schloss Gästestürmer Felix Dalichau erfolgreich ab und erhöhte in der 52. Minute auf 3:1. Bereits vier Minuten später verkürzte Mert Caki auf 2:3, wiederum per Foulelfmeter, und es entwickelte sich eine drückende Feldüberlegenheit der Gastgeber. Doch es fehlte immer wieder die letzte Konsequenz vor dem Tor. Huntlosen machte es in der 66. Minute besser: Merz erhöhte mit seinem dritten Treffer, abermals nach einem Konter, auf 4:2. Der Anschlusstreffer für Baris zum 3:4 durch Devin Isik in der 90. Minute fiel dann aus Sicht des Tabellenersten zu spät. Höttges war beeindruckt von der Effektivität seines Teams: „Wir haben aus fünf Kontersituationen vier Tore erzielt. Wir haben verdient, aber auch glücklich gewonnen.“ Önder Caki gab sich trotz der Niederlage zuversichtlich: „Die verlorenen Punkte holen wir uns am Dienstag gegen Heidkrug wieder.“

 KSV Hicretspor – VfR Wardenburg 1:3. Der eigentlich standesgemäße Sieg des Tabellenzweiten in Delmenhorst kam auf dramatische Weise zustande. Bis in die Schlussphase hinein führte Hicretspor, ehe der Tabellenletzte sich um den Lohn der Arbeit brachte. In der 86. Minute erzielte Patrick Janzen nach einem Eckstoß das 1:1 für Wardenburg. Eine Minute später liefen die Gastgeber in einen Konter, den Tim Conring zum 2:1 für die Gäste abschloss. Hicretspor gab sich nicht geschlagen, traf jedoch in der 90. Minute nur die Latte, woraus sich wiederum ein Konter für Wardenburg entwickelte, den Janzen mit seinem zweiten Tor zum 3:1 abschloss. Hicretspors Trainer Timur Cakmak war fassungslos: „Wir haben bis kurz vor Schluss geführt, und dann fällt wie aus dem Nichts der Ausgleich. Wardenburg hatte bis zum Ausgleich überhaupt noch nicht richtig stattgefunden. So wie wir uns heute präsentiert haben, kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, aber wir haben uns selbst um den Sieg gebracht.“

Hicretspor hatte ein hervorragendes Spiel gemacht und war nach zwei Minuten durch ein Kopfballtor von Harun Yildiz nach einem Freistoß in Führung gegangen. Die Gastgeber versäumten aber eine Resultatsverbesserung. Sie trafen zweimal den Pfosten und einmal die Latte. In der Schlussphase bestrafte Wardenburg die Fahrlässigkeit brutal. „Wir haben zum Schluss den Holzhammer rausgeholt und drei Buden gemacht“, sagte VfR-Trainer Jörg Beckmann. „Ob verdient oder nicht, im Fußball zählen nun mal die Tore.“

 TuS Heidkrug – SVG Berne 0:0. Der tiefe und schwer bespielbare Platz prägte diese Begegnung. Es entwickelte sich eine kampfbetonte Partie mit wenig Spielfluss. Berne verbuchte die etwas klareren Spielzüge, konnte aber nichts aus den Chancen machen. Heidkrug war die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken, so blieb es bei der hart umkämpften Punkteteilung. „Ich kann mit dem Unentschieden gut leben“, sagte Bernes Coach Michael Müller.