Ein Angebot der NOZ

Fußball-Kreisliga TSV Ganderkesee II muss Punkte sammeln und zittern

Von Manfred Nolte | 09.12.2015, 18:14 Uhr

Die TSV-Reserve will Kreisligist bleiben, hat ihr Schicksal aber nur bedingt in eigener Hand.

Naturgemäß verbringt Andreas Dietrich seine Sonntagnachmittage häufig auf den Fußballplätzen der Region. Der Trainer macht mit dem Aufsteiger TSV Ganderkesee II in der Kreisliga gerade eine hervorragende Figur und ist als Neunter mit 19 Punkten aus 14 Spielen auf dem besten Weg zum Klassenerhalt – die Entscheidung über Abstieg oder Nicht-Abstieg kann er aber vermutlich nicht live vom Spielfeldrand miterleben. Denn während sein eigenes Team eigentlich kaum Gefahr läuft, das Klassenziel zu verfehlen, ist die erste Mannschaft des TSV in der Bezirksliga akut gefährdet. Und steigt die Erste ab, muss auch die Zweite zwangsweise runter. Weil die beiden Teams meist zu ähnlichen Zeiten spielen, wird Dietrich also gegen Ende der Saison möglicherweise verstärkt auf sein Handy schauen müssen, um zu erfahren, in welcher Liga seine Mannschaft in der kommenden Spielzeit aufläuft.

„Rückversetzung wäre eine Katastrophe“

Ein wenig kann der Coach aber natürlich doch zur Klärung dieser Frage beitragen. Erstens will er mit seiner jungen Elf schnellstmöglich aus eigener Kraft die Klasse halten, und zweitens kann er – sozusagen als Leiter der Talentschmiede – der Ersten auch personell unter die Arme greifen. „Wir unterstützen die Erste nach Kräften, denn für uns wäre eine Rückversetzung in die 1. Kreisklasse eine Katastrophe“, sagt Dietrich. Es sei schwer, aus einer starken 1. Kreisklasse den Wiederaufstieg zu schaffen. Außerdem sei man als Kreisligist für junge Spieler interessanter. „Ich bin aber überzeugt, dass beide Aushängeschilder des TSV es packen werden.“

Seine eigene Mannschaft macht ihm in dieser Hinsicht kaum Sorgen. Mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren gehören die TSVer zu den jüngeren Mannschaften der Kreisliga, die Youngster lernen allerdings schnell aus ihren Fehlern. „Die Nachwuchsspieler reifen von Woche zu Woche und stellen Fehler ab“, sagt Dietrich, der zugunsten seines Trainerjobs auf eigene Einsätze in der Oldie-Mannschaft verzichtet. Denn die kickt immer am Freitagabend, wenn die zweiten Herren trainieren.

Der Zusammenhalt in der Ganderkeseer Reserve ist ausgezeichnet. „Der Großteil der Spieler stammt aus den eigenen A-Junioren, es herrscht große Kameradschaft“, betont Dietrich. „Die Last ist bei uns auf viele Schultern verteilt.“ Die Ganderkeseer müssen vor Weihnachten vielleicht noch einmal auflaufen: Für den 20. Dezember ist das Kreispokal-Viertelfinale gegen den TV Jahn Delmenhorst angesetzt – allerdings ist die Austragung witterungsbedingt sehr fraglich.