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Fußball-Kreisliga TSV Großenkneten und FC Huntlosen mit ähnlichen Sorgen

Von Andreas Bahlmann, Andreas Bahlmann | 19.08.2017, 10:23 Uhr

Die Kreisligamannschaften und Nachbarn FC Huntlosen und TSV Großenketen wollen nach einer guten Saison 2016/17 nur eins: Den Klassenerhalt. Nach verpatztem Saisonstart sehen die Trainer noch einiges an Verbesserungsbedarf.

Großenknetens Trainer Klaus Delbanco nahm kein Blatt vor den Mund: „Unsere Vorbereitung auf die Saison war richtig mau, ich kann mich nicht daran erinnern, als Trainer, auch als Jugendtrainer nicht, jemals eine so schlechte Vorbereitung erlebt zu haben.“ Aus beruflichen und urlaubstechnischen Gründen Spieler konnte der Trainer während der gesamten Trainings- und Testspielphase kein einziges Mal mit dem vollzähligen Kader arbeiten. Andree Höttges, Trainer des Nachbarvereins FC Huntlosen, hat quasi ein gegenteiliges Problem: „Es ist einfach so, dass so eine Saison wie die vergangene und dazu auch noch unsere insgesamt sehr zufriedenstellend verlaufene Vorbereitung, den einen oder anderen wohl dazu verleiten, die Dinge auf dem Platz etwas zu locker zu nehmen.“

Obwohl die Gemeinderivalen FC Huntlosen und TSV Großenkneten eine ordentliche Saison 2016/17 spielten, Huntlosen wurde Fünfter, Großenkneten Siebter, lautet das Ziel beider Trainer schlicht: Nichtabstieg. Für uns geht es, eigentlich genau wie in der letzten Saison auch, nur um den Klassenerhalt“, gibt Höttges an. Im Hinblick auf die Ligaauftaktniederlagen beider Teams (Huntlosen verlor 1:4 beim VfR Wardenburg, Großenkneten 1:2 gegen den SV Achternmeer), scheint diese Zielsetzung nicht unangebracht. „Gegen die hätten wir eigentlich punkten müssen, denn die habe ich mit uns in der unteren Tabellenhälfte auf dem Zettel, aber da haben wir einfach zu naiv gespielt“, ärgert sich Delbanco.

Huntlosen mit kaum verändertem Kader, Großenkneten muss Leistungsträger ersetzen

Was die Kaderplanungen angeht, kann Huntlosen fast die gesamte Mannschaft der letzten Spielzeit nutzen, während es beim TSV gilt, große Fußstapfen zu füllen. Während Höttges nur einen Spieler aus Altersgründen an die „alte Herren“ abgeben musste, verlor der TSV Großenkneten mit Torjäger Yannik Bauer (zwölf Saisontore) und Aufbauspieler Cedric Mers, die beide zum Bezirksligisten BV Garrel wechselten, zwei Leistungsträger. „Das ist schon ein erheblicher Verlust an fußballerischer Qualität, die sich nicht so ohne weiteres ersetzen lässt. Aber unser Weg im Verein war es schon immer, dass wir mit dem eigenen Nachwuchs arbeiten und diesen Weg werden wir auch weiterhin gehen“, sagt Delbanco. Das spiegelt sich auch in den Zugängen wider: So kamen aus der eigenen A-Jugend Bendix Mers und Julian Westphal zur 1. Herren, von den Nachbargemeinden stießen Tobias Niemann (SG Döhlen) und Sebastian von Behren (Ahlhorner SV) hinzu und vervollständigten den 22 Spieler umfassenden Kader des TSV. Wie schon bei den Abgängen ist auch die Liste der Zugänge kurz, nur der nach längerer Pause zurückgekehrte Tareg Sato stieß neu zum Kader hinzu.

Trainer sehen noch Luft nach oben

„Die Testphase der Freundschaftsspiele ist jetzt vorbei und man kann nicht einfach nur mit Lust auf Spaß das Feld betreten. Jeder macht sich dann selbst seine Gedanken zum Spiel und vergisst dabei, dass es auch taktische Vorgaben oder auch Maßgaben gibt, die man nur als Mannschaft leisten kann und muss, um ein Spiel zu gewinnen.“ Höttges will diese Tendenzen, die er schon beim Training in vergangener Zeit bei der Mannschaft ausmachte, möglichst schnell stoppen: „Man kann in der Kreisliga nicht auf den Platz gehen und einfach so drauflos spielen, dann geht man ganz schnell unter.“ Auch Delbanco sieht bei seiner Mannschaft noch Verbesserungsbedarf, vor allem, was Cleverness angeht: „Je länger die Serie läuft, desto mehr gewinnen sie an Erfahrung dazu und umso mehr steigen dadurch unsere Chancen auf den Klassenerhalt.“