Ein Angebot der NOZ

Fussball-Kreisliga TSV Ippener: Lorer tritt zurück, El-Hourani übernimmt

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 07.11.2016, 12:00 Uhr

Überraschender Trainerwechsel beim TSV Ippener: Spielertrainer Andreas Lorer hat nach der 0:5-Niederlage gegen den TV Jahn Delmenhorst sein Amt abgegeben. Neuer Coach ist Chawkat El-Hourani, der vor zwei Wochen als Trainer beim KSV Hicretspor zurückgetreten war.

Andreas Lorer redete nicht lange um den heißen Brei herum. „Das war natürlich ein Scheiß-Abgang.“ Nach der 0:5-Niederlage am Sonntag gegen den TV Jahn Delmenhorst gab der 31-Jährige bekannt, dass er mit sofortiger Wirkung sein Amt als Spielertrainer beim TSV Ippener niederlegt. Der Rücktritt hatte allerdings nichts mit der hohen Pleite gegen den Nachbarn zu tun, sondern stand bereits seit längerer Zeit fest.

Vor drei, vier Wochen informierte Lorer den Abteilungsvorstand um Lars Gillerke, dass er auf Grund einer beruflichen Umschulung, die am Montag startete, nicht mehr Trainer und auch Spieler beim TSV sein möchte. Er räumte zudem ein, dass ihn die Disziplinlosigkeiten und Einstellungsprobleme seiner Truppe in den vergangenen Wochen sehr geärgert hätten. „Vielleicht habe ich nicht mehr den nötigen Respekt ausgestrahlt“, mutmaßte er.

Andreas Lorer war vier Jahre lang Spielertrainer beim TSV Ippener

Missen möchte der Delmenhorster die Zeit in Ippener aber keineswegs. „Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er mir als damals 27-Jährigen die Chance gegeben hat, eine Mannschaft zu trainieren.“ Vier Jahre lang war Lorer, der das Amt von Uwe Nüsse übernommen hatte, spielender Coach beim TSV. Seine Ex-Truppe sieht er für die Zukunft gut aufgestellt. „Sie hat eine Menge Qualität – wenn sie sich auf Fußball konzentriert.“

Lorer möchte im Winter zu einem höherklassigen Verein wechseln. „Dafür habe ich die Qualität“, sagt er. Mit dem Torjäger beendet auch „Co“ Maxim Prieb seine Tätigkeit beim TSV.

Andreas Lorer empfiehlt El-Hourani als neuen Trainer

Neuer Trainer beim Turn- und Sportverein ist – auf ausdrücklicher Empfehlung Lorers übrigens – ein bekanntes Gesicht in der heimischen Fußballszene: Chawkat El-Hourani. Bis vor zwei Wochen hatte der gebürtige Libanese noch den Liga-Konkurrenten KSV Hicretspor trainiert, dort aber nach zahlreichen Querelen entnervt die Brocken hingeschmissen.

El-Hourani war „total überrascht“ von der Anfrage des TSV, freut sich aber „riesig“ über die neue Aufgabe. „Jedes andere Angebot bis zur Winterpause hätte ich abgelehnt. Aber in Ippener habe ich perfekte Voraussetzungen“, erzählt El-Hourani mit Blick auf die bessere Infrastruktur beim Landkreis-Klub im Vergleich zu seinen vorherigen Tätigkeiten bei Hicret und RW Hürriyet, deren Mannschaften sich im Delmenhorster Stadion mit drei anderen Vereinen Plätze und Kabinen teilen müssen. Außerdem weiß er einen breiten Trainer- und Betreuerstab hinter sich. Sein Assistent ist sein Ex-Spieler Mohammed Chahrour, als Fitnesstrainer fungiert mit Halil Ocak ebenfalls ein Wegbegleiter aus seiner Zeit bei RW Hürriyet. Außerdem sucht er noch einen Torwart-Trainer.

El-Hourani möchte TSV Ippener in die Top fünf führen

Sein erstes Training leitet El-Hourani am Dienstag. Dort trifft er gleich auf acht Spieler, die er schon bei seinen vorherigen Vereinen betreute. „Die Spieler kennen mich, ich kenne die Spieler – das sind doch beste Voraussetzungen“, sagt El-Hourani. Auch bei seiner neuen Mannschaft verfolgt er ehrgeizige Ziele für den Rest der Saison: „Ich möchte in die Top fünf.“

Oberstes Gebot sei es aber, zuerst die Disziplinlosigkeiten der Truppe in den Griff zu bekommen. In der Fairnesswertung liegt Ippener mit sieben Platzverweisen auf dem vorletzten Rang. Im Spiel gegen Jahn, das El-Hourani an der Seitenlinie verfolgte, handelte sich die fußballerisch ohne Zweifel talentierte Truppe alle sieben Gelben plus die beiden Ampelkarten wegen Meckerns ein. „Die Spieler dürfen sich nicht selbst im Weg stehen“, betont der neue TSV-Coach, der für den Winter bereits Verstärkungen ankündigte: „In der Abwehr müssen wir uns verbessern.“