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Fußball-Kreisliga TuS Heidkrug strauchelt, Delmenhorster TB vor dem Abstieg

Von Andreas Bahlmann | 20.05.2019, 08:35 Uhr

Delmenhorst/Landkreis Kreisliga-Spitzenreiter TuS Heidkrug stolpert im Titelrennen, der DTB verpasst derweil eine große Chance. Hasbergen und Hürriyet einigen sich auf ein Unentschieden – buchstäblich.

Der Titelkampf in der Fußball-Kreisliga könnte sich auf ein Fernduell am letzten Spieltag zuspitzen. Spitzenreiter TuS Heidkrug stolperte beim VfR Wardenburg, Verfolger Ahlhorner SV nutzte die Vorlage und liegt nun nur noch drei Punkte zurück.

 VfR Wardenburg - TuS Heidkrug 1:1. Die formstarken Wardenburger ärgerten den Spitzenreiter gehörig, dennoch glaubt VfR-Trainer Sören Heeren an Heidkrug als neuen Meister. „Wir hatten den kommenden Aufsteiger am Rande einer Niederlage. Wir freuen uns über unsere gute Leistung in der zweiten Halbzeit. Heidkrug steht verdient oben.“ Die Partie begann vor 100 Zuschauern schleppend. Ein sehenswerter Schlenzer von Jesper Müller-Nielsen in den Torwinkel brachte die Heidkruger Führung (18.). In der zweiten Halbzeit legten die Wardenburger ihren Respekt jedoch endgültig ab. Es entwickelte sich eine von harten, aber fairen Zweikämpfen geprägte Partie mit teilweise spektakulären Torszenen und starken Keepern auf beiden Seiten. Heidkrug kam ins Schwimmen, und kassierte schließlich in der 68. Minute den Ausgleich. Der sechs Minuten zuvor eingewechselte Nexhdet Berisha legte Lennart Schönfisch das 1:1 auf. In der 89. Minute sah Wardenburgs Stürmer Tim Conrig nach wiederholtem Foul Gelb-Rot, seine Mitspieler hielten der Heidkruger Schlossoffensive aber stand. „Das Unentschieden geht in Ordnung,“ sagte Heidkrugs Trainer Selim Karaca. Dank des guten Torverhältnisses reicht seiner Mannschaft wahrscheinlich ein Sieg aus den verbleibenden beiden Partien beim Dritten in Harpstedt und gegen RW Hürriyet zur Meisterschaft.

 Ahlhorner SV - SV Achternmeer 11:0. Ahlhorns Trainer Servet Zeyrek ärgerte sich nach dem Spiel fast schon: „Das klingt jetzt etwas vermessen, aber wir hätten locker noch höher gewinnen können.“ Die Gäste waren hoffnungslos überfordert und taumeln nach der sechsten Niederlage in Folge weiter dem Abstieg entgegen. Dreimal Stefan Rupprecht (10., 30., 57.), dreimal Zana Ibrahim (32., 48., 84.), zweimal Volkan Cabuk (63., 89.), Dekurim Stublla (21.) und Kenan Krzewina (90.+1) erzielten die Ahlhorner Treffer. Dazu kam ein Eigentor von Maik Wenzel zum zwischenzeitlichen 3:0 (27.).

 Harpstedter TB - TV Jahn Delmenhorst 5:1. Nach dem achten Sieg in Serie liegt Harpstedt vier Punkte hinter Heidkrug und kann immer noch Meister werden. Niklas-Marvin Fortmann (21.) und Marik Landgraf (29.) sorgten für die 2:0-Halbzeitführung. Timo-André Höfken verkürzte in der 59. Minute für Jahn, Fortmann und Landgraf erhöhten dann für Harpstedt mit ihren jeweils zweiten Toren auf 3:1 und 4:1 (71./79.). In der 80. Minute machte Nils Klaassen alles klar. „Wir hätten am Ende auch mit acht oder neun Toren verlieren können“, räumte Jahns Trainer Arend Arends ein.

 Delmenhorster TB - FC Huntlosen 1:4. Schlusslicht DTB hätte bis auf zwei Punkte ans rettende Ufer heranrücken können, doch nun ist der Abstieg praktisch besiegelt. Dennis Beckmann (15.), Stefan Merz (33.) und Simon Mohn (58.) schossen den längst geretteten FCH in Führung. Lukas Benthien verkürzte (79.), doch Sebastian Merz markierte in der 86. Minute den Endstand. „Wir hatten auch unsere Chancen. Schade, schade, aber es ist halt so“, sagte DTB-Trainer André Tiedemann, der in Daniel Schlüter, Christoph Schröder und Fabian Finke drei Akteure einsetzte, die zuvor für den DTB III gespielt hatten.

 SV Atlas Delmenhorst II - TSV Ganderkesee 7:0. In der 19. Minute wurde das Spiel beim Stand von 0:0 wegen eines Gewitters für ungefähr zehn Minuten unterbrochen. „Wir waren gut im Spiel drin, aber die Unterbrechung hat uns nicht gutgetan“, sagte TSV-Trainer Stephan Schüttel. Seine Mannschaft agierte anschließend bei der Defensivarbeit nicht mehr so konzentriert. Dennis Metzing (32., 45.+3), Jonas Dittmar (42.) und Emiljano Mjeshtri (45.+9) nutzten das vor der Halbzeitpause aus. In der zweiten Halbzeit bemühte sich Ganderkesee um Schadensbegrenzung, vergab aber einige gute Konterchancen. Die Atlas-Reserve war treffsicherer. Milan Heyl erhöhte auf 5:0 (59.). Mjeshtri (61., Foulelfmeter) und Milot Ukaj (78.) sorgten für das 7:0. „Wir haben zwar einige Konter zugelassen, aber nach vorne haben die Jungs gut gearbeitet“, sagte Atlas-Trainer Daniel von Seggern.

 TV Falkenburg - TSV Großenkneten 4:7. Die Falkenburger haben weiter zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze und verpassten gegen Großenkneten einen Big Point. „Wir belohnen uns am Ende nicht für unseren hohen Aufwand und bringen uns durch individuelle Fehler selbst um den Erfolg“, sagte Falkenburgs Trainer Georg Zimmermann. Sein Team führte nach einer Stunde durch Tore von Marco D’Elia (8.), Nils Poppe (40.) und Jan-Eric Zwahr (57.) bei Gegentreffern von Lucas Abel (14.) und André Reimann (38.) mit 3:2 – und brach danach ein. „Die Jungs scheinen Angst vor dem Gewinnen zu haben“, bedauerte Marvin John, Co-Trainer der Falkenburger. Großenkneten drehte das Spiel mit drei Toren innerhalb von fünf Minuten durch Finn Meyer (66., 71.) und Sven Peters (70.). D’Elia verkürzte für die Gastgeber noch einmal auf 4:5, doch Tobias Schönebohm (87.) und Reimann in der Nachspielzeit (90.+3/Foulelfmeter) machten den Auswärtssieg des TSV perfekt. Dessen Trainer Kai Pankow atmete auf: „Ich bin froh, dass wir dieses Spiel noch retten konnten. Das war ein hartes Stück Arbeit.“

 TuS Hasbergen - RW Hürriyet Abbruch, Wertung 1:1. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit begann das Unwetter. Die Akteure beider Mannschaften flohen vor dem Gewitter zur Halbzeitpause in die Kabinen. Cedric Rutz hatte zuvor mit einem unhaltbaren Sonntagsschuss aus 25 Metern das 1:0 (19.) für Hasbergen erzielt. Hürriyet kam im Gegenzug durch ein Eigentor von Jonas Schröder zum Ausgleich. Die Partie wurde zunächst fortgesetzt, in der 70. Minute aber wieder unterbrochen. Nach einer halben Stunde einigten sich die Teams und das Schiedsrichtergespann nach Rücksprache mit der Staffelleitung auf einen Abbruch und ein 1:1 als Spielwertung, berichtete TuS-Trainer Tim Müller: „Es ging sportlich für beide Mannschaften um nichts mehr. Das Ergebnis bleibt ohne Einfluss auf Meisterschaft und Abstieg, deswegen geht es für uns in Ordnung.“ RWH-Coach Murat Turan ergänzte: „Wegen der Fastenzeit kommt uns die Einigung besser gelegen als eine Neuansetzung.“

 TV Dötlingen - TV Munderloh 2:3. In dem im Grunde bedeutungslosen Spiel boten beide Teams gute Leistungen. Shqipron Stublla (15., 79./Handelfmeter) traf für die Gastgeber. Alexander Bruns (36./Foulelfmeter, 44., 71.) erzielte die TVM-Tore. „Schön, wenn so ein Spiel dabei herauskommt. Alexander Bruns und Torwart Philipp Witte machten für Munderloh den Unterschied“, berichtete TVD-Trainer Markus Welz.