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Fußball-Kreisliga TuS Heidkrug und SV Baris fliegen in den Süden

14.01.2016, 10:39 Uhr

Trainingslager in der Sonne liegen im Trend – auch bei zwei Fußball-Kreisligisten. Der TuS Heidkrug reist nach Portugal, der SV Baris in die Türkei. Von Daniel Niebuhr und Manfred Nolte

Das 23.000-Einwohner-Städtchen Almeirim liegt in Portugal und hat es in seiner 600-jährigen Geschichte eher kulinarisch als sportlich zu Ruhm gebracht – als Geburtsstadt der Steinsuppe. Weniger bekannt ist über Almeirim, dass der Ort im Westen des Landes auch die Heimat von Jorge Jacinto ist, der seit langem in Delmenhorst wohnt und beim Fußball-Kreisligisten TuS Heidkrug Co-Trainer ist. Momentan weilt Jacinto wieder in Portugal, wo er am kommenden Dienstag Besuch bekommt: Die Heidkruger Fußballer um Coach Selim Karaca reisen für ein fünftägiges Trainingslager an, um sich unter südeuropäischer Sonne auf den zweiten Teil der Saison vorzubereiten. Spitze sei das, findet Karaca: „Da können wir endlich wieder Fußball spielen. Auf unseren Plätzen geht das wegen des Wetters seit Ende Oktober nicht.“

Testspiel bei portugiesischem Sechstligisten

Also machen es die Heidkruger wie die Bundesliga-Profis und entfliehen zumindest für ein paar Tage dem trüben, norddeutschen Winter. In Portugal werden sie bereits heiß erwartet. Der Delmenhorster Stadtteilklub stellt sich nach seiner Ankunft bei Bürgermeister Pedro Ribeiro vor und überreicht einen TuS-Wimpel und einen Schal als Geschenk. Am Mittwoch läuft der Tabellensiebte der Kreisliga zum Freundschaftsspiel beim portugiesischen Sechstligisten União FC Almeirim im Estadio Municipal auf, dessen Anlage auch für das Training genutzt wird. „Wir wollen uns schon gut präsentieren“, sagt Karaca und verkündet vorsichtshalber: „Das wird keine Sauftour.“

Apfelsinenpflücken als Trainingseinheit

Das Rahmenprogramm, das Jacinto organisiert hat, enthält einen Trip nach Lissabon, den Besuch einer Stierkampfarena und einen Abstecher auf eine Apfelsinenplantage – wo die Fußballer einige Stunden Pflückarbeit leisten sollen. Untergebracht sind sie in einer Pension, bezahlt wird das Trainingslager teilweise in Eigenleistung und teilweise durch Spenden des Trainerteams, des TuS-Ältestenrats und aus dem Vorstand. „Sonst waren wir immer in Aurich. Portugal finde ich persönlich etwas spannender“, sagt Karaca.

SV Baris will in der Türkei Spaß haben

Seine Mannschaft ist allerdings nicht die einzige, die zur Vorbereitung in den Süden fliegt. Der SV Baris reist in der letzten Januarwoche fast schon traditionell in die Türkei, um unter Profi-Bedingungen zu arbeiten. „Wir wollen kicken, Spaß haben und das Mannschaftsgefüge festigen“, sagt Trainer Önder Caki. Ähnlich klingt auch die Zielsetzung seines Kollegen Karaca: „Es geht darum, eine schöne Zeit als Team zu haben.“

Der sportliche Wert, das ist beiden klar, ist ebenso fraglich wie nebensächlich. Baris gewann im vergangenen Jahr nach dem Belek-Trip immerhin die ersten drei Spiele, brach danach aber heftig ein. Ein echter Effekt sei vermutlich nicht messbar, meint Karaca: „Kann sein, dass es uns hilft. Kann aber auch sein, dass wir alle Spiele in der Rückrunde verlieren.“