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Fußball-Kreisliga TV Jahn Delmenhorst belohnt sich für gute Leistung nicht

Von Andreas Bahlmann, Andreas Bahlmann | 05.03.2017, 22:34 Uhr

Für den TV Jahn und Schlusslicht KSV Hicretspor hat das Pflichtspieljahr 2017 mit Enttäuschungen begonnen, beide Abstiegskandidaten unterlagen auf eigenem Platz Aufstiegsanwärtern. Konkurrent TV Dötlingen machte aber keinen Boden gut. Am Donnerstag hatte zuvor bereits der FC Huntlosen den VfL Wildeshausen II mit 2:1 geschlagen, am Freitag der VfR Wardenburg den TSV Ippener mit 4:3.

 TV Jahn - VfR Wardenburg 1:2. Die Leistung war stark, doch das Ergebnis passte aus Sicht des TV Jahn überhaupt nicht. „Ich habe selten eine so ungerechte, so unglückliche Niederlagen erlebt“, war TVJ-Trainer Andreas Busch nach Spielende bedient. Seine Elf setzte den Tabellenzweiten von Anfang an unter Druck. Die Folge: Nach einer langen Flanke in den Strafraum fiel durch ein Kopfball-Eigentor von VfR-Abwehrspieler Kilian Schrinner in der 9. Spielminute die 1:0-Führung für die Delmenhorster. Der TV Jahn blieb die klar spielbestimmende Mannschaft, versäumte es aber, weitere Treffer nachzulegen. Die Gelb-Rote Karte gegen Jahns Stürmer Alioume Badara Youm (25.) wegen zwei Schwalben im VfR-Strafraum innerhalb von zehn Minuten brachte die Wende im Delmenhorster Spiel. Jahn blieb zwar auch in Unterzahl weiterhin offensiv bemüht, aber in der Folgezeit schwanden dann auf tiefem Geläuf zusehends die Kräfte und die Konzentration. Eiskalt bestraften die Gäste mit einer effektiven Chancen-Verwertung die sich einschleichenden Fehler in Jahns Defensive durch Jonas Bruns (47., nach Missverständnis in der Jahn-Abwehr) und Dennis Beckmann (82., Konter). „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen“, sagte Busch. „Sie hat bis zum Schluss alles gegeben.“ Sein Gegenüber Jörg Beckmann sah den Spielausgang pragmatisch. „Wenn man aus der Winterpause kommt, noch so halb im Winterschlaf steckt, der Gegner seinen Kader stark verändert hat und mit dem Rücken zur Wand steht, dann bin ich einfach zufrieden mit den drei Punkten.“

 KSV Hicretspor - TSV Ganderkesee 0:6. Marco Schrank (7.), Ninos Yousef (32.), Michael Eberle (58., 71.), Marvin Dietrich (82.) und Fabian Mucker (89.) schossen den auch in der Höhe verdienten Sieg für den Dritten heraus. „Mich freut besonders, dass wir fünf verschiedene Torschützen haben, denn auch das spiegelt den Teamgeist und die Arbeit unserer Mannschaft wider“, sagte TSV-Trainer Ronald Feist. TSV-Torwart Christian Klattenhoff musste einmal mit einer starken Parade aus dem Torwinkel retten, aber ansonsten blieben Hicretspors Angriffe weitgehend stumpf. Trainer-Rückkehrer Timur Cakmak war trotz der klaren Pleite nicht völlig unzufrieden, meinte aber auch: „Wir haben es dem Gegner bei unseren Gegentreffern viel zu einfach gemacht.“

 SVG Berne - TV Dötlingen 2:0. Ein Treffer von Florian Röhrl (29., nach einem Eckball) und ein Eigentor von Julian Eilers (49.) besiegelten die Niederlage der Gäste, die an ihrer Chancenverwertung scheiterten. „Das war mangelhaft. Wir hatten mindestens sechs Huntertprozentige“, haderte TVD-Trainer Markus Welz. Das sah auch Bernes Coach Michael Müller so, der Döltingen in einer von beiden Mannschaften mit offenem Visier geführten Partie als kampf- und spielstarken Gegner lobte.

Für Arend Arends, Trainer des unterlegenen VfL Wildeshausen II, kam die Niederlage seiner jungen Mannschaft nicht ganz überraschend: „Wir konnten dieses Jahr erst einmal auf dem Feld trainieren, da sind die Vereine mit Kunstrasenplätzen gegenüber uns klar im Vorteil.“. Er vermutet für den Rest der Saison „noch ein ganz hartes Brett“ für seine Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg. „Wir hoffen, dass wir noch rechtzeitig an den passenden, sportlichen Stellschrauben für den erfolgreichen Klassenerhalt drehen werden.“

Der TSV Ippener verlor zwar ebenfalls sein erstes Spiel in 2017, aber Trainer Chawkat El-Hourani war dennoch nicht ganz unzufrieden: „Klar, unsere erste Halbzeit war echt zum Vergessen, aber die Leistung meiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit bot uns eine echte sportliche Perspektive, was für den weiteren Saison-Verlauf noch alles möglich ist. Natürlich schauen wir in der Tabelle auch auf die Plätze unter uns und müssen aufpassen, dass wir da nicht weiter reinrutschen.“ El-Hourani ist sich der sportlichen Brisanz sehr wohl bewusst, wenn die Punkte weiterhin ausbleiben, fügt aber gleich optimistisch hinzu: „Offensiv haben wir durch unsere Neuzugänge, die gleich im ersten Spiel getroffen haben, so viel Qualität dazubekommen, dass ich fest davon überzeugt bin, dass meine Jungs sich schnell von den Abstiegsrängen absetzen werden“, sagt der Libanese. „Wir müssen wir dazu aber auch mal zu null spielen und in der Defensive von Anfang an konzentriert und sicher stehen.“

Klaus Delbanco, Trainer des TSV Großenkneten, war einfach nur froh, dass seine Mannschaft ihr erstes, noch dazu sehr schwierige Auftakt-Match in 2017 gewonnen hat – auch, weil es es zum Schluss noch einmal richtig eng wurde. „Meine junge Truppe soll einfach in Ruhe, ohne den besorgten Blick auf die Tabelle, spielen und sich mannschaftlich und fußballerisch weiterentwickeln können. Nun haben wir etwas Abstand zu den Abstiegsrängen und deswegen war dieser Sieg einfach wichtig für uns.“