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Fußball-Kreisliga Umkämpftes Topspiel zwischen Atlas II und TuS Heidkrug

Von Andreas Bahlmann | 04.11.2018, 23:26 Uhr

Neun Tore beim SV Achternmeer, acht Treffer beim TSV Ganderkesee: In der Fußball-Kreisliga gab es gleich zwei irre Torfestivals.

 Atlas Delmenhorst II - Heidkrug 2:2. Atlas-Coach Daniel von Seggern ärgerte sich über das aus seiner Sicht unnötige Unentschieden: „Wir waren besser und hätten gewinnen müssen.“ Vor 150 Zuschauern startete Atlas II druckvoller, besaß gute Chancen und ging durch einen Strafstoß von Dominik Entelmann mit 1:0 in Führung; der Atlas-Angreifer war zuvor von Tom Mann gefoult worden (27.). Atlas drückte weiter, fing sich aber das 1:1 kurz vor der Pause, als Keanu Sternberg einen schnell vorgetragenen Angriff nach Vorlage von Nils Giza abschloss (45.). „Der Gegentreffer war ein Knackpunkt, danach waren wir phasenweise einfach schlecht“, haderte von Seggern. Heidkrug spielte nach der Pause mutiger und wurde mit der Führung durch Luca Reinhold nach erneuter Giza-Vorarbeit belohnt (57.). Weil Heidkrug aber keinen dritten Treffer nachlegte, kämpfte sich Atlas zurück in die Partie. Der Lohn war der 2:2 durch Entelmann nach schöner Vorarbeit von Thore Sikken (71.). Die Schlussphase war spannend, umkämpft und hitzig. Doch es blieb beim 2:2, über das Heidkrugs Trainer Selim Karaca sagte: „Das ist für uns eher ein Punktgewinn.“

 Achternmeer - Hürriyet 5:4. Deniz Ekici fand drastische Worte für die Niederlage: „Seit ich Trainer bei Hürriyet bin, bin ich nach diesem Spiel das erste Mal so richtig enttäuscht. In der ersten Halbzeit habe ich gar nicht gewusst, dass ich eine Mannschaft mit Spielern auf dem Platz habe.“ Denn dort führte Achternmeer durch Deniz Akmann (4.), Dennis Tinter (8.), Jost Feye (15.) und Robin Johanning (19.) ganz früh bereits mit 4:0. Zwar verkürzte Ahmet Kahle auf 1:4 (23.), doch dann schraubte Achternmeer das Ergebnis durch den zum ersten Mal im Herrenbereich eingesetzten A-Jugendlichen Feye auf 5:1 in die Höhe (44.). „Es war viel zu viel Unruhe im Team und die Spieler haben sich nicht mehr auf das Spiel und den Abschluss konzentriert“, haderte Ekici. Die Partie schien zur Pause schon entschieden. Aber: Nach der Roten Karte gegen Achternmeers Torwart Joshua Niemann (51., Notbremse gegen Milot Ukaj) spielte plötzlich nur noch Hürriyet. In Überzahl kamen die Gäste durch Enes Ali Külünk (60.), Berat Uyar (86., Elfmeter nach Plähn-Foul an Ukaj) und Erdin Cetin (89.) auf 4:5 heran, doch die Aufholjagd kam zu spät. In der hektischen Schlussphase sah Uyar zudem noch die Gelb-Rote Karte (90.). „Wir müssen das nach der klaren Führung einfach cleverer machen“, meinte SVA-Trainer Helge Hanschke nach dem Sieg.

 Huntlosen - Ahlhorn 0:3. Der Negativlauf des FC Huntlosen setzt sich fort. Seit acht Spielen wartet die Mannschaft von Maik Seeger nun schon auf einen Dreier. „Wir haben erst die besseren Chancen, nutzen die aber nicht und kassieren dann solche Murmeldinger, weil wir schlecht verteidigen. Das verfolgt uns im Moment“, erklärte Seeger. Zur Pause hätte Huntlosen gegen unkonzentriert agierende Gäste führen können. Ahlhorns Trainer Servet Zeyrek war mit den ersten 45 Minuten sehr unzufrieden. Nach einer Kabinenpredigt lief der Ball bei den Gästen besser – „und dann fallen auch zwangsläufig unsere Tore“, freute sich Servet Zeyrek. Pierre Ritter (54.) und Ole Specht (56./88.) trafen für den Ahlhorner SV (jetzt vier Siege in Serie).

 Ganderkesee - Dötlingen 4:4. Acht Tore, zwei Platzverweise, zwei Treffer in der Nachspielzeit und ein verschossener Elfmeter: Am Immerweg war richtig was los! Das Torfestival hatte TSV-Trainer Stephan Schüttel einige Nerven gekostet. „Wahnsinn. Ich bin draußen 13 Tode gestorben! Am Ende sind wir natürlich glücklich mit dem 4:4, aber wir hätten vorher den Sack zumachen müssen“, sagte er. Seine Mannschaft begann stark und ging nach Toren von Lukas Löffler (6.) und Jan-Hendrik Kerner (22.) verdient mit 2:0 in Führung. Dann drehten die kampfstarken Gäste durch Kieron Hoffmanns Eigentor (37.), Johann Hannink (54.), Shiqipron Stublla (64.) und Hendrik Sandkuhl (90.) die Partie in eine 4:2-Führung. Zudem hatte Roman Seibel noch einen Elfmeter verschossen, weil TSV-Torwart Nils Jonasson parierte (40.). In Überzahl, Dötlingens Hannink sah Gelb-Rot (72., wegen Meckern), kam Ganderkesee aber in der Nachspielzeit durch zwei Treffer von Kieron Hoffmann (90.+2, 90.+3) doch noch zum Ausgleich. Danach kochten kurz die Emotionen über, weil der Ball bei der Flanke vor dem 4:4 im Aus gewesen sein soll. Es kam vor dem Dötlinger Tor zu einer Rudelbildung inklusive Ampelkarte für TVD-Torwart Max-Philipp Schulz wegen unsportlichen Verhaltens.

 Harpstedt - DTB 6:0. DTB-Co-Trainer Jens Stohwasser redete nach der derben Packung nicht um den heißen Brei herum. „Kicken können wir, aber wir haben eindeutig ein konditionelles Problem. Die Spieler sollten ihre Trainingseinstellung ernsthaft überdenken.“ Zur Pause führte Harpstedt durch Niklas-Marvin Fortmann (22.) mit 1:0, das frühe 2:0 nach der Pause (47.) durch Matthes Barenbrügge spielte dem HTB in die Karten. Erneut Fortmann (57./78.), Til Fassauer (52.) und Moritz Bätcher (85.) erhöhten dann weiter.