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Fußball-Kreisliga Verfolger feiern souveräne Auswärtssieg

Von Andreas Bahlmann | 12.05.2019, 23:03 Uhr

Der TuS Heidkrug, Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga, musste sich am 27. Spieltag den Heimsieg über den TV Jahn Delmenhorst erkämpfen. Seine Verfolger, der Harpstedter TB und der Ahlhorner SV, kamen dagegen auswärts zu souveränen Erfolgen.

Der Delmenhorster TB ist am 27. Spieltag der Fußball-Kreisliga nicht zu seiner Partie beim TSV Großenkneten angetreten. „Selbst mit Spielern aus den unteren Mannschaften hätten wir mit Mühe und Not elf Mann zusammenbekommen. Darunter wären drei angeschlagene Akteure gewesen. Da macht es keinen Sinn, nach Großenkneten zu fahren und sich mindestens sieben oder acht Dinger abzuholen“, erklärte DTB-Co-Trainer Jens Stohwasser. Die Partie wird mit 0:5 gegen den Tabellenletzten gewertet werden. „Das war es dann wohl für uns“, sagte Stohwasser. Spitzenreiter TuS Heidkrug feierte derweil einen schwer erkämpften Heimsieg. Seine Verfolger, der Harpstedter TB und der Ahlhorner SV, waren auswärts erfolgreich.

 TSV Ganderkesee - Harpstedter TB 0:4 (0:0). „Ich hoffe ja nicht, dass das bei uns zur Gewohnheit wird,“ unkte TSV-Trainer Stephan Schüttel nach der vierten Liga-Niederlage in Folge. Sein Team trat ersatzgeschwächt an. Die Harpstedter waren überlegen, vergaben vor der Pause aber viele klare Möglichkeiten. HTB-Trainer Jörg Peuker drehte in der Kabine an einigen taktischen Stellschrauben. Das zahlte sich aus. Jonas Pleus (48.) und Nils Klaassen (49.) brachten den HTB verdient in Führung. Niklas Marvin Fortmann erzielte die anderen Tore (59., 84.).

 FC Huntlosen - SV Atlas II Delmenhorst 1:4. „Unser Kunstrasen kam den technisch versierten Spielern des Gegners natürlich sehr entgegen“, sagte FCH-Coach Maik Seeger. Atlas bestimmte das Geschehen eindeutig. Milan Heyl erzielte das 1:0 (23.). Thore Sikken erhöhte nach der Pause auf 2:0 (62.). Pech hatte Malte Bolling, als er den Ball beim Versuch zu klären, zum 0:3 ins eigene Tor bugsierte (76.). Der Huntloser Lukas Dalichau traf dann ins Atlas-Tor (81.). Drei Minuten später sorgte Dennis Metzing für den Endstand.

 VfR Wardenburg - TuS Hasbergen 1:0 (1:0). „So ein 1:0 hört sich zwar nach wenig an, aber wir hätten höher gewinnen müssen. Uns fehlte die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, aber der TuS-Torwart hat auch überragend gehalten“, erklärten die VfR-Trainer Sören Heeren und Ronald Feist. Die erste Chance hatte Hasbergen, scheiterte aber an VfR-Keeper Thorben Engelbarth. Danach kam von den sehr tief stehenden Gästen offensiv nicht mehr viel. Der VfR erarbeitete sich hochkarätige Chancen, scheiterte aber wiederholt am glänzend aufgelegten TuS-Torhüter Lennart Bonk, dem besten Akteur der Gäste. In der 35. Minute war er aber machtlos. Sebastian Vogelsang schoss das Tor des Tages. „Wir haben uns gut verkauft. Unsere Abwehr stand gut und Lennart hatte einen richtig guten Tag“, sagte TuS-Trainer Tim Müller: „Mit etwas Glück hätten wir uns einen Punkt ergaunern können. Das wäre zwar vom Spielverlauf her nicht gerecht gewesen, aber darum geht es nicht im Fußball.“

 TV Munderloh - TV Falkenburg 1:1 (1:0). Falkenburgs Trainer Georg Zimmemann war „hochzufrieden“. Sein Team war durch einen Treffer von Alexander Bruns (33.) in Rückstand geraten. Es erkämpfte sich in der von beiden Mannschaften bemerkenswert fair geführten Partie mit dem Tor durch Jan-Eric Zwar (55.) dann aber den verdienten Ausgleich. TVM-Coach Ralf Eilenberger war mit dem Punkt weniger zufrieden als sein Trainerkollege, fand aber lobende Worte für den Unparteiischen: „Der Schiri hat sehr gut gepfiffen.“

 TuS Heidkrug - TV Jahn Delmenhorst 3:2 (2:1). Der noch nicht von allen Abstiegssorgen freie Tabellen-13. TV Jahn bot dem Tabellenführer vor gut 150 Zuschauern gut Paroli. „Das war im Schlussspurt ein immens wichtiger Sieg für uns. Man kann nicht immer spielerisch glänzen. Es zählen nur die drei Punkte“, sagte TuS-Trainer Selim Karaca über eine faire und unterhaltsame Begegnung mit hochkarätigen Chancen und zwei überragenden Torhütern.

Pascal Hoppe erzielte nach einem Fehlpass in der Heidkruger Abwehr das 1:0 (24.) für Jahn. Der Gast hätte nachlegen können, scheiterten aber mit zwei klaren Möglichkeiten an TuS-Keeper Maximilian Hiller. Die Heidkruger fanden nur schwer in die Partie. Überhaupt nicht schwer taten sie sich hingegen bei der Verwertung ihrer wenigen Chancen: Luca Reinhold glich aus aus (32.), Niklas Bädjer erzielte nur vier Minuten später das 2:1.

Der TV Jahn drückte nach dem Seitenwechsel auf den Ausgleich, wurde aber in der Drangphase kalt erwischt. Nils Giza schloss einen TuS-Konter mit dem 3:1 ab (56.). Danach drehten die Heidkruger auf, doch Jahn-Torwart Alexander Sinn vereitelte mit Glanzparaden viele gute Möglichkeiten. So wurde die Partie wieder spannend: Jahn konterte, Timo-André Höfken traf zum 2:3 (72.). Mehr gelang den Gästen aber nicht. Ihr Trainer Arend Arends war trotzdem sehr angetan von der Vorstellung seiner Mannschaft. „Schade, die Jungs haben das teilweise sehr gut gemacht“, sagte er: „Ich hätte gerne etwas mitgenommen. Dafür hätten wir aber in der ersten Halbzeit mehr Tore machen müssen.“

 SV Achternmeer - TV Dötlingen 2:4 (2:1). In der ersten Halbzeit machten die Achternmeerer vieles von dem richtig, was der Abstiegskampf einer Mannschaft abverlangt. Dennoch ging der Gast in Führung. Shqipron Stublla verwandelte einen an Benjamin Bohrer verursachten Foulelfmeter (19.). Das Heimteam steckte den Rückstand weg: Deniz Akman glich aus (41.), Felix Kiewit sorgte für die 2:1-Pausenführung (45.). Nach dem Seitenwechsel drehte Dötlingen auf. Shqipron Stublla (53., 71./Foulelfmeter, 83.) machte mit einem Hattrick den Erfolg perfekt. In der Schlussphase sahen die bereits verwarnten Achternmeerer Maik Böttcher (90.) und Torwart Joshua Niemann (90.+3) wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. SVA-Trainer Mario Ranke war bedient: „Wir haben scheinbar Angst zu gewinnen. Unser Auftreten nach dem zweiten Gegentor grenzte schon an Selbstmitleid.“

 RW Hürriyet Delmenhorst - Ahlhorner SV 0:9 (0:3). Die Delmenhorster waren chancenlos. „Wir haben gerade Fastenzeit, fast alle unserer Spieler fasten. Das soll aber nicht als Ausrede dafür dienen, sich auf dem Feld so auseinandernehmen zu lassen“, erklärte ihr Trainer Murat Turan: „Wir waren mit dem Kopf überhaupt nicht im Spiel. Jetzt müssen wir sehen, wie wir die letzten noch ausstehenden Spiele möglichst schadlos überstehen. Dann geht es weiter mit der Planung für die nächste Saison.“ Ahlhorns Co-Trainer Engin Akcay hielt nach dem Spiel trotz des 9:0 den Ball flach: „Das war ein Sturmlauf über 70 Minuten von uns. Aber die haben Ramadan, und das war den Hürriyet-Spielern vor allem in der zweiten Halbzeit anzumerken.“ Kenan Krzewina (31.), Zana Ibrahim (40., 67.), Ole Specht (44., 61.), Stefan Rupprecht (53., 64., 68.) und Volkan Cabuk (71.) erzielten die Tore.