Ein Angebot der NOZ

Fußball-Kreisliga Vier Clubs zittern im Kreisliga-Abstiegsdrama

Von Daniel Niebuhr und Andreas Bahlmann | 01.06.2018, 17:36 Uhr

Der TV Jahn Delmenhorst, die SVG Berne, der SV Achternmeer und der Ahlhorner SV kämpfen im Abstiegs-Fernduell um den Klassenerhalt. Erstmals seit 26 Jahren sind am letzten Spieltag der Fußball-Kreisliga noch vier Clubs bedroht – das dk berichtet am Sonntag in einer Livekonferenz.

Die meisten Fußball-Vereine haben aus gutem Grund längst das Handyverbot in ihren Ehrenkodex aufgenommen, auch auf der Ersatzbank soll bitte Konzentration herrschen, wenn das Spiel läuft. Vermutlich wird diese Regel am Sonntag ab 15 Uhr ein wenig aufgeweicht, denn für vier Kreisligisten geht es noch um alles. Der TV Jahn Delmenhorst, die SVG Berne, der SV Achternmeer und der Ahlhorner SV kämpfen im Fernduell um den Klassenerhalt – zwei von ihnen wird es erwischen. Dass vier Vereine am letzten Spieltag noch zittern müssen, gab es zum letzten Mal vor 26 Jahren. Die Ausgangslage ist ganz unterschiedlich, zwei Teams haben ihr Schicksal in eigener Hand, zwei brauchen Schützenhilfe.

 13. TV Jahn Delmenhorst 

 51:77 Tore 

 31 Punkte 

Die Delmenhorster haben wohl den größten Druck des Quartetts, der Club musste seit Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach dem Zweiten Weltkrieg noch nie in der Kreisklasse spielen. Das Team von Arend Arends hat aber die beste Position – ein Punkt beim FC Hude reicht zum Klassenerhalt. Allerdings hat Jahn katastrophale 13 seiner 14 Auswärtsspiele verloren – und Hude ist nicht nur Meister, sondern auch die beste Heimmannschaft und hochmotiviert. „Wir werden es nicht austrudeln lassen. Wir nehmen das zu 120 Prozent ernst“, sagt der Huder Trainer Lars Möhlenbrock. Jahn hat sich nach langer Krise zuletzt jedoch gut gefangen und drei der jüngsten vier Partien gewonnen. „Wir geben keinen Ball kampflos her. Wenn wir den direkten Weg zum Tor nehmen, ist Hude verwundbar“, glaubt Arends. Der Rahmen für eine Rettungsfeier scheint perfekt: In Hude wird es ab der zweiten Halbzeit Freibier geben.

Sollte der TV Jahn verlieren, bräuchte er Schützenhilfe, um drin zu bleiben. Dann dürften Achternmeer oder Berne ihre Partien nicht gewinnen.

 14. SVG Berne 

 47:57 Tore 

 29 Punkte 

Der einzige Club aus dem Kreis Wesermarsch in der Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst muss beim TuS Heidkrug gewinnen, um sicher zu sein. Berne hat am vergangenen Wochenende beim 1:1 in Ahlhorn schon einen Matchball vergeben. Ein weiteres Unentschieden würde dann reichen, wenn Achternmeer nicht gewinnt und die Ahlhorner beim TSV Ippener nicht mit mindestens 16 Toren siegen. Bei einer Berner Niederlage dürfte keiner der beiden Konkurrenten gewinnen. „Wir sind besser als der Tabellenstand. Es hätte längst alles klar sein können. Wir nutzen unsere Chancen nicht konsequent genug“, sagt Spielertrainer Michael Müller. Sollte es die Berner erwischen, würden sie den Spielbetrieb Oldenburg-Land/Delmenhorst verlassen und in die Fusionsklasse absteigen. Damit würde es ab der 2. Kreisklasse abwärts nämlich vier statt drei Aufsteiger geben.

 15. Achternmeer 

 65:90 Tore 

 28 Punkte 

Der kleine Verein aus der Gemeinde Wardenburg schien schon mausetot zu sein, seit dem 14. Spieltag steht Robin Hoffmans Elf auf einem Abstiegsplatz. Doch mit einem Zwischenspurt blieb Achternmeer im Rennen. „Wir haben einfach von Spiel zu Spiel gedacht“, sagt der Coach. Seine Mannschaft hat gegen Kreispokalsieger SV Atlas II Heimrecht und muss siegen. Dazu braucht Achternmeer Hilfe: Berne dürfte in Heidkrug nicht gewinnen oder Jahn müsste verlieren. Für Achternmeer wäre es der erste Abstieg nach neun Jahren Kreisliga.

Der Gegner ist unberechenbar. Es ist das letzte Spiel für Atlas-Trainer Steven Herrmann, sein Kollege Sven Schlundt ist bereits im Urlaub.

 16. Ahlhorner SV 

 51:77 Tore 

 27 Punkte 

33 Jahre ist es her, dass der stolze Ahlhorner SV zuletzt in der Kreisklasse spielen musste. Die Ausgangsposition ist schlecht, aber nicht hoffnungslos. Der Tabellenletzte gastiert beim TSV Ippener und muss gewinnen – möglichst mit mindestens 16 Toren Unterschied, denn dann müsste Berne sein Spiel gewinnen, um vor Ahlhorn zu bleiben. Klingt unmöglich, ist es aber vielleicht gar nicht. Achternmeer schlug Ippener zuletzt schon mit 13:0. Dazu hat Ahlhorn mit Stefan Rupprecht den Torjäger der Stunde. Bei einem weniger hohen Sieg dürfte Achternmeer nicht gewinnen und Berne müsste verlieren, damit die Ahlhorner noch an beiden vorbeiziehen können.