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Fussball-Kreispokal 2017 VfR Wardenburg gewinnt Finale gegen TSV Ippener

Von Andreas Bahlmann, Andreas Bahlmann | 25.05.2017, 21:57 Uhr

Entscheidung im Elfmeterschießen: Der VfR Wardenburg ist durch ein 5:3 über den TSV Ippener Pokalsieger 2017 im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst.

Während am Mittelkreis des Spielfeldes die Spieler und Betreuer des VfR Wardenburg ausgelassen ihren Pokalsieg feierten, zog Chawkat El Hourani, Trainer des TSV Ippener, abseits des Trubels, auf der hinteren Hälfte des Platzes, traurig seine Kreise. „Es gibt nichts Schlimmeres für einen Trainer, als dass nach so einem verlorenen Endspiel alle gegnerischen Spieler und Trainer zu einem kommen und sagen, dass wir eindeutig die bessere Mannschaft waren und eigentlich hätten gewinnen müssen“, sagte er und strich sich dabei Tränen der bitteren Enttäuschung aus den Augen. Nach torlosen 90 Spielminuten (plus Nachspielzeit) auf dem VfR-Platz an der Weserstraße hatte seine Mannschaft das Final-Duell der Kreisligisten im Elfmeterschießen mit 3:5 verloren.

Mannschaften tasten sich ab

Rund um das Spielfeld herrschte ein fröhliches Treiben mit Familienfest-Charakter. Auch die mit dem Bus angereiste, etwa 50 Personen starke Fankolonie des TSV Ippener genoss den Ausflug bei Bier und Bratwurst. In den ersten 30 Minuten tasteten sich beide Mannschaften ab, keine wollte das erste Gegentor kassieren. So entwickelte sich bei milden Abendtemperaturen vor etwa 300 Zuschauern zunächst ein fast braver Sommerkick auf erhöhtem Niveau, aber kein „Pokalfight“.

Ippener wird stärker

Dann nahm die Partie aber doch Fahrt auf, denn der TSV verstärkte seine Offensiv-Bemühungen. Das Team beherrschte nun klar das Mittelfeld, drängte die Wardenburger immer mehr in die Defensive zurück. Den letzten Pässen oder den Flanken des Teams fehlte aber die Präzision, sodass wirklich klare Torchancen ausblieben. Die körperlich überlegenen Wardenburger blieben bissig in den Zweikämpfen, verschafften sich aber kaum noch Entlastung durch offensive Spielzüge. Sie suchten ihr Heil im Kampf und in den Standardsituationen: Ein Kopfball von Benjamin Cordoni nach einem Eckball strich knapp über das TSV-Gehäuse.

VfR-Torwart Pascal Götz reagiert glänzend

Nach der Pause veränderte sich das Spielgeschehen nicht. Die TSV-Offensive kreierte eine Angriffswelle nach der anderen. Die VfR-Spieler hielten nur noch kämpferisch dagegen, spielerisch waren sie nahezu abgemeldet, verloren ihre Ordnung. Sie blieben aber ruhig und bewiesen einen beeindruckenden mannschaftlichen Zusammenhalt, denn einer kämpfte für den anderen. Irgendjemand brachte immer noch eine Fußspitze dazwischen oder warf sich mit dem ganzen Körper in die Schüsse und Pässe des TSV. Wenn es dann aber vor dem VfR-Tor doch brenzlig wurde, dann halfen das Glück oder Torwart Pascal Götz. Er entschärfte mit starken Paraden Schüsse von Mikael-Cihan Blümel (47., aus 16 Metern/52., aus 12 Metern) und parierte gegen Bassal Ibrahim und Hayri Sevimli (60.). Zwei Minuten später hatten Ali Hazimeh und Ümit Yildiz Großchancen, doch der erste Schuss wurde geblockt und der Nachschuss flog aus etwa acht Metern knapp über das leere Tor. Die mit direktem Paßspiel vorgetragenen Spielzüge des TSV waren teilweise eine Augenweide, ein Tor brachten sie dem Team bis zum Schlusspfiff nicht. „Wir haben Glück gehabt und uns glücklich ins Elfmeterschießen gerettet“, gab VfR-Trainer Jörg Beckmann unumwunden zu. „Unser Torwart hat eine überzeugende Leistung gezeigt und die Mannschaft hat gekämpft.“

Dennis Beckmann verwandelt letzten Elfmeter

EL Hourani versuchte vor dem Entscheidungsschießen alles. Er tauschte dafür seinen Torwart Jens Dekarski gegen Daniel Ammermann aus. „Wir hatten das im Training geübt. Dort war Daniel einfach einen Tick besser“, erklärte TSV-Co-Trainer Mohamed Charour. Fast hätte es auch geklappt, denn beim letzten Elfmeter von Dennis Beckmann zum 5:3 war Ammermann in der richtigen Ecke und mit beiden Händen am Ball, aber der war zu scharf geschossen. Wardenburg war damit der Sieger, weil VfR-Torwart Götz zuvor Hazimehs Schuss mit den Füßen abgewehrt hatte.

Für Wardenburg hatten auch Lukas Menke, Benjamin Cordoni, Rene Jürgens und Kilian Schrinner ihre Elfmeter verwandelt. Für Ippener trafen Mannschaftskapitän Andreas Böhm, Lamin Sillah, sowie Bassal Ibrahim.

Der umsichtige und souveräne Schiedsrichter Sven Schlickmann meinte: „Es war ein faires Spiel und eine sehr leicht zu leitende Partie. Beim Notieren der Elfmeterschützen merkte ich schon, dass Hazimeh nicht ganz von seiner Nominierung überzeugt war.“

Ralf Cordoni, 1. Vorsitzender des VfR, war derweil ziemlich erleichtert: „Man merkte beiden Mannschaften den hohen Druck an, spielerisch war das kein gutes Niveau. Elfmeterschießen ist immer eine Glücksache und umso bitterer für den Verlierer. Wir freuen uns über den erneuten Pokalgewinn.“ El Hourani blieb am Ende nur die Feststellung: „Ich fühle mich wie tot, aber das Leben geht weiter.“