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Fußball-Kreispokal Drei Delmenhorster Clubs im Kreispokal-Halbfinale

Von Andreas Bahlmann | 31.10.2018, 22:41 Uhr

Fußball-Kreispokal: RW Hürriyet Delmenhorst feiert ein Comeback und siegt im Elfmeterschießen gegen Harpstedt. Der Matchplan des TuS Hasbergen geht gegen den SV Atlas Delmenhorst II auf. Auch der TuS Heidkrug ist weiter.

Drei Delmenhorster Mannschaften stehen im Halbfinale des Fußball-Kreispokals. Etwas überraschend behaupteten sich der TuS Hasbergen (3:0 gegen Atlas Delmenhorst II) und RW Hürriyet (8:7 nach Elfmeterschießen gegen Harpstedter TB) in ihren Viertelfinal-Duellen. Der TuS Heidkrug setzte sich derweil gegen den VfR Wardenburg durch, der zuletzt drei Mal in Folge im Finale stand. Der letzte Halbfinalist wird am Mittwoch (19.30 Uhr) ausgespielt, wenn der FC Hude II den TSV Ganderkesee erwartet.

Hürriyet - Harpstedt 4:4, i. E. 4:3. Was für ein Krimi im Delmenhorster Stadion – und am Ende behielt Hürriyet trotz Rückständen von 0:2, 1:3 und 3:4 in der regulären Spielzeit im Elfmeterschießen die Oberhand! „Ich denke, wir werden es in Zukunft noch einigen qualitativ höher eingeschätzte Gegner schwer machen“, jubelte RWH-Trainer Deniz Ekici nach der abermaligen Leistungssteigerung und dem Einzug in die Runde der letzten Vier. HTB-Trainer Jörg Peuker war dagegen restlos bedient: „Meine Mannschaft hat ein handfestes Mentalitätsproblem und wir hätten den Sieg auch nicht verdient gehabt.“ Dabei begannen die Gäste stark und führten durch Niklas-Marvin Fortmann mit 2:0 (5./19.). Danach ließen aber sowohl Einsatzbereitschaft und auch Siegeswillen bei der Harpstedter Mannschaft merklich nach, während Hürriyet leidenschaftlich kämpfte. Es entwickelte sich ein wilder und packender Pokalfight, in dem Harpstedt durch Merlin Janowsky auch mit 3:1 (29.) und Marik Landgraf (77.) mit 4:3 führte. Doch die Delmenhorster meldeten sich durch Berat Uyar (24./87.), Milot Ukaj (30.) und Cihad Bayraktragolu (36.) jeweils zurück. Im Elfmeterschießen trafen Berat Uyar, Jewgeni Plushnikow, Enez Ali Külünk und Ahmet Kale für die Delmenhorster, bei den Harpstedtern versenkten nur Mel Siegenthaler, Nils Klaassen und Onno Bolling vom Punkt aus den Ball im gegnerischen Netz.

TuS Heidkrug - Wardenburg 2:0. Für Heidkrugs Co-Trainer Jorge Jacinto zählte am Ende nur das Weiterkommen. „Bis zum 2:0 war alles gut, dann wurde das Spiel leider dreckig.“ Die Gastgeber dominierten die Anfangsphase und führten deshalb durch Lennard Stöver verdient (19.). Danach zog sich der TuS etwas zurück, die kampfstarken Wardenburger übernahmen die Regie des Spielgeschehens. Sie drängten Heidkrug in die Defensive zurück und erarbeiteten sich mehrere hochkarätige Torchancen, aber sie trafen nicht ins gegnerische Netz. Die Heidkruger hatten zwar auch nach Kontern ihre Chancen, aber auch sie blieben im Torabschluss vor der Pause erfolglos. Nach dem Wechsel waren die technisch starken Gastgeber erneut wacher – und erhöhten durch Marvin Lohfeld auf das 2:0 (54.). Und Wardenburg? War nach der Pause schwach. „Man konnte nicht sehen, dass wir das Ding noch gewinnen wollten“, räumte VfR-Trainer Sören Heeren ein. Am Ende häuften sich überhart geführte Zweikämpfe. Heidkrugs Marcel Winkler fiel bei einem sehr körperbetonten Duell an der Eckfahne so unglücklich, dass er sich dabei die Schulter auskugelte und mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht werden musste.

SV Atlas II - TuS Hasbergen 0:3. Für Hasbergens Trainer Tim Müller kam der Sieg durch Treffer von Jakob Korfmann (10.), Houssein Hazimeh (48.) und Jonas Müller (83.) nicht einmal überraschend zustande: „Wir hatten dieses Mal einen guten Matchplan und der ist aufgegangen.“ Müller war eher deswegen zufrieden, weil der TuS nach dem 0:6 am Sonntag in der Liga gegen Wardenburg „noch derbe einen an den Bahnhof bekommen hat und die Mannschaft nun eine super Reaktion gezeigt hat“. Die frühe Führung spielte Hasbergen in die Karten. Die Gäste setzten fortan auf eine sehr kompakt gestaffelte Defensive und machten die Räume sehr eng. Atlas griff unentwegt an. Aber es fehlten Präzision und auch die Durchschlagskraft. Dazu kam noch Pech, als Thore Sikken und Dariusch Azadzoy vor der Pause nur den Pfosten trafen. Auch nach der Pause drückte Atlas weiter, aber Hasbergen lauerte clever auf seine Chancen wie beim 2:0 und 3:0. Atlas-Coach Daniel von Seggern, der sich in der zweiten Halbzeit nach dem 0:2 selbst einwechselte, nahm die Niederlage fast trotzig hin: „Das zieht wie ein roter Faden durch die Saison: Wir spielen Ballbesitzfußball, greifen mit sechs oder sieben Leuten an, machen aber einfach unsere Chancen nicht rein. Spielerisch sind wir aber dennoch auf einem guten Weg. Auf defensives Verschanzen habe ich einfach keine Lust.“ Ein Sonderlob verdiente sich Referee Michael Cording.