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Fussball-Landesliga Atlas Delmenhorst lässt zwei Punkte in Pewsum liegen

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 02.10.2016, 19:59 Uhr

Sie hatten sich einen Sieg fest vorgenommen, am Ende wurde es nur ein Punkt: Die Landesliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst sind in ihrem Auswärtsspiel beim Kellerkind TuS Pewsum nicht über ein 2:2 (1:1) hinausgekommen.

„Wir haben zwei Punkte verschenkt“, sagte der enttäuschte Atlas-Trainer Jürgen Hahn nach dem Remis vor 350 Zuschauern. Die Atlas-Tore erzielten Thomas Mutlu (41.) und Musa Karli (52.). Für Pewsum trafen Folkmar Hamann (42.) und Timur Aziz-Han (50.).

Hahn hatte seine Mannschaft nach der Niederlage im Spitzenspiel bei Kickers Emden nur auf einer Position verändert: Für den verletzten Kevin Radke rückte Kapitän Daniel von Seggern in die Startelf, der im gewohnten 4-2-3-1-System an der Seite von Stefan Bruns spielte. Dafür rückte Thomas Mutlu auf die Rechtsverteidigerposition.

SV Atlas mit Problemen in der Anfangsphase

Atlas kam etwas schwerfällig in die Partie. Die Blau-Gelben hatten war mehr Spielanteile, allerdings fehlte es im Offensivspiel noch an Präzision und Struktur. Zudem hatte der SVA in der Anfangsphase in der Abwehr zwei Aussetzer: Folkmar Hamann (18., Heber nach Steilpass übers Tor) und Janek Grünebast (19., Urbainski pariert nach Witte-Fehler) hätten Pewsum „in Führung bringen müssen“, wie TuS-Trainer Yasin Turan richtig erklärte. Mit der Einwechslung von Dominik Entelmann für den nach einem Zusammenprall angeschlagenen Hanno Hartmann (28.) kam mehr Schwung in die Offensivbemühungen der Gäste. Nach Großchancen für Steven Müller-Rautenberg (30., aus kurzer Distanz) und Thomas Mutlu (31., Latte), traf der in der ersten Halbzeit agile Mutlu nach einem Pass von Patrick Degen aus halbrechter Position zum 1:0 ins lange Eck (41.). Doch die Freude über die Führung währte keine Minute. Hamann glich nach einem Steilpass zum 1:1 aus, nachdem die Atlas-Abwehr vergeblich versucht hatte, auf Abseits zu spielen (42.).

Hälfte zwei beginnt turbulent

Der zweite Durchgang begann turbulent. Die Gäste machten Druck und hatten jeweils nach einer Ecke zwei klasse Möglichkeiten durch Dominik Entelmann (48.) und Iman Bi-Ria (49.), die beide am stark reagierenden TuS-Torwart Daniel Dietrich scheiterten. Die erneute Führung für die Delmenhorster lag in der Luft - doch sie fiel auf der Gegenseite.

Eine Freistoßflanke von Aziz-Han aus der eigenen Hälfte (!) senkte sich per Bogenlampe in das Atlas-Tor (50.). SVA-Keeper Florian Urbainski sah dabei nicht gut, was auch Hahn monierte: „Das Gegentor war ein Geschenk.“ Doch die Gäste reagierte nur wenig später: Nach einer Atlas-Ecke landete der Ball im Pewsumer Fünf-Meter-Raum. Diverse Spieler TuS-Spieler versuchten den Ball zu klären, doch er blieb bei Musa Karli, der den Ball in seinem zweiten Schuss-Versuch im Liegen aus drei Metern über die Linie stocherte  - 2:2 (52.). „Das war der absolute Willen“, lobte Hahn seinen Spielgestalter. Degen und Mutlu hatten wenig später bei einer Doppelchance das 3:2 auf dem Fuß (58.). Dazwischen vergab Pewsums Eyüpsultan Eyüpoglu eine gute Kopfballchance (56., vor der Linie geklärt).

Kaum noch klare Atlas-Chancen in der Schlussphase

In der Folgezeit entwickelte sich eine teilweise rassige, zweikampfintensive Begegnung, in der beide Mannschaften von ihren Fans nach vorne getrieben wurde. Atlas versprühte zumindest im Ansatz immer dann Gefahr, wenn es schnell über die Außenpositionen kombinierte. Auch bei hohen Bällen hatte der SVA Vorteile, konnte diese Überlegenheit aber nicht mehr wie noch zu Beginn der zweiten Halbzeit nutzen. „Pewsum hat heute vielleicht sogar am Optimum gespielt“, glaubte Hahn. Zumindest kämpften die Gastgeber verbissen um jeden Zentimeter Raum, die mit Keeper Dietrich einen sicheren Rückhalt besaßen.

Die Folge war diese: Atlas hatte trotz Dauerdrucks in der der letzten halben Stunde bis auf eine Halbchance von Dominik Entelmann (84.) keine klare Möglichkeit mehr - und hinterließ frustrierte SVA-Verantwortliche. Das Spiel habe ihm gezeigt, dass „bei uns in der Defensivarbeit und im Abschluss noch einiges fehlt“, sagte Hahn.

Pewsums Trainer zufrieden

Pewsums Trainer Yasin Turan meinte: „Wir sind hervorragend ins Spiel reingekommen, die ersten 30 Minuten von uns waren bärenstark. Danach haben wir für 15 Minuten den Faden verloren. In der zweiten Halbzeit hatten wir bei unserem 2:1 natürlich Glück. Ingesamt zeigt die Tendenz bei uns nach oben.“