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Fußball-Landesliga Atlas-Trainer Jürgen Hahn hat den Tunnelblick

Von Daniel Niebuhr | 07.04.2017, 20:41 Uhr

Trainer Jürgen Hahn ist für den SV Atlas Delmenhorst im Landesliga-Titelrennen der ruhende Pol. Auch vor dem Spiel gegen Schlusslicht TuS Pewsum am Samstag mahnt er wieder, sich nur auf die eigenen Leistungen zu konzentrieren.

Jürgen Hahn hatte besseres zu tun, als am Mittwochabend nach Oythe zu fahren, von den Ereignissen auf den Nebenplätzen am Oyther Berg hat er allerdings gehört. Die Fußballer von Kickers Emden kassierten in der 96. Minute ein 3:3, das die Chancen von Hahns SV Atlas auf die Landesliga-Meisterschaft zumindest moderat erhöhte – die Emder sind ja einer der ernsthaften Rivalen um Platz eins. Allerdings war dem Delmenhorster Trainer der Stolperer der Konkurrenz nur den knappen und wohl bekannten Kommentar wert: „Ich schaue grundsätzlich nur auf meine Mannschaft.“

Hahn will sich nicht verrückt machen

Man kauft dem 46-jährigen Übungsleiter diesen Tunnelblick durchaus ab, seit seiner Amtsübernahme 2013 ist die Sachlichkeit so etwas wie sein Markenzeichen – an Tagen des Sieges, wie meistens, genauso wie in den Stunden der Niederlage. Nur muss Hahn sich in diesen Tagen öfter wie ein Einzelkämpfer vorkommen, denn das Titelrennen hält den Club fest in seinem Bann. „Viele im Umfeld reden über die Lage und verfolgen jedes Spiel der anderen Mannschaften“, berichtet Hahn, der aber nicht müde wird, zu erklären, „dass es nur um uns geht. Das werde ich auch weiter versuchen, jede Woche wieder. Sonst machst du dich doch verrückt.“

Pewsum-Hinspiel als Warnung

Am Sonntag gibt es für einige Delmenhorster aber wieder die Möglichkeit, in Ruhe die Konkurrenz zu beäugen – denn Atlas spielt ja schon am Samstag. Ab 16 Uhr erwartet der Tabellenzweite Schlusslicht TuS Pewsum; nach dem Gipfeltreffen gegen Kickers Emden mit 2100 Zuschauern vor einer Woche darf man wohl von grauem Alltag sprechen. „Ein schweres Spiel“ befürchtet Hahn allerdings, die Erinnerung an das 2:2 im Hinspiel ist noch frisch. „Wenn wir nicht bei 100 Prozent sind, bekommen wir ein Problem“, sagt der Atlas-Coach und verspricht deshalb: „Wir nehmen Pewsum ernst und haben es in eigener Hand.“

Witte wieder voll da

Favorit zu sein, ist für Atlas nicht neu, die Personalsituation dagegen schon. Eigentlich blieben die Delmenhorster in der jüngeren Vergangenheit von Verletzungswellen verschont, gegen Pewsum drohen aber neben dem gesperrten Patrick Degen auch die Ausfälle von Kapitän Daniel von Seggern, Spielmacher Musa Karli und der Außenverteidiger Kevin Radke und Thomas Mutlu. Dauerläufer Mutlu wird wegen seines Muskelfaserrisses sicher fehlen und am Samstag damit wohl auch den Titel des Spielers mit den meisten Einsatzminuten in dieser Saison an Dennis Janssen verlieren. Hahn trägt es mit Fassung und will „jetzt nicht groß rumjammern“. Sein Kader ist groß genug, der schon gegen Emden wieder eingewechselte Tom Witte steht nach seinem Handbruch auch von Anfang an wieder zur Verfügung. „Bei unserer Belastung kommen Verletzungen vor“, meint Hahn.