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Fußball-Landesliga Erfolgsserie des VfL Wildeshausen reißt

Von Daniel Niebuhr | 17.04.2016, 22:07 Uhr

Nervenschwäche und katastrophale Abwehrfehler: Die Landesliga-Fußballer des VfL Wildeshausen verlieren das Topspiel gegen den SV Bad Rothenfelde mit 0:1.

Marco Elia schlenderte am Sonntag noch einige Minuten nach dem Schlusspfiff zusammen mit Ole Lehmkuhl über den Rasen des Krandelstadions. Man musste kein Lippenleser sein, um zu erahnen, worüber der Wildeshauser Trainer Elia mit dem Offensivspieler Lehmkuhl reden wollte – vermutlich über das vorangegangene 0:3 (0:0) im Landesliga-Spitzenspiel des VfL gegen den SV Bad Rothenfelde im Allgemeinen und Lehmkuhls Anteil daran im Speziellen.

Einige Meter weiter hatte Elias Kollege Marcel Bragula das gleiche Thema; der Wildeshauser Coach analysierte die erste Niederlage nach zehn Spielen routiniert und überraschte sogar mit dem Geständnis, auch „irgendwie froh“ darüber zu sein, dass die stolze Serie nun ein Ende gefunden hatte. „Als Aufsteiger“, meinte Bragula, „wird man ja wohl auch mal ein Spiel verlieren dürfen.“

Ole Lehmkuhl versagen die Nerven

Ganz ohne Hadern nahm Bragula die Pleite seiner Fußballer gegen den Tabellenführer aber natürlich nicht hin, besonders zwei Schlüsselszenen erhitzten das Gemüt des Trainers. Alles wäre anders gelaufen, mutmaßte er, hätte Ole Lehmkuhl nach 26 Minuten die Nerven behalten. Der Angreifer stibitzte der Rothenfelder Abwehr den Ball und stand allein vor Schlussmann Felix Zimmermann, schoss aber flach am Tor vorbei. „Ole macht es erst gut, aber dann muss er das Ding auch versenken“, meinte Bragula. „Wir hatten bis dahin alles im Griff. Wenn wir in Führung gehen, kommt Bad Rothenfelde richtig ins Schwimmen.“

Missverständnisse in der Abwehr

Der Moment, der das lange von Wildeshausen bestimmte Spiel kippen ließ, ärgerte Bragula noch mehr. In der 59. Minute segelte ein harmloser Ball in den VfL-Strafraum, Torwart Sebastian Pundsack und Verteidiger Lennart Flege waren sich nicht einig, also schlüpfte Artöm Pfannenstiel zwischen beiden durch und spitzelte die Kugel zur Gäste-Führung über die Linie. „Das geht gar nicht“, meckerte Bragula.

Seine bis dahin gute Mannschaft brachte der Rückstand völlig aus dem Konzept; Chancen auf zumindest einen Punkt bekam der VfL aber trotzdem. Sascha Görke schickte in der 66. Minute Ole Lehmkuhl, dem frei vor Zimmermann erneut die Nerven versagten: Sein Lupfer trudelte am Tor vorbei.

Bragula: Wir stecken im Abstiegskampf

Bad Rothenfelde war dagegen ein Muster an Effizienz. Nach einem mehrfach abgefälschten Schuss von Pfannenstiel schoss Kevin Herbermann den Ball aus acht Metern zum 2:0 ein. In der 89. Minute kopierte Pfannenstiel seinen ersten Treffer und spritzte erneut in einen langen Pass, bei dem sich Pundsack und VfL-Abwehrspieler Lukas Schneider aufeinander verließen. An den Ball kam nur Pfannenstiel, der ihn über Pundsack hinweg lupfte. Vielleicht war es die Art der Gegentore, die Bragula zu der Warnung motivierte, seine Mannschaft sei trotz acht Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone und einigen Nachholspielen in der Hinterhand noch längst nicht gerettet. „Du kannst ganz fix unten reinrutschen. Unser Restprogramm ist hart“, sagte er. „Wir kämpfen gegen den Abstieg und werden alle Kraft dafür brauchen.“